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Politik bei Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg


6.10.2005
Es wird gefragt, welchen Einfluss Kinderhörspiele auf den politischen Sozialisationsprozess haben. Das Ergebnis lautet, dass die äußerst erfolgreichen Hörspiele von Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg keineswegs das Prädikat "wertvoll" verdienen.

Einleitung



Wer kennt sie eigentlich nicht: den großen sprechenden Elefanten und die kleine fliegende Hexe aus Neustadt?[1] Mittlerweile sind mehrere (Kinder-)Generationen mit den Geschichten von Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg aufgewachsen. Nach wie vor erfreuen sich die seit 1977 und 1980 erscheinenden Hörspiele größter Beliebtheit.[2] Im Laufe der Zeit sind die Geschichten der von Elfie Donnelly geschaffenen Hörspielhelden immer vielfältiger und deren Vermittlungsformen (CD, DVD, Fernsehen, Kino) immer breiter geworden.

Mit dem Erfolg der Hörspiele von Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg wächst die Bedeutung der Frage nach den darin vermittelten Inhalten sowie deren Einfluss auf den Sozialisationsprozess von Kindern. Nicht zu unterschätzen ist dabei der politische Aspekt, hat doch eine Vielzahl der Blümchen- bzw. Blocksberg-Hörspiele einen politischen Bezug. Im Folgenden wird deshalb der Frage nachgegangen, welchen Beitrag die Hörspiele von Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg zur politischen Sozialisation leisten.


Sozialisation und politische Sozialisation



Sozialisation ist "der Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt".[3] Im Zentrum dieses Prozesses steht das "Mitglied-Werden in einer Gesellschaft":[4] die Entwicklung des Menschen zu einer gesellschaftlich handlungsfähigen Persönlichkeit sowie deren lebenslange Weiterentwicklung in Auseinandersetzung mit den spezifischen Lebensbedingungen[5] im Rahmen einer - historisch und gesellschaftlich bestimmten - konkreten Lebenswelt.[6] Sozialisation ist grundsätzlich ein Prozess der Anpassung - allerdings kein einseitiger und deterministischer. Es handelt sich vielmehr um einen wechselseitigen und flexiblen Anpassungsprozess, durch den sich ein Individuum als Teil der ihn umgebenden Gesellschaft herausbildet und entwickelt, ohne jedoch mit dieser zu einer konformen Masse zu verschmelzen. Schließlich vollzieht sich dieser Prozess in einem Spannungsfeld von Individualisierung und Vergesellschaftung[7] bzw. persönlicher Individuation und sozialer Integration.[8] Sozialisation bedeutet also Angleichung und Abgrenzung: "Sozialisation heißt, zu werden wie jeder andere, und zugleich zu werden wie kein anderer."[9]

Die politische Sozialisation ist eine Teildimension der (allgemeinen) Sozialisation.[10] Ihr Gegenstand ist die Entstehung und Entwicklung einer politisch handlungsfähigen Persönlichkeit. Somit steht der Prozess der politischen Sozialisation für den "Entwicklungsprozess, in dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene politische Orientierungen, Normen und Handlungsweisen in der Interaktion mit ihrer sozialen Umwelt erwerben"[11]. Nach Fred I. Greenstein zählt zur politischen Sozialisation "alles politische Lernen, formell und informell, gezielt und ungeplant, in jeder Lebensphase"[12]. Das Ergebnis politischer Sozialisation besteht aus einem "Komplex von Einstellungen, Kognitionen, Wertvorstellungen und Gefühlen gegenüber dem politischen System, Politikern, politischen Institutionen"[13], das darauf bezogene (normative) Ziel (in pluralistischen Demokratien) in der Entwicklung politisch mündiger - d.h. politisch kompetenter, loyaler, kritik- und handlungsfähiger - Bürgerinnen und Bürger.[14]

Phasen der (politischen) Sozialisation

Sozialisation ist ein Prozess, der nie abgeschlossen ist, d. h. ein lebenslanger Prozess, der sich in drei Phasen unterteilen lässt: die Primär-, Sekundär- und Tertiärsozialisation.

Die Phase der Primärsozialisation umfasst die ersten Lebensjahre und erfolgt vornehmlich im Elternhaus bzw. in der Familie. Es werden Normen, Werte und Verhaltensweisen vermittelt, die sich relativ schnell stabilisieren, jedoch im weiteren Sozialisationsprozess sich noch verändern können. Abgeschlossen wird diese Phase mit der Herausbildung einer individuellen Identität bzw. Grundpersönlichkeit: "Mit der Grundpersönlichkeit` verbindet sich die Vorstellung, dass die frühkindliche Prägung der Persönlichkeitsstruktur so tiefgehend ist, dass diese später nur mehr modifiziert, aber nicht mehr grundlegend [!] verändert werden kann."[15] Der Teilbereich der Primärsozialisation, in dem sich die politische Grundpersönlichkeit entwickelt, lässt sich als politische Primärsozialisation begreifen. Die politische Grundpersönlichkeit wird durch die Selbst- und Sozialkompetenz des Individuums charakterisiert und steht für jene Aspekte der Grundpersönlichkeit, die die politische Kompetenz bzw. "die späteren politischen Verhaltensdispositionen vorstrukturieren, ohne sie allerdings im Einzelnen festzulegen"[16].

