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8.7.2004 | Von:
Mark Connelly

"Never Such Innocence Again"

Großbritannien und das Jahr 1914

Die britischen Wahrnehmungen des Jahres 1914 sind geteilt. Auf der einen Seite stehen die Historiker, welche vor einfachen Interpretationen der Auswirkungen des Krieges auf die Nation warnen. Auf der anderen Seite stehen die Mythen der Populärkultur.

Einleitung

Der Sommer 1914, ja die gesamte Zeit der Herrschaft König Edwards II. (1901 - 1910) bzw. die ersten Jahre König Georgs V. bis zur britischen Kriegserklärung an das Deutsche Reich am 4. August 1914, werden von den Briten noch heute als Epoche entspannter Zufriedenheit identifiziert. In den zeitgenössischen Fotografien, die in Familienalben, populären Geschichtsbüchern und Museen zu besichtigen sind, begegnen uns Frieden, Stabilität und Selbstvertrauen - Zuschreibungen, die im heutigen Großbritannien offenbar sehr attraktiv sind.






Dieser Beitrag untersucht, warum jene Periode in Großbritannien bis heute weithin als "Goldenes Zeitalter" gilt, und analysiert Mythen und Wirklichkeit Großbritanniens im Jahr 1914. Anhand verschiedenster Quellen, die hauptsächlich aus der Populärkultur stammen, soll dem Ursprung jener Sichtweisen auf 1914 nachgespürt werden, wie sie sich heute den Briten präsentieren. Diese Quellen sollen sodann den Sichtweisen von Historikern und anderen sachkundigen Kommentatoren gegenübergestellt werden, die diese Zeit gründlich erforscht haben.