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24.6.2004 | Von:
Ulrich Pfeil

"Nicht alle Deutschen haben ein Herz aus Stein"

Das Bild des deutschen Widerstands in Frankreich nach 1945

Die Résistance wurde zum Anknüpfungspunkt nationaler Identität in Frankreich. Dass in den transnationalen Kommunikationskanälen nur wenig Platz für eine Würdigung des deutschen Widerstands zur Verfügung stand, lag auch an den Ungleichzeitigkeiten im Umgang mit den Totalitarismen.

Einleitung

Joseph Rovan, der 1933 nach Frankreich emigriert und nach seiner Festnahme durch die Gestapo im Juli 1944 ins KZ Dachau deportiert worden war, bevor er zu den entscheidenden Akteuren der westdeutsch-französischen Annäherung nach 1945 gehörte, berichtet rückblickend, wie er im Maquis, der französischen Partisanenbewegung, jungen Widerständlern erklärte, dass es sich beim Kampf gegen den Nationalsozialismus nicht um einen klassischen nationalen Krieg, sondern um einen internationalen Bürgerkrieg handele.[1] 60 Jahre später, im Januar 2004, verlieh die ehemalige französische Europaministerin Noëlle Lenoir dem letzten lebenden Verschwörer des 20. Juli 1944, Philipp Freiherr von Boeselager, das Kreuz der Ehrenlegion und ehrte damit nicht nur eine Person, sondern auch jene Vertreter des "anderen" Deutschlands, die dafür gesorgt hatten, "dass Licht und Hoffnung und Menschlichkeit auch in den dunkelsten Augenblicken nie ganz abhanden gekommen sind"[2]. Beide Ereignisse deuten auf ein Verständnis von Widerstand gegen Unrecht hin, dem ein universeller bzw. transnationaler Anspruch zugrunde liegt. Was damals und heute eine Selbstverständlichkeit war bzw. ist, verlor nach 1945 schnell an Geltung und musste erst mühsam und bisweilen über schmerzhafte Lernprozesse wieder erarbeitet werden. Diese verschlungenen, mit mentalen Barrieren und politischen Hindernissen verstellten Wege, auf denen sich Deutsche und Franzosen die Geschichte von Widerstand und Résistance als Teil eines gemeinsamen Selbstverständnisses aneigneten, gilt es in diesem Beitrag nachzuzeichnen.




Konkurrierende Versionen der Vergangenheit bestimmten in Frankreich wie in Deutschland nach 1945 die Erinnerungslandschaften und erschwerten eine von Konvergenz und Kooperation geprägte Interpretation des deutschen Widerstandes. Diese Feststellung legt eine vergleichende Herangehensweise nahe, um die Bedeutung von nationalen Traditionsbeständen bei gesellschaftlichen Aneignungsprozessen von Historie durch die verfremdende Linse eines Vergleichsfalls erfassen zu können. Die Vorstellung von einer unabhängigen "nationalen" Entwicklung erscheint jedoch fraglich,[3] so dass auch in diesem Beitrag ein Schwerpunkt auf die sich kreuzenden historisch-politischen Identitätsdiskussionen und diskursiven Verflechtungen zwischen Deutschland und Frankreich gelegt werden soll. Die Beschäftigung mit Widerstand und Emigration, der in diesem Beitrag aus Platzgründen nicht ausreichend Rechnung getragen werden kann,[4] bietet damit nicht nur einen Einblick in die Konjunkturen der deutsch-französischen Annäherung, sondern darüber hinaus die Möglichkeit, Geschichte als konstruktive Störung in bilateralen Versöhnungsprozessen zu erfahren.

Zwischen Kollektivschuldthese und völkerverbindenden Ansätzen

Die Siegermächte taten sich nach Kriegsende schwer damit, dem deutschen Widerstand moralisch-rechtliche Legitimation und politische Bedeutung zuzusprechen. Vielmehr tabuisierten sie seinen Beitrag zur Geschichte des "Dritten Reiches" und hielten an der Kollektivschuld der Deutschen fest, die auch in Frankreich die dominierende Haltung gegenüber dem östlichen Nachbarn darstellte. So hütete sich gerade Charles de Gaulle nach der libération, exkulpatorische Vorlagen zu geben, welche die Deutschen als Anreiz für einen bruchlosen Marsch in eine postfaschistische Gesellschaft auffassen bzw. zur Selbststilisierung als Opfer des NS-Regimes hätten nutzen können. Anders stellte sich schon die Situation für die französische Militärregierung in ihrer Zone dar, wo Wiederaufbau und Entnazifizierung die Identifizierung unbelasteter Deutscher aus Widerstand und Verweigerung erforderten, um sie umgehend in den Demokratisierungsprozess einzubinden.[5]

Auch in der französischen Öffentlichkeit blieb die Kollektivschuldthese nicht die einzige Reaktion, wie die Sondernummer der von Jean-Paul Sartre herausgegebenen Zeitschrift "Les Temps modernes" vom August/September 1949 dokumentiert.[6] Diese mit zeitlicher Verzögerung erschienene Ausgabe reflektierte die vielfältigen Motivationen der deutschen Widerständler und konzentrierte sich ihrem linken Anspruch folgend auf den Widerstand der Arbeiterbewegung, ohne dem 20. Juli trotz einer kritischen Würdigung die Legitimation zu verweigern. "Les Temps modernes" gehörte damit zu jenen intellektuellen Strömungen in Europa, die sich nach dem Zusammenbruch der deutschen Herrschaft an der öffentlichen Erinnerung und mentalen Auseinandersetzung mit den von den Nationalsozialisten betriebenen bzw. ausgelösten Formen von Verfolgung, Verbrechen und Widerstand beteiligten. Dieses auch in Frankreich zu beobachtende Interesse an der geistigen Überwindung des Nationalsozialismus[7] kam in der Übersetzung von Schriften zum Ausdruck, in denen überlebende Hitlergegner und Familienangehörige von Ermordeten den Nachweis eines "anderen" Deutschland erbringen wollten.[8] Darüber hinaus war es dem interessierten Leser über die französischen Ausgaben zweier autobiografischer Zeugnisse aus dem Kreis der Verschwörergruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg möglich, sich einen Eindruck von den verschlungenen Wegen zu verschaffen, die Mitglieder preußischer Adelsfamilien in den Widerstand und zum Entschluss geführt hatten, sich am Attentat vom 20. Juli 1944 zu beteiligen.[9]