Die sich anschließende Phase der Sekundärsozialisation dauert bis zum Ende der Adoleszenz. Sie erfolgt nicht mehr nur im Elternhaus bzw. in der Familie, sondern primär in der Schule sowie in Gleichaltrigengruppen: den "peer groups". Dabei werden die in der Primärsozialisation vermittelten Normen, Werte und Verhaltensweisen stabilisiert, differenziert oder transformiert und das Individuum in gewisser Weise auf seine Rolle in der Gesellschaft vorbereitet. In dieser Phase bildet sich die Persönlichkeit des Individuums heraus. Der Teilbereich der Sekundärsozialisation, in dem sich die politische Persönlichkeit bzw. die - dafür erforderliche - politische Kompetenz (politische Kenntnisse, Einstellungen und Aktivitätsbereitschaft) entwickelt, lässt sich als politische Sekundärsozialisation begreifen. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, dass die politische Persönlichkeit auf der Basis der politischen Grundpersönlichkeit bzw. die politische Kompetenz auf der Basis der Selbst- und Sozialkompetenz entsteht.[17]

Die Phase der Tertiärsozialisation findet im Erwachsenenalter statt und erfolgt letztlich in allen Bereichen, in denen das Individuum mit seiner sozialen Umwelt interagiert (im Kreis der Freunde, der Arbeitskollegen etc.). Dabei passt sich das Individuum ständig seiner sozialen Umwelt an. Der Teilbereich der Tertiärsozialisation, in dem sich das Individuum seiner sozialen Umwelt politisch anpasst, lässt sich als politische Tertiärsozialisation begreifen.

Die Phase der politischen Tertiärsozialisation ist zwar die längste, aber keineswegs wichtigste politische Sozialisationsphase. Schließlich entsteht in der Phase der politischen Primärsozialisation eine vorpolitische Orientierung, aus der sich in der Phase der politischen Sekundärsozialisation immer mehr eine politische Identität entwickelt,[18] die sich später in der Regel nicht mehr grundlegend verändert. Verschiedene Untersuchungsergebnisse weisen darauf hin, dass das Individuum im Alter von zehn oder elf Jahren beginnt, systematisch eine "politische Welt" zu konstruieren,[19] und dabei im Alter von 13 Jahren einen Entwicklungsstand erreicht, "auf dessen Basis die Einstellungen der späteren Jahre relativ stabil bleiben".[20] Dies betrifft vornehmlich die politischen Grundeinstellungen und damit "Einstellungen mit fast ausschließlich affektiven Komponenten".[21] Von besonderer Bedeutung ist, dass die (relativ) unreifen Kinder die Welt in dieser Phase (bis zum Alter von 13 Jahren) unkritisch - d.h. durch Identifikation und Imitation - wahrnehmen sowiepauschalierte Urteile ("generalized judgments") bilden:[22] "Die Neigung zum Schwarz-Weiß-Denken und zu autoritären und moralistischen Denk- und Einstellungsmustern ist unverkennbar. Probleme werden mit vereinfachender Endgültigkeit behandelt, es gibt nur Zustimmung oder Ablehnung."[23] Zwar werden im weiteren Verlauf des Erwachsenwerdens (ab dem Alter von 13 Jahren) die kognitiven Einstellungskomponenten zahlreicher, die Wahrnehmungen kritischer und die Urteile differenzierter.[24] Allerdings entfalten die zuvor gemachten unkritischen Wahrnehmungen und gebildeten pauschalierten Urteile bzw. die in diesem Rahmen erworbenen affektiv basierten politischen Grundeinstellungen eine nachhaltig prägende Wirkung.

Formen und Instanzen politischer Sozialisation

Politische Sozialisation ist mehr als politische Bildung, die sich als normative Zielsetzung des politischen Sozialisationsprozesses bezeichnen lässt, oder politische Erziehung, die nur einen Ausschnitt der politischen Sozialisation - nämlich die intendierte Interaktion zwischen Eltern bzw. Pädagogen und Kindern vor allem im politischen Wissens- und Motivbereich - darstellt.[25] Sie findet zum Beispiel auch dann statt, wenn sie nicht beabsichtigt ist und nicht auf einer expliziten politischen Erfahrung beruht.

Mit Blick auf den Gegenstand im politischen Sozialisationsprozess ist zwischen expliziten und impliziten politischen Inhalten zu unterscheiden. Als politische Inhalte lassen sich in diesem Zusammenhang allerdings nicht nur politische Sachthemen, sondern auch politische (Willensbildungs- und Entscheidungs-)Prozesse sowie politische Strukturen und politische Akteure begreifen. Während explizite politische Inhalte politische Sachverhalte mit einer direkten politischen Bedeutsamkeit darstellen, sind implizite politische Inhalte unpolitische Sachverhalte mit einer indirekten politischen Bedeutsamkeit.[26]

Mit Blick auf die Intention im politischen Sozialisationsprozess ist zwischen einer von Sozialisationsinstanzen beabsichtigten und einer unbeabsichtigten politischen Sozialisation zu unterscheiden.[27] Als Sozialisationsinstanzen lassen sich alle formellen und informellen Institutionen bzw. Akteure verstehen, die das Individuum im Sozialisationsprozess (im weitesten Sinne) prägen.[28] Während die beabsichtigte politische Sozialisation planmäßig bzw. organisiert verläuft, erfolgt die unbeabsichtigte zufällig bzw. beiläufig.[29]

Somit lassen sich insgesamt vier politische Sozialisationsformen unterscheiden:

  • die beabsichtigte politische Sozialisation mit expliziten politischen Inhalten;
  • die beabsichtigte politische Sozialisation mit impliziten politischen Inhalten;
  • die unbeabsichtigte politische Sozialisation mit expliziten politischen Inhalten und
  • die unbeabsichtigte politische Sozialisation mit impliziten politischen Inhalten.

