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Islam und Kemalismus in der Türkei


6.8.2004
Sowohl der Kemalismus als auch der politisch motivierte Islam unterliegen dem zeitlichen Wandel. Welche Chancen ergeben sich daraus für einen möglichen Beitrittskandidaten wie die Türkei?

Einleitung



Ende 2004 wird darüber entschieden, ob der Türkei ein Datum für den Beginn von EU-Beitrittsverhandlungen genannt wird. Unabhängig von der jeweiligen Position kommt kein Betrachter umhin, festzustellen, dass die Türkei in jüngster Zeit zahlreiche Reformen zur rechtlichen Angleichung an die EU durchgeführt hat. Die seit November 2002 regierende, als "islamisch" titulierte AK-Partei (Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei - Adalet ve Kalkinma Partisi) brachte sehr viele Reformen auf den Weg, deren Annahme für die EU eine Conditio sine qua non darstellt, die aber gleichzeitig einen radikalen Bruch mit kemalistischen Traditionen bedeuten. Kritik an den Reformen kam häufig von Gruppen in Militär und Bürokratie, die sich als die Hüter und Wächter der Prinzipien des Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk verstehen, den so genannten Kemalisten, die sich bisher stets für eine Westorientierung der Türkei eingesetzt haben. Die folgenden Ausführungen sollen der Frage nachgehen, wie man heute in kemalistisch und in islamisch orientierten Kreisen mit dem Erbe des vom Kemalismus propagierten Laizismus umgeht, welche Staats- und Gesellschaftsideale den entsprechenden Positionen zugrunde liegen und was dies für eine Annäherung an Europa bedeutet.





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