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29.4.2005 | Von:
Rainer Gries

Mythen des Anfangs

Erzählungen vom Beginn sowie vom Gestern, Heute und Morgen dienten den Eliten der Bundesrepublik, der DDR und der Republik Österreich nach Kriegsende dazu, ein Wir-Gefühl und Wir-Verständnis zu begründen.

Einleitung

Die Mythen des Anfangs wussten Einheit zu stiften, indem sie Geschichten der "Einheit" erzählten. Die Eliten der Bundesrepublik Deutschland, der DDR und der Republik Österreich standen im ersten Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg und der "Stunde null" vor der Aufgabe, ein auf das jeweilige Staatswesen und sein Gesellschaftssystem bezogenes Wir-Gefühl zu begründen. Es galt, Legitimität zu symbolisieren und Loyalität von den Vielen zu erheischen, wozu prägnante, akzeptanzfähige, emotionalisierende und mobilisierende Erzählungen angeboten werden mussten. Vornehmste Aufgabe dieser Geschichten musste es sein, politische, soziale, ökonomische, vor allem aber familiäre Erfahrungen von Kontingenz in höhere Sinnhorizonteeinzubinden. Die traumatischen Kriegserlebnisse, der Zusammenbruch staatlicher Institutionen und politischer Autoritäten sowie die Orientierungs- und Hoffnungslosigkeit von Millionen machten einfache und einprägsame wie sozialpsychologisch leistungsstarke Erzählungen erforderlich.[1]




Diese Narrative gaben den Gesellschaften in statu nascendi eine integrierende Zeit-Gestalt vor, indem sie erklärten, woher man kam, wo man stand und wohin man gemeinsam wollte. Sie offerierten ein versöhnliches Muster vonVergangenheitsdeutung, Gegenwartsverständnis und Zukunftsperspektiven (Karl-Ernst Jeismann). Diese Narrative hatten diejenigen Grund-Werte zu vermitteln, die für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fortan verbindlich sein sollten. Sie mussten nichts weniger als einen akzeptanzfähigen zeitlich-politisch-moralischen Orientierungsrahmen, kurz: das neue soziale und politische Selbstverständnis und Selbstgefühl, leicht verständlich darstellen und versinnbildlichen - in Form von Bildern, Symbolen, Ritualen und Personen.

Mythen des Anfangs sind nicht nur Gründungsmythen, die unhinterfragbar einen sagenhaften Ursprung des eigenen Gemeinwesens formulieren und ausgestalten.[2] Vorstellungen von einem sinnhaften Beginn sind überdies mit einem Verständnis von Gegenwart und Zukunft verknüpft. Dieser Beitrag unternimmt den Versuch, das Geflecht mythischer Erzählungen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in der ersten Nachkriegszeit auf dem Territorium der drei Folgestaaten des "Dritten Reiches" vergleichend zu skizzieren.

Österreich - "das erste Opfer des Nationalsozialismus"

In allen drei Ländern lässt sich die Vielfalt der Symbole, Bilder und Geschichten auf unumstößliche erste Grund-Sätze zurückführen. In Österreich lautete diese fundamentale Sentenz: "Wir sind die ersten Opfer des Nationalsozialismus." Dieser den künftigen österreichischen Offizialdiskurs strukturierende Satz wurde im April 1945 im Gründungsdokument der Republik festgeschrieben: "Angesichts der Tatsache, daß der Anschluß des Jahres 1938 (...) durch militärische Bedrohung von außen und den hochverräterischen Terror einer nazifaschistischen Minderheit eingeleitet, einer wehrlosen Staatsleitung abgelistet und abgepreßt, endlich durch militärische kriegsmäßige Besetzung des Landes dem hilflos gewordenen Volke Österreichs aufgezwungen worden ist, (...) und endlich angesichts der Tatsache, daß die nationalsozialistische Reichsregierung Adolf Hitlers kraft dieser völligen politischen, ökonomischen und kulturellen Annexion des Landes das macht- und willenlos gemachte Volk Österreichs in einen sinn- und aussichtslosen Eroberungskrieg geführt hat, den kein Österreicher jemals gewollt hat, (...), erlassen die unterzeichneten Vertreter aller antifaschistischen Parteien Österreichs (...) die nachstehende Unabhängigkeitserklärung."[3]