    Während sich die beabsichtigte politische Sozialisation mit expliziten politischen Inhalten als manifeste politische Sozialisation charakterisieren lässt, sind alle anderen Sozialisationsformen als latente politische Sozialisation zu betrachten.[30]

    Politische Sozialisation durch Kinderhörspiele

    Das Elternhaus ist der zentrale Ort der politischen Primärsozialisation und ein äußerst wichtiger Ort der politischen Sekundärsozialisation. Hier fungiert jedoch keineswegs nur die Familie als Sozialisationsinstanz. Neben ihr wirken eine Reihe weiterer Sozialisationsinstanzen - u.a. auch Kinderhörspiele, deren sozialisierende Wirkung häufig völlig unterschätzt bzw. gänzlich ignoriert wird. Zwar wird in der wissenschaftlichen Literatur häufig darauf hingewiesen, dass "Freizeitorganisationen" als Sozialisationsinstanzen immer wichtiger werden und Kinder gesellschaftliche Normen, Werte, Wissensbestände sowie Verhaltensweisen in einem zunehmenden Ausmaß durch technische Geräte bzw. Medien vermittelt bekommen.[31]

    Ein Verweis auf die äußerst einflussreiche Rolle von Kinderhörspielen fehlt aber in diesem Kontext. Dabei darf ihre Bedeutung für die Sozialisation im Allgemeinen sowie die politische Sozialisation im Speziellen keineswegs unterschätzt werden. Natürlich hängen die durch Kinderhörspiele konkret ausgelösten politischen Sozialisationsprozesse - ähnlich wie bei anderen Medien[32] - von verschiedenen Rahmenbedingungen bzw. Einflussfaktoren ab: u.a. vom Zeitraum und sozialen Kontext der Rezeption, von der Persönlichkeitsstruktur bzw. den Einstellungen der Rezipienten, von den Vorinformationen der Rezipienten sowie vom Zusammenwirken mit anderen Sozialisationsinstanzen (z.B. der Verarbeitung des Gehörten in Gesprächen mit Familienmitgliedern). Grundsätzlich haben Kinderhörspiele jedoch ein sehr großes Sozialisationspotenzial, da sie

  • in den ersten beiden und somit zentralen Sozialisationsphasen, insbesondere in der Phase der politischen Sekundärsozialisation, als Sozialisationsinstanzen wirken;[33]
  • überwiegend Schwarz-Weiß-Schemata sowie affektive Inhalte vermitteln und dadurch die Entwicklung pauschalierter Urteile bzw. politischer Grundeinstellungen unterstützen;
  • Hörspielhelden präsentieren, deren Einstellungen und Verhaltensweisen Kinder zur Identifikation und Imitation, d.h. zum unkritischen Lernen, veranlassen;
  • Kinder zwar als anonymes Publikum, aber auf eine sehr persönliche und Vertrauen erweckende Art ansprechen und dadurch äußerst subtil wirken;
  • von Kindern überwiegend vorm Einschlafen, d.h. mit einem sehr geringen "kritischen Abstand", aufgenommen werden und dadurch äußerst suggestiv wirken;
  • von Kindern nahezu ausschließlich zur Unterhaltung gehört werden und diese dadurch beiläufig mit Politik konfrontieren (können);
  • Kinder wie kaum eine andere Sozialisationsinstanz mit expliziten politischen Inhalten konfrontieren (können);
  • von Kindern nach wie vor hauptsächlich über Tonkassetten[34] und daher äußerst breit und intensiv rezipiert werden und
  • als auditives Medium aus entwicklungspsychologischen Gründen bei Kindern einen höheren Stellenwert genießen sowie eine weitreichendere Wirkung erzielen als bei Jugendlichen oder Erwachsenen.[35]

    Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg



    Die Hörspiele von Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg haben häufig explizite politische Inhalte zum Gegenstand. Da in den Geschichten sehr oft ein politischer Bezug hergestellt wird, auch wenn dieser nicht zwingend notwendig erscheint,[36] bestimmte politische Inhalte (Umweltprobleme) immer wieder thematisiert werden und die von den Hörspielheldinnen und Helden sowie deren Freunden vertretenen politischen Positionen relativ eindeutig einem politischen Spektrum zugeordnet werden können, ist anzunehmen, dass die von den Blümchen- bzw. Blocksberg-Hörspielen bewirkten politischen Sozialisationsprozesse zum Teil durchaus beabsichtigt sind. Somit ist davon auszugehen, dass sie - neben latenten politischen Sozialisationsprozessen - auch manifeste politische Sozialisationsprozesse bewirken. Im Folgenden wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Hörspiele von Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg - im Rahmen ihrer (vermutlich beabsichtigten) Vermittlung expliziter politischer Inhalte - den kindlichen "Komplex von Einstellungen, Kognitionen, Wertvorstellungen und Gefühlen gegenüber dem politischen System, Politikern, politischen Institutionen"[37] beeinflussen und welchen Beitrag sie dabei zur Erreichung des normativen Ziels politischer Sozialisation in pluralistischen Demokratien leisten, d.h., inwiefern sie die Entwicklung des politisch mündigen Bürgers fördern. Dabei wird allerdings nicht die konkrete Wirkung dieser beiden Hörspiele auf Kinder analysiert, sondern nur das ihnen inhärente politische Sozialisationspotenzial illustriert.

    Politische Strukturen und Akteure

    Benjamin Blümchen, der große sprechende Elefant, und Bibi Blocksberg, die kleine fliegende Hexe, sind die beiden Hauptfiguren in den nach ihnen benannten Hörspielen. Obwohl sie sich in einigen Punkten stark voneinander unterscheiden (und daher auch unterschiedliche Zielgruppen ansprechen), haben sie viele Dinge gemeinsam. Von besonderer Bedeutung ist dabei - mit Blick auf politische Vorgänge -, dass sie stets auf der Seite der Gerechtigkeit stehen, das "Interesse aller Bürger"[38] ("Gemeinwohl") im Auge haben und dieses so gut wie möglich fördern - kurz: Sie sind die "Guten", die Vorbilder, die Identifikationsfiguren für Kinder.