Maxime Mourin,[10] der sich 1948 auf den militärischen und aristokratischen Widerstand konzentrierte und für seine Darstellung die unmittelbar nach Kriegsende erschienenen Bücher als Quellengrundlage nutzte, wies zugleich auf die Problematik dieser Schriften hin, die nicht nur die Existenz eines "anderen" Deutschlands bezeugen wollten, sondern auch von apologetischen Gedanken motiviert gewesen seien. Mourin weigerte sich, den deutschen Widerstand auf eine Stufe mit den Widerstandsbewegungen in den anderen europäischen Ländern zu stellen. Seine Vorbehalte verweisen auf die nachlassende Bindekraft der Neuordnungsgedanken aus dem europäischen Widerstand, dessen Vertreter sich noch während des Krieges für eine europäische Föderation, die friedliche Beteiligung des deutschen Volkes am europäischen Leben und die Notwendigkeit einer deutsch-französischen Versöhnung ausgesprochen hatten.[11] In der französischen Innenpolitik gerieten die auf Solidarität und Brüderlichkeit beruhenden europäischen Föderationskonzepte unter die Räder des sich deutlich herausbildenden Dualismus zwischen Gaullisten und Kommunisten und ihrer betont nationalen Politik. In dieser Hochphase instrumentalisierter Geschichtsbilder mit dem für jene Zeit so charakteristischen Bemühen um dichotomische Weltbilder gingen manche sogar so weit, die Existenz eines deutschen Widerstandes gänzlich in Frage zu stellen, wie Edgar Wolfrum schreibt: "Je geschlossener das 'Nazi-Volk' präsentiert wurde, um so eindrucksvoller ließ sich die historische Leistung der Franzosen - die Résistance und die Libération des Vaterlandes - herausstreichen."[12]

Dieser die französische Innenpolitik bestimmende geschichtspolitische Konkurrenzkampf um das Erbe der Résistance ließ in der Folge nur wenig Platz für eine Rezeption des deutschen Widerstandes, der in Frankreich in den fünfziger Jahren in Vergessenheit geriet und bis in die sechziger Jahre aus dem öffentlichen Diskurs verdrängt wurde. Wie wir ausführlich sehen werden, barg der von der Résistance ausgehende Perzeptionsrahmen aber bereits die Keimzelle für einen offeneren Blick auf den deutschen Widerstand: Trotz aller parteipolitischen und ideologischen Rivalitäten, die sich um den Résistance-Mythos als Gründungsideologie der IV. Republik rankten und den innerfranzösischen "Kalten Krieg" bestimmten, sprachen weder die Vertreter des äußeren noch die des inneren Widerstands ihren zu politischen Widersachern gewordenen ehemaligen "Kampfgenossen" die Legitimation ab.[13]

Gab es einen deutschen Widerstand?

Weil die Auseinandersetzung der Deutschen mit ihren Widerständlern auch von den Franzosen als Gradmesser für gesellschaftliche Veränderungen und die politische Bewusstseinsentwicklung wahrgenommen wurde, musste es Reaktionen herausfordern, als in der Bundesrepublik ab Anfang der fünfziger Jahre der militärische Widerstand immer mehr in den Mittelpunkt gerückt wurde und Bundespräsident Theodor Heuss am 20. Juli 1954 den "Opfergang" der Männer um Stauffenberg als Voraussetzung dafür bezeichnete, dass "die Scham, in die Hitler uns Deutsche gezwungen hatte, (...) vom besudelten deutschen Namen wieder weggewischt" worden sei.[14]

Positive Traditionsstiftung betrieb auch Konrad Adenauer, als er den vor allem moralisch gemeinten Ausspruch bei Henning von Tresckow, das Attentat gegen Hitler werde Deutschland helfen, den Weg in den Kreis der zivilisierten Nationen zurückfinden, in ein außenpolitisches Vermächtnis und die Hoffnung der Regimegegner in einen politischen Anspruch überführte.[15] Karl Dietrich Erdmann hatte den "Putsch" 1959 als Akt bezeichnet, welcher "der ältesten und opferreichsten Widerstandsbewegung in Europa ihren historischen Rang" wiedergegeben habe;[16] der nationalbewusste Emigrant Hans Rothfels sprach von "sittlichen und religiösen Antrieben" und warf gleichzeitig den Alliierten vor, den deutschen Widerstandskämpfern mit diskreditierender Ignoranz begegnet zu sein.[17] Schnell wurden diese dem damaligen bundesrepublikanischen Mainstream der Widerstandsforschung zuzuordnenden Studien ins Englische und Französische übersetzt, so dass Interpretationen, die den 20. Juli zum Höhepunkt der Widerstandsaktivitäten stilisierten, um sie "generalisierend als antitotalitäres Verhalten zu charakterisieren und undifferenziert mit der Vorstellung von der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu verknüpfen",[18] durch den Abbau der Sprachbarriere dem Ausland zugänglich waren.[19]