Die Erklärung der Unabhängigkeit als Deklaration der Unschuld: Während im "Altreich" noch gekämpft wurde, vier Tage vor Hitlers Freitod, gossen drei Parteien des "neuen Österreich" das Fundament des künftigen Selbstverständnisses. Der gängigen Erzählung zufolge war das kleine und wehrlose Österreich von den "braunen deutschen Horden" 1938 überrannt worden.[4] "Belogen" und "betrogen" - die überwältigende Mehrheit sah sich als unpolitische, hilflose Opfer einer fremden Propagandamaschinerie. Zwar gab es auch im eigenen Volk einige wenige, vom Ausland gesteuerte Verräter, aber das Gros war unschuldig, mehr noch: Die wahren Österreicher hatten sich auch unter der Besatzungsherrschaft den Geist der Menschlichkeit und die Treue zu ihrem geliebten Land nicht austreiben lassen.[5] Das galt nicht zuletzt für die Soldaten, die in der Wehrmacht kämpften - in ihrem Herzen dienten sie nur der Heimat.[6] Zu Kronzeugen des Opfermythos wurden die Alliierten stilisiert, denn mit der "Moskauer Deklaration" vom November 1943 hatten sie der Republik Österreich einen solchen Status zwar bestätigt, zugleich aber auch eine Mitverantwortung eingefordert, welche die Unabhängigkeitserklärung "nahezu versteckte" und welche der öffentlich kommunizierte Unschuldsmythos gänzlich unerwähnt ließ.[7]

Diese Grundsätze des österreichischen Selbstbildes stießen auf breite Akzeptanz. Etwa vier Jahrzehnte lang strukturierten und steuerten Variationen dieses Opfermythos das österreichische Selbstverständnis.[8] Erst seit den achtziger Jahren, nicht zuletzt im Zuge der öffentlichen Debatten um den Bundespräsidenten Kurt Waldheim, wurde dieses Narrativ in Frage gestellt.[9] Die eingängige Meistererzählung vom kleinen und hilflosen, vom braven und unterjochten österreichischen Volk bahnte einer Vielzahl weiterer Propageme den Weg.[10]

Integration durch Abgrenzung: Der Opferstatus ließ es zu, Täter und Schuldige ohne großen Aufwand auszugrenzen.[11] Es waren "die Deutschen" und wenige Helfershelfer im eigenen Land. Der Aufbau eines österreichischen Wir-Gefühls ließ sich fortan am besten durch eine Propaganda der Abgrenzung zum großen Nachbarn, den "nazistischen Preußen", bewerkstelligen.[12]

Einheitsstiftung durch imaginierte gemeinsame Erfahrung: Opfer der Aggressoren waren sowohl Repräsentanten der Linken wie der Rechten, "Rote" wie "Schwarze", so ein weiteres Argumentationsmuster. In den Konzentrationslagern waren sie unterschiedslos dem Terror ausgesetzt. Die gemeinsame Erfahrung der "Lagerstraße" begründete demzufolge die neue demokratische Kultur. Das Gegeneinander der Ersten Republik sollte aufgrund des "Geistes der KZ-Gemeinschaft" in ein Miteinander der Zweiten Republik überführt werden.[13] Das "neue Österreich" sollte zukunftssicher sein, doch diese gerne beschworene Formel wurde keineswegs mit hehren Plänen einer austriakischen Zukunftsgesellschaft verknüpft. Mit der Geburt eines "neuen Österreichs" war vielmehr der Weg in eine Konsensgesellschaft der Nachkriegszeit gemeint, die sich vom missglückten Modell der Dissensgesellschaft der Vorkriegszeit abheben sollte.[14]

