Hinweisschild zum Parlamentarischen Rat an der Straße nach Bonn

Grundgesetz

Am 8. Mai 1949 nahm der Parlamentarische Rat in Bonn nach langen Verhandlungen den Entwurf des Grundgesetzes an. Am 23. Mai wurde es verkündet und trat am nächsten Tag in Kraft. Die Bezeichnungen "Parlamentarischer Rat" und "Grundgesetz" statt "Nationalversammlung" und "Verfassung" sollten den provisorischen Charakter unterstreichen.

Spätestens mit der deutschen Vereinigung 1990 wurde das Provisorische dauerhaft. Anlässlich des 70. Jahrestages bietet sich nicht nur die Gelegenheit zur Neubewertung der politischen und rechtshistorischen Ereignisse, die mit dem Grundgesetz verbunden sind, sondern auch zur Vergegenwärtigung, dass demokratische Errungenschaften auch wieder verloren gehen können, wenn sie nicht gepflegt werden.

Lorenz Abu Ayyash

Editorial

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Maximilian Steinbeis

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Oliver F. R. Haardt

Das Grundgesetz im Strom der Zeit. Entstehung und zeitliche Verortung der deutschen Verfassungen von 1949

Das Grundgesetz entstand als Provisorium des Kalten Krieges. Es war kein Neuanfang, sondern eine Restauration, die an die liberal-bürgerliche Verfassungstradition der Aufklärung anknüpfte. Mit der DDR-Verfassung wurde eine alternative Zeitlinie aufgemacht.

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Aristoteles’ Reise nach Amerika. Zur Ideengeschichte von Verfassungen

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Verfassung als Integrationsprogramm

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Andreas Voßkuhle

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