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15 Jahre Mauerfall

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    Im Herbst 1989 wurde das Politbüro der SED von der dramatischen Fluchtwelle Hunderttausender und den Massenprotesten der "Hierbleiber" förmlich überrollt. Die friedliche Revolution in der DDR war Teil einer Kette von bis dahin kaum vorstellbaren Ereignissen, an deren Ende sich die bipolare Weltordnung auflöste.

    Worin liegt 15 Jahre danach die Bedeutung jenes "wind of change", der damals durch Europa wehte? Der weitgehend geräuschlose Zusammenbruch des Ostblocks belegt, dass legitime Macht nicht auf Bajonettspitzen ruht oder aus Gewehrläufen kommt. Ohne demokratische Legitimation haben Regime keine Überlebenschance. Dazu gehören Bürgerrechte, Gewaltenteilung, Rechtssicherheit, freie Medien, Parteienwettbewerb und freie Wahlen, Reisefreiheit, eine saubere Umwelt und ein Mindestmaß an sozialer Sicherheit.

    Dies gilt es hervorzuheben, wenn die Erinnerungen an den Alltag in der DDR zunehmend im Nebel des Vergessens verschwinden. Wer die notwendigen Mühen demokratischer Aushandlungsprozesse mit dem mutigen Aufbegehren gegen eine Diktatur verwechselt, begeht Geschichtsklitterung.

       
  • Hans-Georg Golz

    Editorial

    Im Herbst 1989 wurde die SED von der Fluchtwelle Hunderttausender und den Massenprotesten der so genannten "Hierbleiber" überrollt. Die friedliche Revolution in der DDR war Teil einer Kette von Ereignissen, an deren Ende sich die bipolare Weltordnung auflöste. Weiter...

    Tobias Hollitzer

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    1989 stand Mittel- und Osteuropa im Zeichen politischer und ökonomischer Umwälzungen. Der Beitrag zur vergleichenden europäischen Zeitgeschichte analysiert die Umsturzbewegungen am Beispiel von Polen, Ungarn, der Tschechoslowakei, der DDR und Rumänien. Weiter...