Die von der Totalitarismustheorie geprägte westdeutsche Widerstandsforschung traf in Frankreich auf einen antifaschistischen Grundkonsens, der zu intellektuellen Inkompatibilitäten und asynchronen Deutungsmustern führte. Es muss als Reaktion auf die geschichtspolitischen Debatten in der Bundesrepublik um ihre normativen Grundlagen verstanden werden,[20] dass sich Gilbert Badia, Germanist und Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs, weigerte, den Männern des 20. Juli das Attribut des Widerstandskämpfers zuzugestehen, und das Widerstandsspektrum weit nach links ausdehnte. Von der Faschismustheorie der Kommunistischen Internationalen aus der Zwischenkriegszeit ausgehend, bezeichnete Badia das Attentat als "Komplott" innerhalb der auch vonihm ausschließlich ökonomisch definierten "Schicht" der "Monopolkapitalisten", die sich, als sich die Niederlage des von ihnen bis dahin mitgetragenen Krieges immer deutlicher am Horizont abgezeichnet habe, zur Tat entschlossen hätten, um durch die Ermordung Hitlers einer soziopolitischen Umwälzung zuvorzukommen. Indem er ihre zögerliche Haltung und ihren Mangel an Führung als Ursachen für das Scheitern des Attentats interpretierte, hatte er sich selbst die Vorlage gegeben, den "antifaschistischen", d.h. kommunistischen Widerstand mit seinen internationalistischen Verflechtungen in einem umso helleren Licht erstrahlen zu lassen. Das frühe Abtauchen der deutschen Kommunisten in den Untergrund unter kontinuierlicher Anleitung durch die KPD und die hohe Zahl ihrer Opfer gebe ihnen neben wenigen anderen das Recht, als Widerständler bezeichnet zu werden. Mit dieser politisch determinierten Darstellung nahm Badia Position in der deutsch-deutschen Erinnerungskonkurrenz und verortete das "andere", "bessere" Deutschland in der DDR, wo er sein Vermächtnis sorgsam gepflegt sah. Durch den Umweg über Deutschland ließ er einen Subtext einfließen, mit dem er in der innerfranzösischen Auseinandersetzung die Kommunisten als die eigentlichen Erbverwalter der Résistance darstellen konnte.

Die Reserven innerhalb der internationalen Widerstandsforschung gegen die oft apologetischen Interpretationen in der Bundesrepublik beschränkten sich aber nicht nur auf das kommunistische Lager, sondern waren auch bei "bürgerlichen" Historikern anzutreffen, wie sich auf dem ersten internationalen Kongress zur Geschichte des europäischen Widerstands im Jahre 1958 in Lüttich zeigte. Obwohl der von den Organisatoren eingeladene Helmut Krausnick vom Münchener Institut für Zeitgeschichte als unbescholtener und unangefochtener Kenner der Materie galt, kam es schon in den ersten Minuten seines Vortrags zu einem Tumult im Saal. Die Aufnahme der von ihnen als jämmerlich klein wahrgenommenen deutschen "Opposition" in den Kreis der europäischen Widerstandsbewegungen hielten nicht nur die französischen Teilnehmer für unerträglich, so dass sie den Saal unter Protest verließen.[21]

Der französische Historiker Henri Michel, Vertreter eines gaullistischen Geschichtsbildes und im Umgang mit seinen deutschen Kollegen von herablassender Art, wie einer der Gründerväter der französischen Zeitgeschichtsschreibung, François Bédarida, beobachtet hatte, baute 1961 demonstrativ einen Gegensatz zwischen dem europäischen Widerstand und der deutschen Opposition gegen Hitler auf. Deren Organisation bezeichnete er als schematisch und dürftig bezeichnet, um anschließend historischen Überhöhungen und politisch-moralischen Entlastungsstrategien ein Ende zu bereiten: "Die Opposition beschränkte sich auf Konspirationen und Komplotte. In ihre Aktionen war immer nur eine begrenzte Anzahl von Verschwörern eingebunden. Ihr Hauptziel war Adolf Hitler, von dem sie Deutschland befreien wollten, vor allem von dem Zeitpunkt an, als sich allgemein die Überzeugung breit macht, dass er Deutschland in die Niederlage führt."[22]

Die mit diesem Urteil vollzogene Entsorgung des deutschen Widerstands gibt eine Vorstellung davon, wie die Erinnerung an die années noires (1940 - 1944/45) durch die Debatten um die bundesdeutsche Wiederbewaffnung aufgefrischt worden war und auch Anfang der sechziger Jahre noch in die französische Erinnerungskultur hineinwirkte. Die Gegenwart ehemaliger Wehrmachtsgeneräle in der Bundeswehr verstand nicht nur Michel als Kontinuität des preußisch-deutschen Militarismus; sie schürte fortwährenden Argwohngegenüber dem gesellschaftlichen Milieu derVerschwörer vom 20. Juli und ihren Traditionen, die Frankreich durch seine Entnazifizierungspolitik (déprussification) nach 1945 beseitigen wollte.

Die 1955 in Frankreich von dem Résistance-Verlag "Les Éditions de Minuits" publizierten Erinnerungen von Inge Aicher-Scholl an die "Weiße Rose" sind zum einen die Ausnahme von der Regel, sie sind zum anderen aber auch als Missbilligung der westdeutschen Widerstandsforschung zu verstehen, denn mit dieser Würdigung des studentischen Widerstandes auf Augenhöhe der französischen Résistance wurde die dem 20. Juli in der Bundesrepublik zugeschriebene historische Bedeutung infrage gestellt.[23] Im Vorwort interpretierte der Philosoph Gabriel Marcel, Vertreter eines katholischen Existenzialismus, die Grundüberzeugung, dass keine Staatsmacht und keine Weltanschauung das Recht habe, die Würde des Menschen anzutasten, als universellen ethischen Wert, welcher der "Weißen Rose" den Weg in den Adelsstand des europäischen Widerstandes ebne. Zwar trug diese Übersetzung dazu bei, dass sich das französische Deutschlandbild weiter ausdifferenzieren konnte, doch kann sie auch als Absage an breite Tendenzen in der bundesdeutschen Öffentlichkeit der fünfziger Jahre gedeutet werden, den Widerstand weiterhin als "Verrat" zu interpretieren.