    Der Staat bzw. die Politik (im engeren Sinne) wird in den Hörspielen vornehmlich durch den Bürgermeister repräsentiert,[39] der in vielen Geschichten vorkommt und nicht selten eine zentrale Rolle spielt.[40] Er tritt in der Regel nur als "der Bürgermeister" in Erscheinung und ist allzu oft der Gegenspieler von Benjamin bzw. Bibi. In Neustadt ist er (auch wenn er selbst vom Gegenteil überzeugt ist) nicht sonderlich beliebt. Schließlich ist er grundsätzlich - das heißt ohne äußeren Druck - verantwortungslos und wenig hilfsbereit. So erachtet er es z.B. nicht einmal für notwendig, finanzielle Bittgesuche des Zoos oder des Tierheims zu beantworten.[41] Stattdessen plant er Dinge, die - vielleicht außer wenigen profitgierigen Wirtschaftsvertretern - niemand braucht bzw. haben möchte und die zudem umweltschädlich sowie kostspielig sind. So lässt er (bzw. der Stadtrat) einerseits alte Bäume fällen, um eine nicht benötigte vierspurige Schnellstraße zu bauen, und andererseits gut genutzte Eisenbahnstrecken stilllegen.[42]

    Er ist grundsätzlich nicht am Wohl der Bürger, sondern nur an dem von ihm definierten Wohl der Stadt, vor allem aber an seinem eigenen Wohl interessiert. Es macht ihm zum Beispiel nichts aus, für seine teure Dienstausrüstung "die armen Steuerzahler" zu schröpfen,[43] und er ist stets auf der Suche nach neuen Einnahmequellen für Neustadt - um das Rathaus zu renovieren, sein Büro zu vergrößern, einen neuen Dienstwagen oder sogar eine Perlenkette für seine Frau (!) zu kaufen[44] (obwohl er selbst "viel Geld hat"[45] bzw. "gut verdient"[46]). Um die Stadtkasse - die zum Teil auch seine Privatkasse zu sein scheint - aufzustocken, ist er beinahe zu allen "Schandtaten" bereit, z.B. auf Zirkuseintrittspreise eine Sondervergnügungssteuer zu erheben oder das alte Zunfthaus nicht zu einem Museum zu machen, sondern es für eine Million dem betrügerischen Immobilienhändler Schmeichler zu verkaufen.[47]

    Während er also durchaus geneigt ist, mit korrupten Wirtschaftsvertretern zu kooperieren, ist sein Verhältnis zur Presse gespalten: Einerseits braucht er sie, will er sich doch über sie positiv darstellen, andererseits fürchtet er sich vor ihr bzw. davor, dass sie "[d]ie Wahrheit über's Neustädter Rathaus"[48] schreibt. Zur "Wahrheit" gehört zum Beispiel, dass der Bürgermeister während seiner Dienstzeit isst, schläft, Computer spielt, Autozeitschriften liest und ohne Termine (auf die man in der Regel ein halbes Jahr warten muss) niemanden empfängt. Dennoch erfreut er sich an seiner politischen Macht, die ihm häufig zu Kopf steigt: Allzu gerne sieht er sich als "König", die Bürger als "Untergebene" oder als "sein Volk"[49] und seine öffentlichen Auftritte als "Audienzen".[50] Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter behandelt er grundsätzlich wie Leibeigene, d.h. unfreundlich und unmenschlich. So hat er keine Skrupel, seinen Sekretär mit den Worten "Schweigen Sie, Pichler!" den Mund zu verbieten.[51]

    Dabei wäre er ohne seine Mitarbeiter nicht in der Lage zu regieren: Sie schreiben ihm seine Reden, sagen ihm, wann er diese zu halten hat, erklären ihm, was vorgeht und was sich hinter bestimmten Begriffen, wie etwa dem des Recycling,[52] verbirgt. Mit anderen Worten: Der Bürgermeister ist (selbst im Vergleich zu Kindern) ungebildet, unfähig, ungeschickt, unbeholfen und undiplomatisch - kurz: "eine Flasche, aber ohne Geist!"[53] Dies wird auch durch sein tollpatschiges und lächerliches Auftreten sowie durch seine gestelzten und unsinnigen Aussagen unterstrichen. So stammelt er beispielsweise zur Begrüßung beim Tag der offenen Tür im Neustädter Rathaus: "Ich freue mich sehr, dass Sie meiner Einladung Gefolge geleistet ... (hustet) ... äh ... Folge geleistet haben. Und dass Sie sich so zahlreich hier versemmelt ... (hustet) ... äh ... versammelt haben ... äh ... sind. Und auch ich bin zahlreich ..."[54]

    Die Polizei wird durch den Polizeipräsidenten sowie andere Polizisten repräsentiert, die in einigen Geschichten vorkommen. Sie hat tendenziell ein negatives Image, das bereits im (alten) Titellied von Benjamin Blümchen anklingt: "Benjamin liebt alle Leute, ja sogar [!] die Polizei".[55] Schließlich sind die Polizisten häufig die "verlängerten Arme" des Bürgermeisters und somit Gegenspieler von Benjamin bzw. Bibi, die allerdings einsehen, dass "[e]s (...) auch solche Berufe geben [muss]"[56]. Die Polizisten treten in der Regel wie Soldaten auf: ernst, streng und gehorsam. Sie tun blind ihre Pflicht und haben nicht selten eine regelrechte Freude am Verhaften. Allerdings sind sie relativ schwer von Begriff und leicht für dumm zu verkaufen. Sie geben nicht selten ein ähnlich lächerliches Bild ab wie der Bürgermeister, etwa wenn sich der Polizeipräsident so am Telefon meldet: "Hier das Polizidium, äh äh äh äh, Präsidalpolizium, na egal, hier spricht der Polizeipolizent persönlich, na ich bin's."[57]

