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Ungleichheit - Ungerechtigkeit

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    Im zweiten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung vom Frühjahr 2005 werden Armut und Reichtum als Pole auf einer Skala von Teilhabe- und Verwirklichungschancen in der Gesellschaft definiert. Es lässt sich zeigen, dass diese beiden Pole in Deutschland auseinander driften: Das derzeitige Rekordvermögen deutscher Privathaushalte von fünf Billionen Euro gehört beinahe zur Hälfte dem reichsten Zehntel der Haushalte. Demgegenüber entfallen nur knapp vier Prozent der Geld- und Sachwerte auf die ärmere Hälfte der Haushalte. Die Kluft zwischen Arm und Reich vertieft sich, die Ungleichheit der Lebensbedingungen nimmt zu.

    Ungleichheit ist jedoch nicht zwangsläufig mit Ungerechtigkeit gleichzusetzen. Gerechtigkeit ist kein Synonym für Gleichheit, wenngleich beide Begriffe eng miteinander verknüpft sind. Die in Deutschland wachsende soziale Kluft hat zu Reaktionen sowohl von Seiten der Politik als auch der Wissenschaft geführt. Im Mittelpunkt der Diskussion steht der neue Begriff der Teilhabegerechtigkeit.

       
  • Katharina Belwe

    Editorial

    Die in Deutschland wachsende soziale Kluft hat zu Reaktionen sowohl von Seiten der Politik als auch der Wissenschaft geführt. Im Mittelpunkt der Diskussion steht der neue Begriff der Teilhabegerechtigkeit. Weiter...

    Otfried Höffe

    Soziale Gerechtigkeit: ein Zauberwort - Essay

    Eine zukunftsoffene Gerechtigkeit trägt für Bedingungen realer Freiheit Sorge. Im Gegensatz zu einem maternalistischen Fürsorgestaat sucht sie aber, wo immer möglich, die Eigenverantwortung der Bürger zu stärken. Weiter...

    Peter A. Berger

    Deutsche Ungleichheiten - eine Skizze

    Bis in die neunziger Jahre hinein sind in Deutschland rapide Wohlstandssteigerungen zu verzeichnen. Dessen ungeachtet sind "illegitime", dem Leistungsprinzip widersprechende "Zugehörigkeiten" und Formen "ständischer Regulierung" besonders wirksam (geblieben). Weiter...

    Paul Nolte

    Soziale Gerechtigkeit in neuen Spannungslinien

    Materielle Umverteilung und kulturelle Anerkennung greifen bei veränderten sozialen Konfliktlagen gleichermaßen zu kurz. Gerechtigkeit muss im Spannungsfeld neuer Verteilungsfragen und kultureller Teilhabe neu positioniert werden. Weiter...

    Rainer Forst

    Die erste Frage der Gerechtigkeit

    Die Debatten um eine Reform des Sozialstaats erfordern eine Verständigung über den Begriff der Gerechtigkeit. Nur die gesellschaftliche Grundstruktur kann gerecht genannt werden, die gegenüber denen, die in ihr am schlechtesten gestellt sind, zu rechtfertigen ist. Weiter...

    Petra Böhnke

    Teilhabechancen und Ausgrenzungsrisiken in Deutschland

    Langzeitarbeitslosigkeit, dauerhafte Armut und mehrfache Benachteiligungen gehen mit Marginalisierungserfahrungen einher. Sie stellen kein schichtübergreifendes Lebensrisiko dar. Weiter...

    Rudolf Tippelt, Aiga von Hippel

    Weiterbildung: Chancenausgleich und soziale Heterogenität

    Soziale Ungleichheit ist auch in der Weiterbildung ein wichtiges Thema. Welche Wege führen – trotz auch gegenläufiger Tendenzen – zu mehr Chancengerechtigkeit im vierten Bildungssektor? Weiter...