Der deutsche Widerstand in der auswärtigen Kulturpolitik der Bundesrepublik in Frankreich

Die sich herausbildende symbolbeladene Bedeutung des Widerstandes für das Deutschlandbild im Ausland bewog die Verantwortlichen der auswärtigen Kulturpolitik in Bonn seit Anfang der sechziger Jahre, über regierungsamtliche Stellen und derauswärtigen Kulturarbeit verpflichtete Mittlerorganisationen Einfluss auf die Diskussionen zu gewinnen. Ausgewählte Ergebnisse der bundesdeutschen Widerstandsforschung wurden ins Englische und Französische übersetzt, um sie gezielt an ausländische Multiplikatoren zu versenden. Zu den ersten dieser Übersetzungen gehörte eine Buchausgabe der erweiterten Sondernummer der Wochenzeitung "Das Parlament" zum 20. Juli 1944,[24] die 1960 in einer von Erich Zimmermann und Hans-Adolf Jacobsen überarbeiteten Version von der Bundeszentrale für Heimatdienst, der heutigen Bundeszentrale für politische Bildung, neu herausgegeben[25] und vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung zur Übersetzung in Auftrag gegeben wurde.[26]

Diese Form der Kulturarbeit erwies sich jedoch in der Folge als transnationales Auslaufmodell und wich nach und nach einer Vermittlungspraxis, die sich bereits in den sechziger Jahren durch steigende interkulturelle Sensibilität auszuzeichnen begann und einen Dialog zwischen Außen- und Innenperspektive einleitete. So veröffentlichte die Mittlerorganisation Inter Nationes 1964 eine von Richard Mönnich zusammengestellte Bibliographie in französischer und englischer Sprache, in die er vor allem Studien ausländischer Historiker zum Widerstand gegen Hitler aufgenommen hatte. Dieselbe Organisation bereitete 1966 eine Geschichte des deutschen Widerstandes von Prinz Hubertus zu Löwenstein für das anglo- und frankophone Ausland auf, so dass die Leser aus der Feder eines Vertreters der deutschen Emigration über den nationalkonservativen und militärischen Widerstand hinaus Einzelheiten über die anderen Widerstandsgruppen und die deutsche Emigration erfuhren.[27]

Diese Entwicklung deutete auf kulturpolitische Lernprozesse hin, die in den sechziger Jahren noch von mentalen Ungleichzeitigkeiten in der Arbeit der Akteure bundesdeutscher Kulturpolitik im Ausland und Aushandlungsprozessen zwischen ihnen geprägt waren. Einen Einblick in diese Praxis vermitteln die Reaktionen auf die zweiteilige Dokumentation "Ces hommes de l' espérance", welche Marianne Oswald, französische Filmautorin und ständige Mitarbeiterin von Radio-Télévision Française (RTF), aus Anlass des 20. Jahrestages des 20. Juli vorbereitet hatte. Wie wenig die französische Öffentlichkeit zu diesem Zeitpunkt darüber wusste, konnte die Filmemacherin aus Reaktionen entnehmen, die ihr nach der Ausstrahlung in großer Anzahl zugingen. Sie berichtete bundesdeutschen Botschaftsangehörigen von Briefschreibern, die über den Bildschirm "eine ganz neue Erkenntnis über Deutschland gewannen, die sie vorher nie für möglich gehalten hätten"[28].

Im Vorfeld der beiden Sendungen (19. und 26. März 1964), in denen mit Carlo Schmid und Alfred Grosser auch zwei der wichtigsten Mittlerpersönlichkeiten des deutsch-französischen Annäherungsprozesses zu Wort kamen,[29] hatte sie beim Presse- und Informationsamt der Bundesregierung angefragt, ob nicht die Botschaft in Paris in Verbindung mit RTF zuvor einen Presseempfang im Centre National du Cinéma geben könne. Während diese Geste in Bonn im "Hinblick auf die Bedeutung des Filmstoffes" für angemessen gehalten wurde,[30] sahen die Diplomaten in Paris von einer solchen Veranstaltung ab. Diese Entscheidung hatte nichts mit der Thematik oder der Qualität des Films zu tun; ganz im Gegenteil: Botschafter Manfred Klaiber erinnerte sich an seine Zeit in Rom, in der er vergebens nach einem "wirkungsvollen Film" über den deutschen Widerstand Ausschau gehalten habe. Die reservierte Haltung der Botschaft sollte eher der Wirkung des Films zugute kommen, wusste Klaiber doch von den Mitarbeitern des französischen Fernsehens zu berichten, "die im allgemeinen nicht im Ruf stehen, Deutschland besonders wohl gesonnen zu sein". Aus diesem Grund wollte er Unterstellungen zuvorkommen, "es könne sich um eine von Deutschland gesteuerte oder gar finanzierte Aktion" handeln.[31] Neben der ästhetischen Qualität schien die offizielle Zurückhaltung der beachtenswerten Resonanz zugute gekommen zu sein, wie aus den Erinnerungen von Alfred Grosser hervorgeht: Als die Dokumentation am 10. November 1964 in der Pariser Sorbonne gezeigt wurde, mussten die Türen eines zweiten Hörsaales geöffnet werden, um den 1200 Interessierten ausreichenden Platz zu bieten.[32]

