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Die Beziehungen zwischen den USA und Iran seit 1953


24.2.2004
Es wird ein historischer Überblick über die Beziehungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten seit 1953 gegeben. Die Politik der USA zeigt, dass nicht immer Menschenrechte und Demokratie im Zentrum der bilateralen Beziehungen gestanden haben.

Einleitung



Übersetzung aus dem Englischen: Martina Boden, Winsen (Aller). Richard Cottam, US-Iran Relations: Areas of Tension and Mutual Interest, in: H. Amirahmadi/E. Hoogland (Hrsg.), U.S.-Iran Relations.

"Am 19. August 1953 machte die amerikanische Regierung einen Fehler von wahrhaft tragischen historischen Ausmaßen. Wir beteiligten uns am Sturz des Regimes in Iran (...), der, wie ich denke, unser natürlicher strategischer und ideologischer Verbündeter war (...) Die Eisenhower-Regierung missverstand (...) die Situation und eliminierte eine liberal-nationalistische Elite, indem sie die Durchführung des Putsches gegen Dr. Mosaddeq unterstützte."1 So äußerte sich Richard Cottam, der amerikanische Experte für Iran im 20. Jahrhundert, 1994 bei einem Symposium in Washington, D.C. Zum Zeitpunkt des Putsches war er ein junger Karrierediplomat und einer der wenigen, die sich gegen die Iran-Politik der US-Regierung aussprachen. 1994 waren die meisten Regierungsbeamten und Wissenschaftler, egal ob konservativ oder liberal, zu der gleichen Schlussfolgerung gelangt.[1]



Der Kalte Krieg ist vorbei, und eine neue Weltordnung kommt langsam, wenngleich noch nicht klar umrissen, zum Vorschein. Die Zerstörung des alten bipolaren Systems und der noch amorphe Charakter der neuen Weltordnung haben nicht nurein Machtvakuum geschaffen. Gerade kleine Nationen wie Iran wurden auch von einem Gefühl großer Unsicherheit und Verletzlichkeit erfasst. Der Statuswechsel vom abhängigen Staat, der unter dem Schutz der Führungsmacht der freien Welt stand, zum "Schurkenstaat", der westliche Interessen bedroht, lässt sich durch die Islamische Revolution von 1979 allein nicht erklären. Das revolutionäre Regime in Teheran hat es nicht geschafft, sich als eine durchsetzungsfähige militärisch-ökonomische Macht zu etablieren, wie es der Aggressivität seiner politischen Rhetorik entspräche. Tatsächlich ist das Land heute ein erheblich schwächerer Staat. Welcher Logik folgen die amerikanisch-iranischen Beziehungen nach dem Ende des Kalten Krieges?


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Fußnoten

1.
Vgl. M. Gasiorowski/M.Byrne (Hrsg.), Mohammad Mossadeq and the 1953 Coup in Iran, Syracuse 2003; Stephen Kinzer, All the Shah's Men. An American Coup and the Roots of Middle East Terror, Hoboken, N. J. 2003.