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Bürgergesellschaft / Stiftungen

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    Der Gerechtigkeit und Emanzipation verheißende deutsche Wohlfahrtsstaat stößt an seine Grenzen. Nach jahrzehntelangem Reformstillstand und der Ausdehnung der sozialen Sicherungssysteme auf das Gebiet der untergegangenen DDR sind seine Fehlentwicklungen offen zutage getreten. Angesichts der dramatischen demographischen Entwicklung sind Reformen dringend notwendig. Dabei ist Vorsicht geboten: Der erfolgreiche Sozialstaat bildete lange Zeit den legitimitätsgarantierenden Kern der deutschen Demokratie.

    Längst fühlen sich die Bürgerinnen und Bürger in die Pflicht genommen. Die politischen Parteien preisen nahezu unisono Eigenverantwortung, Subsidiarität und ehrenamtliches Engagement als Tugenden einer anbrechenden Bürgergesellschaft. Wahlergebnisse und Umfragen belegen indes, dass die Kakophonie immer neuer Reformankündigungen und Appelle von weiten Teilen der Bevölkerung als plan- und zielloser Leistungsabbau empfunden wird. Der Verdruss über die etablierte Politik wächst.

       
  • Hans-Georg Golz

    Editorial

    Der Gerechtigkeit und Emanzipation verheißende deutsche Wohlfahrtsstaat stößt an seine Grenzen. Können Stiftungen, Unternehmen, Beratergremien und Nichtregierungsorganisationen Lücken schließen, wo die klassische Politik zu versagen droht? Weiter...

    Jürgen Kocka

    Die Rolle der Stiftungen in der Bürgergesellschaft der Zukunft

    Zivilgesellschaft, Bürgergesellschaft ist ein alter Begriff. Er bezeichnete eine utopische Form des Zusammenlebens der Menschen als Bürgerinnen und Bürger, als citizens, die ohne allzu viel staatliche Gängelung selbständig, friedlich und gleichberechtigt miteinander umgehen. Weiter...

    Helmut Anheier, Anja Appel

    Stiftungen in der Bürgergesellschaft: Grundlegende Fragen zu Möglichkeiten und Grenzen

    Als eine besonders begrüßenswerte Form bürgerschaftlichen Engagements wird mit Stiftungen die Hoffnung verbunden, zusätzliche Ressourcen für die Gesellschaft nutzbar zu machen. Diese Hoffnung beruht auf Annahmen, die in der politischen Diskussion bisher übergangen wurden. Weiter...

    Lothar Böhnisch, Wolfgang Schröer

    Bürgergesellschaft und Sozialpolitik

    Der Konflikt zwischen der nicht mehr (für alle) integrativ wirkenden Sozialform Arbeit und dem digitalen Kapitalismus markiert eine Übergangsphase. Der bürgergesellschaftliche Diskurs muss sozialpolitisch eingebettet werden. Weiter...

    Holger Backhaus-Maul

    Corporate Citizenship im deutschen Sozialstaat

    Erst Mitte der neunziger Jahre fand die internationale Debatte über Corporate Citizenship in Deutschland positive Resonanz. Im Beitrag werden Entwicklungslinien nachgezeichnet sowie Dilemmata und Entwicklungsoptionen skizziert. Weiter...

    Hans-Peter Meister

    Diskursive Politikgestaltung: Von der "Beraterrepublik" zum organisierten Dialog

    Gegen demokratietheoretische und effizienzorientierte Einwände wird argumentiert, dass nur beratende Gremien die Partizipation der Bürger und Interessengruppen einerseits und die fachliche Expertise andererseits organisieren können. Das Modell einer diskursiven Politikgestaltung in der Bürgergesellschaft wird vorgestellt. Weiter...