Neben diesem neuen öffentlichen Interesse wandten sich auch Historiker in Frankreich dem deutschen Widerstand zu. Dass die Männer des 20. Juli 1944 nach Auffassung von Alain Desroches die Ehre des großen deutschen Volkes gerettet und vor der Nachwelt rehabilitiert hätten,[33] deutet auf einen Perzeptionswandel hin, der von bundesdeutschen Institutionen der politischen Bildungsarbeit aufmerksam beobachtet wurde und sich in der "offiziellen" Widerstandsdeutung niederschlug. Nachdem die Bundeszentrale für Heimatdienst in den fünfziger Jahren eher durch apologetische Deutungen aufgefallen war,[34] förderte die Öffnung der Jubiläumspublikationen für ausländische Historiker eine differenziertere Sichtweise durch die Einbeziehung anderer nationaler Traditionsbestände. Einen exemplarischen Einblick bietet der Beitrag des französischen Historikers Maurice Baumont, der 1963 eine Monographie über den 20. Juli veröffentlicht hatte, in der er mit Bezug auf Theodor Heuss die moralische Dimension des Attentates hervorgehoben und sich explizit gegen Stimmen in der Bundesrepublik und in der DDR gewandt hatte, die den "Verschwörern" den Status des Widerstandskämpfers absprachen.[35] Ein Jahr später gehörte er neben drei deutschen Historikern zu den insgesamt acht Autoren der zum 20. Jahrestag des 20. Juli veröffentlichten Ausgabe von "Aus Politik und Zeitgeschichte" unter dem Titel "Gewissen gegen Gewalt". Weniger befangen als seine bundesdeutschen Kollegen zögerte er nicht, den "leidenschaftliche(n) Widerstand der Kommunisten"[36] hervorzuheben. Die moralische und wissenschaftliche Reputation eines Maurice Baumont, der in der Zwischenkriegszeit im Völkerbund tätig war und nach 1945 als Professor an der Sorbonne zu den intimen Kennern der deutsch-französischen Beziehungen gehörte, bürgte in gewisser Weise für die westdeutschen Kollegen.

Die Internationalisierung im Spannungsfeld weltanschaulicher Konkurrenz setzte sich auch 1969 fort, als das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung eine Anthologie zum 20. Juli 1944 unter der Leitung von Hans-Adolf Jacobsen publizierte, in die auch der sowjetische Historiker Daniil Melnikow Aufnahme fand. Um die chiffrenartige Zusammenfassung des Widerstandes gegen Hitler im "20. Juli" und seine Funktion als antitotalitärer Stützpunkt eines demokratischen Nationalbewusstseins in der Bundesrepublik[37] nicht infrage zu stellen, gab Jacobsen in seinem Vorwort als "Lesehilfe" ein geschichtspolitisches Interpretationsraster vor, für dessen Rechtmäßigkeit die ausländischen Historiker - Frankreich war wiederum durch Baumont vertreten - einstehen sollten: "Denn es geht letzten Endes um die tiefere Erkenntnis, dass der Widerstand in Deutschland trotz seines Scheiterns als Symbol einer freiheitlich-rechtsstaatlichen Gesinnung gesiegt hat."[38]

Es kann als Reaktion auf das weithin dominierende "antitotalitäre" Deutungsmuster verstanden werden, den Widerstandsbegriff fast singulär am 20. Juli 1944 zu orientieren, dass Historiker wie Henri Bernard und Gérard Sandoz in den folgenden Jahren neue Darstellungen vorlegten, dabei jedoch quasi als "antifaschistische" Gegenreaktion ein idealisiertes Bild zeichneten, das mehr vom politischen Bewusstsein der Autoren als vom Willen zur Historisierung bestimmt war, so dass sie die Komplexität der "Dialektik von Mitmachen und Widerstehen, von Zusammenarbeit und Verweigerung, von Loyalität und Opposition" (Klaus Hildebrand) nur ungenügend einfingen.[39]

Konvergenz und Kooperation

Wenn sich auch die Widerstandsdeutungen französischer und westdeutscher Historiker in den achtziger Jahren angenähert hatten, so bedurfte es erst der deutschen Vereinigung und der Entideologisierung der Geschichtswissenschaft, um der Konvergenz in der Widerstandsforschung den Weg zu bahnen. Zu ihrer Grundlage wurde die institutionelle Vernetzung von vergleichender Forschung zu Widerstand bzw. Résistance in Deutschland und Frankreich und eine damit einhergehende Tiefen- und Breitenwirkung in der Öffentlichkeit. Ausgangspunkt war der 50. Jahrestag des 20. Juli, zu dem die deutsch-französische Zeitschrift "Documents" eine Themennummer vorlegte,[40] die am 21. Juli 1994 am Goethe-Institut in Lille vorgestellt wurde und Signalwirkung besaß.

Ein Jahr später erwuchs aus einer im September 1994 unterzeichneten Vereinbarung zwischen Paris und Berlin eine Kooperation zwischen der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und dem im März 1995 ins Leben gerufenen Mémorial du Maréchal Leclerc de Hautecloque et de la Libération de Paris - Musée Jean-Moulin. Erstes sichtbares Ergebnis dieser Zusammenarbeit war die Ausstellung "Des Allemands contre le nazisme, 1933 - 1945", die der interessierten Öffentlichkeit in einer für Frankreich adaptierten Fassung zuerst in Paris (November 1995) und dann in verschiedenen französischen Provinzstädten präsentiert wurde.[41] Das Kulturabkommen zwischen den Hauptstädten war Ausgangspunkt für ein wissenschaftliches Kolloquium, das im Mai 1996 mit Unterstützung und durch Zusammenarbeit von offiziellen Stellen und wissenschaftlichen Institutionen in Paris stattfand. Zum ersten Mal trafen sich deutsche und französische Historiker mit Zeitzeugen aus den verschiedenen Widerstandsgruppen, um zum einen aus transnationaler Sicht die Existenz eines Allemagne autre que celle du nazisme zu bezeugen, zum anderen, um das Ende verschiedener Legenden einzuläuten.[42] Dass die Anstrengungen der neunziger Jahre auf beiden Seiten des Rheins kein wissenschaftliches Strohfeuer blieben, sondern Ausgangspunkt für eine interpretative Konvergenz und eine bis heute lebendige Kooperation waren,[43] bezeugt der Sammelband über Frauen in der Résistance in Frankreich, unter ihnen auch deutsche Frauen,[44] sowie eine gerade abgeschlossene Ausstellung in Paris über Attentate gegen Hitler.[45]

