Passanten lesen während der Fahrt in der Londoner U-Bahn

Lesen

In der Theorie schätzen viele Lesen als etwas besonders Wertvolles und Wichtiges, in der Praxis ist die Zahl der Buchkäufe rückgängig. Das wird von einigen als Zeichen eines Kulturverlustes interpretiert – darüber gerät aber in den Hintergrund, dass "Lesen" nicht nur "Bücher lesen" bedeutet. Vielmehr ist Lesen die vielleicht wichtigste Kulturtechnik zur Alltagsbewältigung geworden. Durch die Digitalisierung wird immer mehr auf dem Bildschirm statt auf Papier gelesen, was Einfluss auf das Textverständnis, aber auch auf Texte und Inhalte haben kann.

Christina Lotter

Editorial

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Jörg Magenau

"Bestseller sind wie Fieberthermometer"

In Bestseller-Listen spiegeln sich gesellschaftliche Entwicklungen wider, Bücher können diffuse Stimmungen auch erst explizit zum Ausdruck bringen oder beeinflussen. Ein literarischer Streifzug durch die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts.

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Ute Schneider

Facettenreich und unverzichtbar. Die multiplen Leistungen und Funktionen der Kulturtechnik Lesen

Der Kulturtechnik Lesen werden in unserer Gesellschaft immer noch positive Eigenschaften zugeschrieben. Leistungen und Funktionen des Lesens liegen insbesondere in sozialer Anschlusskommunikation, in Partizipation am politischen Diskurs und im Ausdruck des Lebensstils.

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Erich Schön

Historische Ambivalenzen des Lesens

Lesen war stets ambivalent: Es war geprägt von Differenzen zwischen sozialen Gruppen, Entwicklungen mit Gewinn und Verlust, Unterschieden zwischen Intention und Ergebnis, Widersprüchen im Verhalten der Leser und Leserinnen oder zwischen Einzelnen und Gesellschaft.

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Simone C. Ehmig

Lesekompetenz und Lesebegriff

Über sieben Millionen Erwachsene in Deutschland können nur eingeschränkt lesen und so auch ihren Kindern kaum Zugang dazu vermitteln. Deshalb ist Leseförderung für Kinder ebenso wichtig wie die Alphabetisierung Erwachsener – auf Basis eines realitätsgerechten Lesebegriffs.

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Uwe Britten

Die Ökonomisierung des Ästhetischen. Konsum, Rendite und Wachstum in der Lesekultur - Essay

Lesen hat sich von Print-Produkten ins Internet verlagert, wodurch es zu einem medial dauerhaften Konsumprozess geworden ist. Aber auch Romane und damit ästhetische Erfahrungen sind immer stärker einer Ökonomisierung unterworfen, die die Lesefähigkeit eher verengt als erweitert.

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Heinrich Riethmüller

Lesekultur im Wandel - Essay

Die Zahl der Buchkäufer sinkt; Bücher sind immer seltener selbstverständlich ein Element der Freizeitgestaltung. Die Konkurrenz durch digitale Medien wächst. Damit verbunden ist der Verlust bestimmter Lesefähigkeiten – eine höchst bedenkliche Entwicklung.

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Der Kontakt zu unserer Kultur steht auf dem Spiel.

Acht Leseforscher des Forschernetzwerks E-READ antworten auf Fragen rund um den Einfluss der Digitalisierung auf das Lesen und die gefährliche Gewohnheit des Überfliegens. Auch die unterschiedlichen Aufgaben gedruckter und digitaler Texte werden angesprochen.

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Schlecky Silberstein

Lesen und gelesen werden. Wie Social Media die öffentliche Debatte steuert - Essay

Social-Media-Services verändern unser Kommunikationsverhalten, ohne dass es den meisten Nutzern überhaupt bewusst ist. Aufgrund behavioristischer Mechanismen tendieren wir immer stärker zu Extrempositionen und gefährden somit eine demokratische Debattenkultur.

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