    Die Medien werden nahezu ausschließlich durch die "rasende Reporterin" Karla Kolumna repräsentiert,[58] die in beinahe jeder Geschichte vorkommt. Karla Kolumna steht grundsätzlich auf der Seite von Benjamin bzw. Bibi und folglich allzu oft nicht auf der Seite des Bürgermeisters oder des Immobilienhändlers Schmeichler, denen sie grundsätzlich misstraut bzw. kritisch gegenübersteht. Sie vermittelt das Bild einer "verantwortungsvollen Reporterin, die darauf achtet, dass Wahlversprechen eingehalten"[59] und Ungerechtigkeiten beseitigt werden. Somit ist sie häufig "Retterin in der Not". Ihre Ziele verfolgt sie "mit der geballten Kraft der Presse",[60] beispielsweise durch "flammende Artikel" gegen geplante "Umweltsünden" des Bürgermeisters.[61] Die Figur der Karla Kolumna hat jedoch auch einige negative Seiten: Sie bestehen in einer gewissen Selbstverliebtheit, der "Gier" nach Sensationen und der daraus resultierenden Tendenz zu Übertreibungen sowie zur Freude über Negativschlagzeilen. So ist sie beispielsweise anlässlich einer Trockenheitsphase geneigt, Neustadt in der Presse als "Wüstenmetropole" zu bezeichnen, und von der drohenden Gefahr eines Waldbrands (zunächst) hellauf begeistert.[62] Im Kern ist Karla Kolumna allerdings ehrlich und "gut".

    Die Wirtschaft wird durch Herrn Schmeichler sowie durch verschiedene andere Akteure, wie z.B. Ulrich Umsatz oder Bankdirektoren, repräsentiert, die in einigen (wenigen) Geschichten vorkommen. Ihnen gemeinsam ist, dass ihnen Geld sehr viel bedeutet und ihnen beinahe jeder Weg recht ist, um an Geld zu kommen. Herr Schmeichler, der als "Baulöwe" oder "Immobilienhai"[63] bezeichnet wird und für den ein Sparbuch "der erste Schritt zur Menschwerdung [ist]",[64] schreckt zum Beispiel nicht davor zurück, andere auszunutzen oder zu betrügen, und ist deshalb ein Gegenspieler von Benjamin bzw. Bibi. Sein Name ist Programm: Er heuchelt, lügt und betrügt, um seinen Nutzen zu maximieren. So will er etwa das alte Zunfthaus unter dem Vorwand erwerben, es zu renovieren und darin eine Eisdiele, eine Diskothek sowie ein Museum für die Jugend einzurichten; in Wirklichkeit will er jedoch einen dort verborgenen Schatz bergen, das alte Gebäude abreißen und Neustadts ersten Wolkenkratzer bauen.[65]

    Politische Prozesse

    Die unterschiedlichen Einstellungen und Verhaltensweisen der verschiedenen Charaktere der Figuren führen naturgemäß zu Spannungen. Diese treten hauptsächlich zwischen den Hörspielhelden und der Politik (zum Teil in Verbindung mit der Polizei), den Hörspielhelden und der Wirtschaft, den Medien und der Politik sowie den Medien und der Wirtschaft auf. In der Regel kommt es zu einer Koalition zwischen Benjamin bzw. Bibi und Karla Kolumna sowie den - meist durch sie über die Presse aufgerüttelten - Neustädter Bürgerinnen und Bürgern gegen den Bürgermeister, die zum Teil von ihm instrumentalisierten Polizisten und/oder Herrn Schmeichler. Die Problemlösungen entsprechen im Prinzip immer wieder dem gleichen Muster: Mit Hilfe der Zeitung gelingt es den Hörspielhelden bzw. Karla Kolumna, die (in der Regel ahnungslosen und hintergangenen) Neustädter Bürgerinnen und Bürger aufzuklären und zu mobilisieren sowie die jeweiligen Problemverursacher bzw. Entscheidungsträger, insbesondere den Bürgermeister, zum Handeln zu zwingen. Der Bürgermeister wird durch den Druck der Medien bzw. der Öffentlichkeit am Ende stets zum "Wendehals", indem er die gewünschte - das heißt "richtige" - Entscheidung trifft und anschließend deren Erfolg - wenn möglich - für sich reklamiert.[66] Obwohl er in der Regel darauf hinweist, dass Entscheidungen einer Stadtratssitzung bzw. eines Stadtratsbeschlusses bedürfen, trifft er diese aufgrund des großen Drucks bzw. Unverständnisses für langwierige (demokratische) Entscheidungsprozesse (bei "richtigen" Entscheidungen) häufig alleine.[67]

    Ein klassisches Beispiel sei angeführt: Der Bürgermeister will durch den Neustädter Forst eine Verbindungsstraße von der Stadt zur Autobahn bauen, unter anderem um seine Tante Rosamunde schneller erreichen zu können, sieht sich dann aber auf Druck der Presse und der Demonstranten gezwungen, das geplante Vorhaben als Missverständnis darzustellen und - ohne Stadtratsbeschluss - einen Waldspielplatz bauen zu lassen.[68]