Um die Forschungsergebnisse zum deutschen Widerstand der nachwachsenden Generation zugänglich zu machen, wurden in den neunziger Jahren vor allem gesellschaftliche bzw. schulische Multiplikatoren in die Erinnerungsarbeit eingebunden. Diesem Bemühen entsprach die Entscheidung, das "Dritte Reich" (1996/97) und "Widerstand und Exil" (1997/98) als Landeskundethemen in die staatlich-zentralisierten Lehrerexamina CAPES und Agrégation (Germanistik) aufzunehmen.[46] Von 2000 an legten darüber hinaus drei französische Germanisten Gesamtdarstellungen zum deutschen Widerstand vor, die von einem ideengeschichtlichen Ansatz Ursprünge und Praktiken widerständigen Verhaltens zwischen 1933 und 1945 zu erklären versuchen.[47] Während sich Gilbert Merlio und Barbara Köhn der Historisierung ihres Gegenstandes verpflichtet fühlen, stehen in der Studie von Gilbert Badia trotz aller Mäßigung im Urteil und veränderten Schwerpunktsetzungen auch heute noch politisch motivierte Fragestellungen im Vordergrund, die bei dem (in der Tat defizitären) Forschungsstand der siebziger Jahre ansetzen und mit denen der Autor einen "Ausgleich" zu von bundesdeutschen Historikern "willentlich" gelassenen Forschungslücken schaffen will. Dagegen wirkt es wie ein demonstrativer Akt gegen ideologische Vereinnahmung und politisch motivierte Einschränkungen des Widerstandsspektrums in Frankreich und Deutschland, dass die bereits 1953 erschienene Erzählung "Der lautlose Aufstand" von Günther Weisenborn 2000 in französischer Übersetzung erschien, gehörte der Autor seinerzeit doch zu den wenigen, die den Arbeiterwiderstand in ihre Erwägungen miteinbezogen.[48]

Das populärwissenschaftliche Interesse für eine résistance inconnue bzw. für Einzelschicksale unbekannter Männer und Frauen im Widerstand[49] zeugt von einem Streben nach kontinuierlicher Differenzierung des Widerstandsbildes in Frankreich[50] und dem in Deutschland festzustellenden Bemühen, das gesamte Spektrum des Kampfes gegen den Nationalsozialismus zu erfassen und dieses auch französischen Schülern zugänglich zu machen, die in ihren Geschichtsbüchern nach wie vor nur wenig über die Thematik erfahren. Zu diesem Zweck organisierten aus Anlass der Eröffnung der Ausstellung "Vom Widerstand zur Demokratie - De la Résistance à la démocratie" im Februar 2002 in Toulouse die Berliner Gedenkstätte und die Universität Toulouse-Le Mirail ein vom Deutsch-Französischen Jugendwerk[51] unterstütztes trinationales Treffen mit polnischer Beteiligung, in dem sich Studenten mit der Widerstandsarbeit von Deutschen und Polen in der Résistance beschäftigten. Der Diskussion um Widerstand im Namen universeller Werte im Spannungsfeld unterschiedlicher nationaler Interpretationen kommt in diesen Veranstaltungen nicht nur eine Brückenfunktion in die Vergangenheit zu, sondern wird von den Veranstaltern auch als identitätsstiftendes Mittel genutzt, um eine gemeinsame europäische Zukunft zu gestalten.

Widerstand als Fähigkeit zum "Nein-Sagen", weil das Gewissen keinen anderen Ausweg mehr zulässt, eine Haltung, welche in Frankreich in Charles de Gaulle (L'homme qui a dit 'non') seine Personifizierung findet, betonte auch die eingangs genannte ehemalige französische Europaministerin Noëlle Lenoir in ihrer Ansprache für Freiherr von Boeselager. Sie ordnete sie jenen Grundwerten zu, auf denen die europäische Integration beruhe. Auch wenn es aus Versöhnungsperspektive zu begrüßen ist, dass die Existenz eines "anderen" Deutschlands heute in Frankreich nicht mehr in Frage gestellt wird und dem Thema Widerstand eine grenzüberschreitende, identitäre Brückenfunktion zukommt, so sollte eine Frage nicht aus den Augen verloren werden: Warum blieb der Widerstand gegen Hitler ein "Widerstand ohne Volk", wenn nicht alle Deutschen ein Herz aus Stein hatten, wie es in einem jüngst übersetzten Zeitzeugenbericht heißt?[52]

Fazit

Dem Kampf gegen die Besatzer kam in der französischen Nachkriegsgesellschaft eine enorme politische und symbolische Bedeutung zu; er ließ die Résistance zu einem positiven Anknüpfungspunkt nationaler Identität werden. Die Durchsetzung einer neuen nationalen "Meistererzählung" mit ihren Mythen und Legenden brauchte Abgrenzung und leistete Vorschub für die Kollektivschuldthese und eine antideutsche Grundstimmung.

Dass in den transnationalen Kommunikationskanälen lange Zeit nur wenig Platz für eine angemessene Würdigung des deutschen Widerstandes zur Verfügung stand, lag nicht zuletzt auch an den Ungleichzeitigkeiten im Umgang mit den Totalitarismen des 20. Jahrhunderts. Während der nationalkonservative Widerstand bzw. der 20. Juli 1944 in der Bundesrepublik als Ausdruck antitotalitären Handelns überhöht wurde, dominierte im französischen Intellektuellenmilieu eine antifaschistische Grundhaltung, die sich erst nach dem von Alexander Solschenizyn 1974 ausgelösten "Gulag-Schock" in einen antitotalitären Grundkonsens weiterentwickelte.

Diese diskursiven und intellektuellen Inkompatibilitäten versuchten Adenauer und de Gaulle seit Anfang der sechziger Jahre zu überwinden, indem sie weiterhin existierende Tabuthemen hinter einem "versöhnenden" Schlussstrichdiskurs überspielten. Die Grundlage für eine transnationale Interaktion in der Widerstandsforschung förderten sie mit dieser geschichtspolitisch motivierten Entscheidung jedoch nicht, so dass es erst eines Generationswechsels und einer damit einhergehenden Entmythologisierung bedurfte, um die Historisierung des Widerstands in den neunziger Jahren gemeinsam anzugehen.

