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Die Zukunft der Ideen


17.7.2005
Die Digitalisierung scheint die Rechte an immateriellen Gütern auszuhöhlen. Sie bietet aber auch bisher unvorstellbare Möglichkeiten, diese Rechte im Zusammenspiel mit neuen Gesetzen auszuweiten.

Einleitung



In der "Rheinischen Zeitung" vom 25. Oktober 1842 machte ein Journalist seinem Unmut Luft: "Man kann unmöglich auf elegantere und zugleich einfachere Weise das Recht der Menschen vor dem Recht der jungen Bäume niederfallen lassen", hieß es dort mit weit mehr als einem Anflug von Sarkasmus. "Auf der einen Seite nach Annahme des Paragraphen steht die Notwendigkeit, daß eine Masse Menschen ohne verbrecherische Gesinnung von dem grünen Baum der Sittlichkeit abgehauen und als Raffholz der Hölle des Verbrechens, der Infamie und des Elends zugeschleudert werden. Auf der andern Seite nach Verwerfung des Paragraphen steht die Möglichkeit der Mißhandlung einiger jungen Bäume, und es bedarf kaum der Anführung! die hölzernen Götzen siegen, und die Menschenopfer fallen!"[1] Nicht nur die hölzernen Götzen siegten, sollte man hinzufügen, sondern auch die Waldeigentümer.

Karl Marx nahm seine Sprachmacht zusammen, um zu zeigen, wie einmal mehr die herrschende Klasse sich Gesetze schuf, die die Welt nach ihren subjektiven Interessen strukturierte. Ort der hitzigen Auseinandersetzungen an fünf Tagen im Herbst 1842: der Landtag der Preußischen Rheinprovinz. Ihr Objekt: das Holzdiebstahlsgesetz. Warum beschäftigte sich Marx damit? Weil es dort um eine der fundamentalen Kategorien moderner Gesellschaften ging: das Eigentum.


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Fußnoten

1.
Karl Marx, Verhandlungen des 6. Rheinischen Landtags. Debatten über das Holzdiebstahlsgesetz, in: Marx-Engels Werke, Bd. 1, Berlin (Ost) 198815, S. 111.