    Politische Inhalte

    Im Zentrum politischer Auseinandersetzungen steht in vielen Geschichten die Umweltpolitik. Dabei befinden sich die Hörspielhelden sowie Karla Kolumna stets in der Rolle der Umweltschützer und der Bürgermeister in der Regel in der Rolle des Umweltverschmutzers. Während beispielsweise Benjamin eine Demonstration gegen den Bau einer Straße mit Kindersprechchören "Wer Straßen baut, wird vollgehaut" veranstaltet,[69] reist der Bürgermeister in den Orient, um Neustadt an die "transkontinentale Pipeline" anschließen zu lassen.[70] Der überaus große Stellenwert der Umweltpolitik in den Blümchen- bzw. Blocksberg-Hörspielen wird insbesondere in der Geschichte deutlich, in der Benjamin das Amt des Bürgermeisters übernimmt und als solcher binnen kürzester Zeit mit (nahezu ausschließlich) ökologischen Maßnahmen radikal die Stadt verändert. So lässt er - unter großem Beifall der Neustädter Bürger - anstelle einer Autobahn einen Freizeitpark bauen, den Dienstwagen des Bürgermeisters durch ein Dienstfahrrad ersetzen, ein Windkraftwerk und Radwege errichten sowie ein generelles Tempolimit von 30 km/h verhängen.[71]

    Neben der Umweltpolitik werden in verschiedenen Geschichten (ansatzweise) auch andere Politikfelder thematisiert. Dabei werden die "richtigen" politischen Positionen bzw. Verhaltensweisen stets von den Hörspielhelden sowie von Karla Kolumna und die "falschen" politischen Positionen bzw. Verhaltensweisen in der Regel vom Bürgermeister (zum Teil auch von den Polizisten) und von Herrn Schmeichler vermittelt: Während

  • Benjamin "einen Sitzstreik ... gegen den Krach [der Autos]" durchführt,[72] ist für den Bürgermeister die "Ruhe [... der Bürger bei der politischen Willensbildung] die erste Bürgerpflicht"[73];
  • Benjamin - zum Beispiel mit der Aussage "Wenn alle nein zum Krieg sagen würden, dann gäb's keine Kriege" - das (pazifistische) Gewissen über das Pflichtbewusstsein stellt,[74] tun die Polizisten - getreu dem Motto "Irgendjemand muss einfach verhaftet werden in einer Geschichte, in der die Polizei vorkommt"[75] - blind ihre Pflicht;
  • Benjamin der Stadt ein geerbtes Schloss borgt, um es zu renovieren und Arbeitslosen kostenlos zur Verfügung zu stellen,[76] vermietet Herr Schmeichler mit üblen Tricks völlig überteuerte und marode Hochhauswohnungen an gutgläubige Bürger (bzw. Elefanten);[77]
  • Karla Kolumna der Meinung ist, dass es "genug [d.h. zu viel] Ordnung in diesem Land"[78] gibt, will der Polizeipräsident "den Bürger von klein auf im Auge behalten" bzw. "zur Ordnung anhalten"[79];
  • Bibi für den türkischen Mitschüler Issam Geld sammeln will, damit sich dieser die Klassenfahrt leisten kann,[80] meint der Bürgermeister, dass "sich nicht jeder alles leisten [kann]" und er in diesem Jahr auch "nur" viermal in die Karibik fliegen konnte;[81]
  • Bibi dem Bürgermeister keinen Respekt zollt und ihr Vater dies gutheißt, ist ein spießiger und unfreundlicher Anhänger des Bürgermeisters der Meinung, dass Kinder Ehrfurcht vor dem Bürgermeister haben sollten - sowie der Überzeugung, dass Bibis Vater aufgrund seiner kritischen Haltung gegenüber dem Bürgermeister "ein Roter" (!) ist.[82]

    Kurz: Die "richtigen" politischen Positionen bzw. Verhaltensweisen sind ökologisch, postmaterialistisch, basisdemokratisch, kritisch, zivilcouragiert, pazifistisch, sozial, antikapitalistisch, egalitär, tendenziell anarchisch bzw. antistaatlich, antihierarchisch, antiautoritär und antikonservativ; mit anderen Worten: "links" der politischen Mitte (linksliberal bis linksalternativ).

    Abschließende Bewertung

    Die Hörspiele von Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg verdienen aus politikwissenschaftlicher Sicht keineswegs das Prädikat "wertvoll":

    Es wird zwar sehr gut dargestellt,

  • dass die Politik eine wichtige Bedeutung für die Wirtschaft hat sowie vom Wohlwollen der Bevölkerung und damit auch von einer positiven Mediendarstellung abhängig ist. Äußerst bedenklich ist allerdings das kontinuierlich negative Image der Politik: Die Kinder erfahren, dass diese grundsätzlich verantwortungslos (unter anderem verschwenderisch, ausbeuterisch und umweltschädlich), bürokratisch sowie korrumpierbar und keineswegs wohltätig, effektiv oder am Gemeinwohl orientiert ist. Politiker sind in den Hörspielen grundsätzlich lächerliche und inkompetente Figuren, die faul, reich, geld- und machtgierig, verschlagen, am eigenen Wohl orientiert sowie unfreundlich, unmenschlich und unbeliebt sind.
  • dass die Polizei zur Exekutive zählt und politische Entscheidungen ausführt. Äußerst bedenklich ist allerdings das überwiegend negative und militärische Image der Polizei bzw. die Darstellung, dass die Polizisten grundsätzlich lächerliche und inkompetente Handlanger der Politik sind, die unreflektiert eine unsinnige Pflicht tun.
  • dass die Medien Öffentlichkeit herstellen, die Bürgerinnen und Bürger informieren, Politik und Wirtschaft (machtvoll) kontrollieren, Themen mit Nachrichtenwert (und damit auch Negativschlagzeilen) nachspüren und diese allzu gerne forcieren oder gar generieren.[83] Äußerst bedenklich ist allerdings das kontinuierlich positive Image der Medien bzw. die Darstellung, dass diese grundsätzlich "gut" und objektiv sind, die Gerechtigkeit bzw. das "Gemeinwohl" fördern sowie eine absolute Wirkung entfalten.
  • dass die Wirtschaft gewinnorientiert arbeitet und zum Teil auf Entscheidungen der Politik angewiesen ist. Äußerst bedenklich ist allerdings das kontinuierlich negative Image der Wirtschaft sowie des Wirtschaftens bzw. die Darstellung, dass Wirtschaftsvertreter grundsätzlich andere betrügen bzw. ausnutzen und sich unsozial verhalten.
  • dass im Rahmen des politischen (Willensbildungs- und Entscheidungs-)Prozesses die Medien die Bevölkerung und beide zusammen die Politik beeinflussen können. Äußerst bedenklich ist allerdings die Darstellung, dass die Medien zusammen mit den Neustädter Bürgern (und natürlich den Hörspielhelden) im Gegensatz zu Politik, Polizei und Wirtschaft grundsätzlich auf der "richtigen Seite" stehen, sich diese Seite stets durchsetzen kann und politische Entscheidungen in der Regel nicht demokratisch getroffen werden.
  • dass Umweltprobleme als politische Inhalte eine große Bedeutung haben. Äußerst bedenklich ist allerdings, dass beinahe nur Umweltprobleme thematisiert bzw. andere Probleme, Bedürfnisse oder Forderungen, z.B. der Wirtschaft, gegenüber Belangen der Umwelt als absolut nachrangig und unbedeutend dargestellt werden und sich die "richtigen" politischen Positionen grundsätzlich "links" der politischen Mitte befinden.