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Fußnoten

1.
Vgl. Joseph Rovan, Des Allemands contre Hitler, in: L'Histoire, 171 (1993), S. 22 - 25.
2.
Zit. nach: Gerd Kröncke, Merci für den Major. Frankreich ehrt den letzten lebenden Offizier des 20. Juli, in: Süddeutsche Zeitung vom 31.1.2004; Redetext: Frankreich ehrt den deutschen Widerstand. Rede der Europaministerin Noëlle Lenoir, 28.1.2004, in: Dokumente, 60 (2004) 1, S. 105.
3.
Vgl. Christoph Conrad/Sebastian Conrad (Hrsg.), Die Nation schreiben. Geschichtswissenschaft im internationalen Vergleich, Göttingen 2002, S. 17.
4.
Vgl. zu den Anfängen der Beschäftigung mit dem deutschen Exil in Frankreich: Ulrich Pfeil, Die "anderen" deutsch-französischen Beziehungen. Die DDR und Frankreich 1949 - 1990, Köln 2004, S. 228ff.
5.
Vgl. Edgar Wolfrum, Frankreich und der deutsche Widerstand gegen Hitler 1944 - 1964. Von der Aberkennung zur Anerkennung, in: Gerd R. Ueberschär (Hrsg.), Der 20. Juli. Das "andere Deutschland" in der Vergangenheitspolitik, Berlin 1998, S. 68 - 81, hier: S. 73ff.; Hanne Stinshoff/Edgar Wolfrum, Résistance allemande? Der deutsche Widerstand im Gedächtnis Frankreichs 1944 - 2000, in: Gerd R. Ueberschär (Hrsg.), Der deutsche Widerstand gegen Hitler. Wahrnehmung und Wertung in Europa und den USA, Darmstadt 2002, S. 39 - 52; Bernard Ludwig, L'image de la résistance allemande en France depuis 1945, in: Bulletin d'information de la Mission historique française en Allemagne, 34 (1998), S. 44 - 54.
6.
Les Temps modernes, 5 (1949) 46/47.
7.
Vgl. als zeitgenössische Zusammenstellung über die Rezeption des deutschen Widerstandes im Ausland: Friedrich Siegmund-Schultze, Die deutsche Widerstandsbewegung im Spiegel der ausländischen Literatur, Stuttgart 1947.
8.
Vgl. Ernst Wiechert, Le Bois des morts, Paris 1947; Eugen Kogon, L'enfer organisé. Le système des camps de concentration, Paris 1947; Hans Bernd Gisevius, Jusqu'à la lie, Paris 1947; Allen W. Dulles, L' Allemagne souterraine, Genf - Paris 1947; Günther Weisenborn, Mémorial, Paris 1950.
9.
Vgl. Ulrich von Hassell, D'une autre Allemagne. Journal posthume 1938 - 1944, Paris - Neuchâtel 1946; Fabian von Schlabrendorff, Officier contre Hitler, Paris 1948.
10.
Vgl. Maxime Mourin, Les complots contre Hitler (1938 - 1945), Paris 1948.
11.
Vgl. Franz Knipping, Rom, 25. März 1957. Die Einigung Europas, München 2004, S. 38.
12.
E. Wolfrum (Anm. 5), S. 72.
13.
Vgl. Henry Rousso, Le syndrome de Vichy de 1944 à nos jours, Paris 19902, S. 315; Etienne François, Die späte Debatte um das Vichy-Regime und den Algerienkrieg in Frankreich, in: Martin Sabrow u.a. (Hrsg.), Zeitgeschichte als Streitgeschichte. Große Kontroversen seit 1945, München 2003, S. 264 - 287.
14.
Theodor Heuß, Vom Recht zum Widerstand, in: ders., Geist der Politik, Frankfurt/M. 1964, S. 45 - 55.
15.
Vgl. Peter Steinbach, Widerstand im Widerstreit. Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus in der Erinnerung der Deutschen, Paderborn 20012, S. 372ff.
16.
Karl Dietrich Erdmann, Handbuch der deutschen Geschichte, Bd. 4, Die Zeit der Weltkriege, Stuttgart 19598, S. 306.
17.
Vgl. Hans Rothfels, Die deutsche Opposition gegen Hitler, Frankfurt/M. 1964, S. 15f., S. 159.
18.
Gerd R. Ueberschär, Von der Einzeltat des 20. Juli 1944 zur "Volksopposition"? Stationen und Wege der westdeutschen Historiographie nach 1945, in: ders., Der 20. Juli (Anm. 5), S. 123 - 157, hier: S. 126.
19.
Vgl. Gerhard Ritter, Échec au dictateur. Histoire de la Résistance allemande, Paris 1956; Wilhelm von Schramm, Les Généraux contre Hitler. Le 20 juillet à Paris, Paris 1956.
20.
Vgl. Gilbert Badia, Histoire de l' Allemagne contemporaine 1933 - 1962, Paris 1962, S. 191ff.
21.
Vgl. François Bédarida, Les résistants allemands, in: L' Allemagne de Hitler 1933 - 1945, Paris 1991, S. 366 - 383; ders., L' évolution historiographie, in: Christine Levisse-Touzé/Stefan Martens (Hrsg.), Des Allemands contre le nazisme. Oppositions et résistances 1933 - 1945, Paris 1997, S. 313 - 321, hier: S. 313f.
22.
Henri Michel, Les mouvements clandestins en Europe (1938 - 1945), Paris 1961, S. 50.
23.
Vgl. Inge Scholl, La Rose blanche. Préface de Gabriel Marcel, Paris 1955.
24.
Vgl. 20. Juli 1944, hrsg. von der Bundeszentrale für Heimatdienst, Bearbeiter: Hans Royce, Bonn 1953.
25.
Vgl. 20. Juli 1944, hrsg. von der Bundeszentrale für Heimatdienst. Neubearbeitet und ergänzt von Erich Zimmermann und Hans-Adolf Jacobsen, Bonn 1960.
26.
Vgl. Erich Zimmermann/Hans-Adolf Jacobsen (Hrsg.), Germans against Hitler: July 20, 1944, Bonn 1960; dies. (Hrsg.), La résistance allemande contre Hitler: 20 juillet 1944, Bonn 1961.
