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18.5.2005 | Von:
Franz-Josef Meiers

Zur Transformation der Bundeswehr

Der Beitrag vergleicht die Personalstrukturmodelle der letzten drei Verteidigungsminister: Volker Rühe, Rudolf Scharping und Peter Struck.

Einleitung

Seit ihrer Gründung war die Bundeswehr hinsichtlich Umfang, Struktur, Ausrüstung und Ausbildung auf die operativen Erfordernisse einer statisch-linearen Verteidigung in der Mitte Europas ausgerichtet. Mit dem Ende des Ost-West-Konflikts Anfang der neunziger Jahre besteht die strategische Notwendigkeit für eine mit den Bündnispartnern durchgeführte zusammenhängende, grenznahe Vorneverteidigung gegen eine sichtbare militärische Bedrohung nicht mehr. Kooperation, Konfliktverhütung und Krisenbewältigung rücken in den Mittelpunkt der westlichen Sicherheitsvorsorge.

Die Zeitenwende stellte die Bundeswehr vor die Aufgabe, sich der grundlegend und dauerhaft veränderten sicherheitspolitischen Lage in der Mitte Europas strukturell anzupassen, die Vorgaben des Bündnisses umzusetzen und damit die Handlungsfähigkeit der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik im euro-atlantischen Handlungszusammenhang zu wahren. Mit dem erweiterten geografischen und funktionalen Aufgabenspektrum sah sich die Bundeswehr neuen Anforderungen gegenüber, für die in ihrer Struktur, Ausrüstung und Ausbildung bisher keine oder nur im beschränkten Umfang Vorsorge getroffen worden war: die Bereitstellung mobiler und flexibler Einsatzkräfte, die in kurzer Zeit über strategische Entfernungen außerhalb des NATO-Vertragsgebietes verlegt werden können.

Die Anpassung der Bundeswehr an die veränderten Anforderungen des sicherheitspolitischen Umfeldes wird anhand des Personalstrukturmodells 340 000 von Verteidigungsminister Volker Rühe, des von seinem Nachfolger Rudolf Scharping 2000 beschlossenen Personalstrukturmodells 2000 und der von Verteidigungsminister Peter Struck 2004 eingeleiteten Transformation diskutiert. Im Mittelpunkt steht die Frage, inwieweit der Umbau der Bundeswehr den realen Anforderungen an deutsche Streitkräfte, sich an bündnisgemeinsamen Einsätzen außerhalb des NATO-Vertragsgebietes zu beteiligen, entsprochen hat bzw. entspricht.