    Trotz des großen Erfolgs der Hörspiele von Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg ist insgesamt festzustellen, dass diese die Entwicklung politisch mündiger Bürgerinnen und Bürger kaum fördern, wenn nicht sogar behindern. Denkt man an die oben dargestellte Bedeutung von Kinderhörspielen für die politische Sozialisation, den langjährigen und großen Erfolg der beiden Hörspielhelden sowie auch an die Ausstrahlung ihrer Geschichten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ZDF und KI.KA),[84] so ist diese Kritik keineswegs unbedeutend. Kinder hören bei den Blümchen- bzw. Blocksberg-Hörspielen keineswegs nur lustige Geschichten eines sprechenden Elefanten und einer kleinen Hexe, sie "hören mehr, und das, was sie hören, sollte mehr Aufmerksamkeit verdienen"[85].


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    Fußnoten

    1.
    So kennen z.B. 98 Prozent aller Kinder (6 - 14 Jahre) Benjamin Blümchen (Kiddinx-Merchandising, http://www.kiddinx-merchandising.de, 5.7. 2005).
    2.
    Die Blümchen- bzw. Blocksberg-Hörspiele liegen in den Kindertonträgercharts von 2002 auf den Plätzen zwei und drei (GfK/Institut für angewandte Kindermedienforschung [IfaK]). Von Benjamin Blümchen wurden seit 1977 insgesamt 102 Folgen produziert und über 60 Millionen MCs verkauft, von Bibi Blocksberg wurden seit 1980 insgesamt 83 Folgen produziert und über 35 Millioen MCs verkauft; vgl. Kiddinx-Merchandising (Anm. 1).
    3.
    Dieter Geulen/Klaus Hurrelmann, Zur Programmatik einer umfassenden Sozialisationstheorie, in: Klaus Hurrelmann/Dieter Ulich (Hrsg.), Handbuch der Sozialisationsforschung, Weinheim 1982(2), S. 51.
    4.
    Klaus Hurrelmann/Dieter Ulich, Gegenstands- und Methodenfragen der Sozialisationsforschung, in: dies. (Hrsg.), Neues Handbuch der Sozialisationsforschung, Weinheim 1991(4), S. 6.
    5.
    Vgl. Klaus Hurrelmann, Einführung in die Sozialisationstheorie, Weinheim 2002(8), S. 15.
    6.
    Vgl. Bernd Schorb/Erich Mohn/Helga Theunert, Sozialisation durch (Massen-)Medien, in: K. Hurrelmann/D. Ulich (Anm. 4), S. 494.
    7.
    Vgl. K. Hurrelmann (Anm. 5), S. 15.
    8.
    Vgl. Hans-Peter Kuhn, Mediennutzung und politische Sozialisation. Eine empirische Studie zum Zusammenhang zwischen Mediennutzung und politischer Identitätsbildung im Jugendalter, Opladen 2000, S. 19.
    9.
    Goffmann Erving, zit. nach Claudia Honegger/Caroline Arni/Markus Zürcher, Individuum und Gesellschaft, https://www.soz.unibe.ch, 27.6. 2005.
    10.
    Vgl. H.-P. Kuhn (Anm. 8), S. 19.
    11.
    Christel Hopf/Wulf Hopf, Familie, Persönlichkeit, Politik. Eine Einführung in die politische Sozialisation, Weinheim 1997, S. 7.
    12.
    Fred I. Greenstein, zit. nach C. Hopf/W. Hopf (Anm. 11), S. 12.
    13.
    H. Kuhn (Anm. 8), S. 20.
    14.
    Vgl. ebd., S. 21.
    15.
    Wolfgang W. Weiß, Überlegungen für ein theoretisches Modell politischer Sozialisation, in: Hans-Dieter Klingemann/Max Kaase (Hrsg.), Politische Psychologie, Politische Vierteljahresschrift, Sonderheft, 12 (1981), S. 37 - 55, hier: S. 48.
    16.
    Ebd.
    17.
    Vgl. ebd., S. 50.
    18.
    Vgl. ebd., S. 51.
    19.
    Vgl. Klaus Wasmund, Was wird wie und wann im Prozess der politischen Sozialisation gelernt?, in: Bernhard Claußen/Klaus Wasmund (Hrsg.), Handbuch der politischen Sozialisation, Braunschweig 1982, S. 146.
    20.
    Friedhelm Nyssen, Kinder und Politik. Überlegungen und empirische Ergebnisse zum Problem der politischen Sozialisation, in: "Redaktion betrifft: erziehung" (Hrsg.), Politische Bildung - Politische Sozialisation, Weinheim 1973, S. 46.
    21.
    Ebd., S. 49.
    22.
    Z. B. "Demokratie ist gut" oder "Kommunismus ist schlecht".
    23.
    K. Wasmund (Anm. 19), S. 148.
    24.