27.
Vgl. Prince Hubertus de Löwenstein, La résistance allemande, Bad Godesberg 1966.
28.
Botschafter Manfred Klaiber an AA, 2.4.1964, Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes (PA/AA), B 24, Bd. 523, Bl. 36 - 38.
29.
Vgl. Ces Hommes de l' Espérances. Une évocation de la résistance allemande au national-socialisme, Paris 1964.
30.
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung an AA, 11.2.1964. PA/AA, B 24, Bd. 523, Bl. 30.
31.
Bundesdeutsche Botschaft in Paris an Auswärtiges Amt, 2.4.1964, PA/AA, B 24, Bd. 523, Bl. 36 - 38.
32.
Vgl. Alfred Grosser, Réflexions, in: Ch. Levisse-Touzé/St. Martens (Anm. 21), S. 343 - 351, hier: S. 343f.
33.
Vgl. Alain Desroches, Opération Walkyrie. Les Patriotes Allemands contre Hitler, Paris 1966.
34.
Vgl. Die Wahrheit über den 20. Juli, hrsg. von der Bundeszentrale für Heimatdienst, Bonn 1954.
35.
Vgl. Maurice Baumont, La grande conjuration contre Hitler, Paris 1963, S. 238ff.
36.
Maurice Baumont, Erhebung einer Elite gegen Tyrannei, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 29/1964, S. 20 - 23.
37.
Vgl. Aleida Assmann/Ute Frevert, Geschichtsvergessenheit - Geschichtsversessenheit. Vom Umgang mit deutschen Vergangenheiten nach 1945, Stuttgart 1999, S. 198ff.
38.
Hans-Adolf Jacobsen, 20. Juli 1944. Die deutsche Opposition gegen Hitler im Urteil der ausländischen Geschichtsschreibung. Eine Anthologie, Bonn 1969, S. 6.
39.
Vgl. Henri Bernard (Hrsg.), L' autre Allemagne. La résistance allemande à Hitler, Paris 1976; Gérard Sandoz, Ces Allemands qui ont défié Hitler, 1933 - 1945, Paris 1980. Alternativ verfügten französische Leser in den achtziger Jahren über das Standardwerk von Peter Hoffmann, La Résistance allemande contre Hitler, Paris 1984 (orig. München 19793).
40.
Vgl. "Non à Hitler. Oppositions et résistances contre le régime nazi", in: Documents, 49 (1994) 2.
41.
Vgl. den Ausstellungskatalog: Les musées de la ville de Paris (Hrsg.), Des Allemands contre le nazisme, 1933 - 1945, Paris 1995.
42.
Vgl. zur Vorgeschichte des dann veröffentlichten Bandes die einleitenden Worte in: Ch. Levisse-Touzé/St. Martens (Anm. 21).
43.
Es muss ebenso als Form von Anerkennung des deutschen Widerstandes gewertet werden, dass Hartmut Mehringer im Jahr 2000 für eine Überblicksdarstellung (Widerstand und Emigration. Das NS-Regime und seine Gegner, München 1997) den nach einem berühmten résistant benannten Prix Philippe Vianney erhielt.
44.
Vgl. Mechtild Gilzmer/Christine Levisse-Touzé/Stefan Martens (Hrsg.), Les femmes dans la Résistance en France, Paris 2003.
45.
"Conjurations et attentats contre Hitler", Paris, 8. November 2003 bis 25. April 2004.
46.
Vgl. die zur Vorbereitung der Studenten veröffentlichten Sammelbände: Gilbert Krebs u.a. (Hrsg.), Etat et société en Allemagne sous le IIIe Reich, Asnières 1997; François Knopper u.a. (Hrsg.), Le National-socialisme: une révolution?, Toulouse 1997; Gilbert Krebs u.a. (Hrsg.), Exil et Résistance au national-socialisme 1933 - 1945, Asnières 1998; Françoise Knopper u.a. (Hrsg.), Les résistants au IIIe Reich en Allemagne et dans l' exil. Pensée et action, Toulouse 1997; Hélène Roussel u.a. (Hrsg.), Exil, Résistance, "Autre Allemagne". L' opposition allemande au 3e Reich, Nanterre 1998.
47.
Vgl. Gilbert Badia, Ces Allemands qui ont affronté Hitler, Paris 2000; Gilbert Merlio, Les résistances allemandes à Hitler, Paris 20032; Barbara Koehn, La résistance allemande contre Hitler 1933 - 1945, Paris 2003.
48.
Vgl. Günther Weisenborn, Une Allemagne contre Hitler. Préface de Alfred Grosser, Paris 2000/2003.
49.
Vgl. Anne Sizaire, Les roses du mal. Résistants allemands au nazisme, Lyon 1995 und Paris 2000; Gilbert Merlio, Ces Allemandes qui luttèrent contre Hitler, in: Historia, 663 (2002).
50.
Vgl. Roland Pfefferkorn (Hrsg.) La résistance allemande contre le nazisme, Straßburg 1998; Un attentat contre Hitler. Procès-verbaux des interrogatoires de Johann Georg Elser, traduction et présentation de Bénédicte Savoy, Arles 1998; http://resistanceallemande.online.fr.
51.
Vgl. Hans Manfred Bock (Hrsg.), Deutsch-französische Begegnung und europäischer Bürgersinn. Studien zum Deutsch-Französischen Jugendwerk 1963 - 2003, Opladen 2003, S. 190.
52.
Vgl. Marie Kahle, Tous les Allemands n'ont pas un cur de pierre. Récit de la fuite de la famille Kahle hors de l'Allemagne nazie, Paris 2001 (What would you have done? The story of the escape of the Kahle family from Nazi-Germany, London 1945).