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Transformation und Integration der Wirtschaft der postkommunistischen Beitrittsländer


30.1.2004
Der schleichende Kollaps der Planwirtschaften war eine wichtige Ursache des politischen Wandels in Mittel- und Osteuropa. Danach sahen sich die jungen Demokratien gleichzeitig mehreren wichtigen Aufgaben gegenüber.

Einleitung



Wenn im Mai 2004 acht Länder, die vor 15 Jahren noch Planwirtschaften des kommunistischen "Ostblocks" waren, der Europäischen Union (EU) beitreten, haben sie einen langen und schmerzhaften Anpassungs- und Reformprozess hinter sich. Bevölkerung und Eliten der Beitrittsländer haben diese Belastungen auf sich genommen, um wichtige nationalpolitische Ziele, die innere Freiheit, die äußere Unabhängigkeit und die "Rückkehr nach Europa", zu erreichen. Aber sie haben sich auch ein westliches Wohlstandsniveau erhofft, das der "reale Sozialismus" nicht bieten konnte. Der schleichende Kollaps der Planwirtschaften war eine wichtige Ursache des politischen Wandels in Mittel- und Osteuropa. Die jungen Demokratien sahen sich also gleichzeitig mehreren Aufgaben gegenüber: in sechs der acht Länder (nur Polen und Ungarn existierten schon 1989 in ihren heutigen Grenzen) dem Aufbau eines neuen Nationalstaates, in allen der Demokratisierung der alten Parteidiktatur, dem Systemwechsel zur Marktwirtschaft und nach außen der Integration in den Weltmarkt und vor allem in die sich neu gestaltende europäische Wirtschaft.




Diese vier politischen und ökonomischen Transformationen sind aufs Engste miteinander verflochten. Zwischen den acht Ländern gibt es erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Größe, des Entwicklungsstandes und der Wirtschaftsstruktur. Das Spektrum reicht vom sehr großen, aber relativ armen Polen bis zum winzigen, aber relativ wohlhabenden Slowenien, dem in der Fläche kleinsten Land, mit dem die EU je Beitrittsverhandlungen führte (vgl. Tabelle 1: s. PDF-Version).