APUZ Dossier Bild

23.7.2004 | Von:
Vera Hewener

Geschlechtsspezifische Unterschiede im Umgang mit der Zeit

Zeitnot

Die persönliche Zeitwahrnehmung hängt mit der individuellen Eigenzeit eines jeden Menschen zusammen. Ob jemand empfindet, zu viel oder zu wenig Zeit zu haben, misst sich daran, ob er die Dinge, die für ihn Bedeutung haben, in seinem Alltag verwirklichen bzw. ob er die Zeit, die er zur Verfügung hat, mit sinnvollen Dingen ausfüllen kann. Was dabei als sinnvoll verstanden wird, hängt von den individuellen Wertepräferenzen ab.

Über Zeitmangel klagten 37,6 Prozent der weiblichen und 44,4 Prozent der männlichen Befragten. Lediglich 8 Prozent hatten weder zuviel noch zu wenig Zeit, wobei es sich hier ausschließlich um weibliche Personen handelte. Unterteilt nach Alterstruktur klagte ein Viertel der 40- bis 49jährigen weiblichen Befragten über Zeitnot, gefolgt von jeweils 18 Prozent der 50- bis 59-Jährigen und 30- bis 39-Jährigen. Die Altersgruppe der 30 bis 50-Jährigen war am stärksten vertreten. Bei den männlichen Befragten klagte ein Drittel der 40- bis 49-Jährigen, jeweils ein Viertel der 30- bis 39-Jährigen und 50- bis 59-Jährigen über Zeitnot. In der Gruppe der 40- bis 49-Jährigen waren mehr Männer als Frauen zu finden. Insgesamt gaben 37 Prozent aller Befragten Zeitmangel an. Unterteilt nach Geschlecht standen demnach doppelt soviel Männer wie Frauen unter großem Zeitdruck. Unter sehr großem Zeitdruck litten Frauen viermal so häufig wie Männer.

Betrachtet man die Gesamtgruppe der Befragten, so gaben 51 Prozent Zeitwohlstand, 38 Prozent Zeitnot und 8 Prozent ein ausgeglichenes Zeitverhältnis an. Bezogen auf die Geschlechtergruppe hatten 37,6 Prozent der Frauen und 44,4 Prozent der Männer Probleme mit der Zeiteinteilung. Die Hälfte der Befragten war mit der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit zufrieden. Für sie ist Zeit kein Stressfaktor. Jeder Dritte jedoch hatte Schwierigkeiten, mit der ihm zur Verfügung stehenden Zeit auszukommen. 84 Prozent der zeitgestressten Personen erlebten dabei einen mittleren bis sehr hohen Zeitdruck, was bedeutet, dass Probleme mit der Zeit meist massiv auftreten, wenn sie vorhanden sind. Immerhin verspürten 22 Prozent der Gesamtgruppe einen großen bis sehr großen Zeitdruck. Jeder Fünfte läuft danach Gefahr, seine Gesundheit durch den Stressfaktor Zeit zu beeinträchtigen.