Eine mit nuklearen Sprengköpfen bestückbare US-Interkontinentalrakete vom Typ LGM-30 Minuteman bei einem Test in Kalifornien, 03.05.2019.

26.4.2019 | Von:
Johannes Varwick

Zwischen Comeback und Zerrissenheit – hat die Nato Bestand?

Die Nato hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Wurde der Bündnisverteidigung nach 1990 gut zwei Jahrzehnte lang kaum Bedeutung beigemessen, ist die Frage der kollektiven Verteidigung seit Beginn des Krieges in der Ukraine 2014 und der Neubewertung der Rolle Russlands wieder auf der Agenda und hat zu weitreichenden und noch nicht abgeschlossenen Veränderungen geführt. Zudem bleibt die Nato, die am 4. April 2019 ihren 70. Jahrestag begangen hat, im Bereich des militärischen Krisenmanagements aktiv und widmet sich außerdem neueren Themen wie Cyberkrieg, hybride Kriegsführung, Kontrolle der Migration über das Mittelmeer oder Stabilisierung von Partnern im Süden (etwa im Rahmen von Partnerschafts- oder Ausbildungsprogrammen wie in Afghanistan, Irak oder Jordanien). Gleichzeitig positionieren sich die USA unter Präsident Donald Trump neu und fordern von den Europäern nach wie vor einen wesentlich größeren Beitrag in der Nato ein – wobei bisweilen zweifelhaft ist, ob die Trump-Administration formalisierten Allianzen wie der Nato überhaupt noch einen hohen Stellenwert einräumt.

Die Bedeutung der Nato in der internationalen Sicherheitspolitik unterliegt damit einem erheblichen Wandel, und die transatlantische Sicherheitspartnerschaft wird derzeit unter heftigen Spannungen neu austariert. Die Allianz ist mithin nicht so sakrosankt, wie dies jahrzehntelang empfunden wurde. Daraus resultieren grundsätzliche Fragen für den Bestand der Nato.

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Autor: Johannes Varwick für Aus Politik und Zeitgeschichte/bpb.de
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