    Vgl. F. Nyssen (Anm. 20), S. 51; K. Wasmund (Anm. 19), S. 148.
    25.
    Vgl. K. Hurrelmann (Anm. 5), S. 17.
    26.
    Vgl. C. Hopf/W. Hopf (Anm. 11), S. 12f.
    27.
    Vgl. ebd., S. 12f.
    28.
    Als wichtigste Sozialisationsinstanzen werden in der Literatur häufig die Familie, die Schule, "peer groups" und Massenmedien genannt; vgl. u.a. H.-P. Kuhn(Anm. 8), S. 19. Politische Sozialisationsprozesse werden allerdings nicht nur von konkret definierbaren Sozialisationsinstanzen, sondern auch durch bestimmte Verhältnisse bzw. Arrangements (z.B. Krieg) bewirkt; vgl. C. Hopf/W. Hopf (Anm. 11), S. 12f.
    29.
    Vgl. Bernhard Claußen, Politische Sozialisation als Praxis und als Theorie, in: B. Claußen/K. Wasmund (Anm. 19), S. 5.
    30.
    Vgl. C. Hopf/W. Hopf (Anm. 11), S. 13.
    31.
    Vgl. u.a. K. Hurrelmann (Anm. 5), S. 32ff.
    32.
    Vgl. ebd., S. 255.
    33.
    So beträgt der Marktanteil im Kleinkindalter (1 - 3 Jahre) 21 Prozent, im Vorschulalter (4 - 5 Jahre) 23 Prozent, im frühen Grundschulalter (6 - 7 Jahre) 19Prozent, im mittleren Grundschulalter (8 - 9 Jahre) 11 Prozent und bei älteren Kindern (10 - 13 Jahre) 12 Prozent; vgl. Horst Heidtmann, Kinder hören mehr: Kindertonträgermarkt legt weiter zu, in: Bulletin Jugend und Literatur, (2001) 9, S. 11 - 16, hier: S. 2.
    34.
    Schließlich handelt es sich dabei um "das erste Medium[,] über das Kinder - ungestört und unkontrolliert von den Eltern - frei verfügen können"; H. Heidtmann ebd., S. 1.
    35.
    So erfolgt die Umweltwahrnehmung bei Kindern mehr über den Hörsinn und weniger über den im Vergleich zu Jugendlichen oder Erwachsenen weitaus schwächer ausgeprägten Sehsinn; vgl. H. Heidtmann (Anm. 33), S. 7.
    36.
    Z. B. Benjamin Blümchen, MC 66.
    37.
    Vgl. H.-P. Kuhn (Anm. 8), S. 20.
    38.
    Benjamin Blümchen, MC 8.
    39.
    Die politischen Strukturen werden weitestgehend durch die politischen Akteure repräsentiert.
    40.
    Die z. T. vorkommenden anderen Politiker (Landrat, Stadträte) geben grundsätzlich ein ähnliches Bild wie der Bürgermeister ab. Die politischen Akteure bzw. Institutionen sowie deren Funktionen werden übrigens nie erläutert.
    41.
    Vgl. Benjamin Blümchen, MC 10, 46.
    42.
    Vgl. ebd. MC 8 und MC 34.
    43.
    Ebd. MC 58.
    44.
    Bibi Blocksberg, MC 46 und MC 50.
    45.
    Ebd. MC 37.
    46.
    Benjamin Blümchen, MC 10.
    47.
    Bibi Blocksberg, MC 42 und 46.
    48.
    Ebd. MC 32.
    49.
    Benjamin Blümchen, MC 76, 49.
    50.
    Bibi Blocksberg, MC 7.
    51.
    Benjamin Blümchen, MC 58.
    52.
    Ebd. MC 49.
    53.
    Bibi Blocksberg, MC 50.
    54.
    Ebd. MC 7.
    55.
    Benjamin Blümchen, MC 8.
    56.
    Ebd., MC 8.
    57.
    Bibi Blocksberg, MC 37.
    58.
    Benjamin Blümchen, MC 76.
    59.
    Bibi Blocksberg, MC 46.
    60.
    Ebd. MC 46.
    61.
    Benjamin Blümchen, MC 76.
    62.
    Vgl. ebd. MC 58.
    63.
    Ebd., MC 40 und 46.
    64.
    Ebd., MC 40.
    65.
    Bibi Blocksberg, MC 46.
    66.
    Benjamin Blümchen, MC 76, 49.
    67.
    Ebd., MC 49.
    68.
    Vgl. ebd., MC 76.
    69.
    Ebd., MC 76.
    70.
    Bibi Blocksberg, MC 50.
    71.
    Vgl. Benjamin Blümchen, MC 57.
    72.
    Ebd., MC 3.
    73.
    Bibi Blocksberg, MC 46.
    74.
    Benjamin Blümchen, MC 8.
    75.
    Ebd., MC 34.
    76.
    Ebd., MC 10.
    77.
    Vgl. ebd., MC 40.
    78.
    Ebd., MC 32.
    79.
    Ebd., MC 53.
    80.
    Bibi Blocksberg, MC 37.
    81.
    Ebd., MC 37.
    82.
    Ebd., MC 7.
    83.
    Vgl. u.a. Gerd Strohmeier, Politik und Massenmedien. Eine Einführung, Baden-Baden 2004, S. 69ff.
    84.
    Vgl. Kiddinx-Merchandising (Anm. 1).
    85.
    H. Heidtmann (Anm. 33), S. 8.

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