Zur überragenden politischen Symbolfigur des neuen Österreichs avancierte der zweite Kanzler der Zweiten Republik, Leopold Figl. "Unser Poldl" war "unser Österreich", der homo austriacus schlechthin: ein volksverbundener Heurigen-Politiker mit Weinglas, die Inkarnation des guten und ausgleichenden Landesvaters. Vor allem aber konnte der Bauernsohn aus dem Tullnerland als Verkörperung des Opfermythos gelten, denn "der Figl" war von 1938 bis 1943 in den Konzentrationslagern Dachau und Flossenbürg inhaftiert gewesen, weil er sich unerschrocken zu Österreich bekannt hatte.[15] Sein mit dem Österreich-Mythos eng verwobener persönlicher Nimbus erreichte 1955 einen Höhepunkt, denn der damalige Außenminister galt als Schöpfer des mit Bauernschläue erkämpften Staatsvertrages, der Österreich seine Souveränität zurückgab. Bis zum legendären wie erlösenden "Österreich ist frei" aus dem Munde Figls anlässlich der Unterzeichnung des Vertrages war das Propagem vom nicht enden wollenden Opfergang ausgedehnt worden. Leopold Figl, der "mutige kleine Mann", hatte es unternommen, die Ketten der Knechtung des "mutigen kleinen Landes" zu sprengen - vor allem deshalb, weil es ihm noch am Vorabend der Unterzeichnung gelungen war, in der Außenministerkonferenz durchzusetzen, dass eine Klausel gestrichen wurde, welche Österreich eine "gewisse Verantwortlichkeit" am Zweiten Weltkrieg vorgeworfen hatte. Die Gründungserzählung Österreichs fand 1955 ihren furiosen Abschluss - die glückliche Wende zum Guten war gelungen.[16]

Das "neue Österreich" präsentierte sich auch visuell als "Land der Berge, Land am Strome", das seine Nationalhymne seit 1947 geradezu programmatisch pries.[17] Eine Metaphorik des Raumes führte beschauliche Bilder eines kleinen, aber schönen Landes vor, das sich inmitten einer polar verfassten Welt behauptete: Österreich inszenierte sich aus der Sicht des Herrgottswinkels, zeigte sich als Idyll aus Hochalpen und Donauniederungen, bevölkert von einem schlauen und gläubigen Bauernvolk. Fortan dominierten Bilder, Bauwerke und Bundeskanzler, die Österreich als Mittler, als "Brücke" zwischen West und Ost, entwarfen. Der Bundeskanzler Bruno Kreisky und der Wiener Erzbischof, Franz Kardinal König, repräsentierten diese Grunderzählung des neuen Österreichs dann in späteren Jahren.

DDR - "das andere Deutschland"

Auch die Ideologen der 1946 gegründeten Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) richteten einen unwiderruflichen Grund-Satz auf: "Wir sind diejenigen, welche das andere, das bessere Deutschland aufbauen." Eng damit verknüpft war ein weiteres politisches Grundaxiom: Die am 7. Oktober 1949 gegründete DDR sah sich - ganz im Gegensatz zur Bundesrepublik - als Hort des "Antifaschismus".[18] Dabei handelte es sich freilich um einen "gesäuberten Antifaschismus" (Lutz Niethammer), der bald Ansätze einer pluralen Erinnerungskultur zurückdrängte, das gültige Bild der unmittelbaren Vergangenheit den politischen Bedürfnissen der Partei unterwarf, bestimmte Opfergruppen ausblendete und eine Hierarchie der Opfer installierte. An deren Spitze standen die proletarischen Widerstandskämpfer, die unter Führung der Kommunisten den Faschisten die Stirn geboten hatten.

In der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) war die unmittelbare Nachkriegszeit bereits als Phase der "antifaschistisch-demokratischen Umwälzung" bezeichnet worden, in deren Verlauf die Enteignung von "Kriegsverbrechern", Nazigrößen und Großgrundbesitzern durchgeführt und eine "wahre" Demokratisierung ins Werk gesetzt werden sollte. Durch die Entmachtung der Exponenten des Faschismus, der "Militaristen" und "Imperialisten", sei die DDR zum ersten deutschen "Friedensstaat" geworden.

Das menschliche Antlitz des Sozialismus: Die Protagonisten des neuen Staates, die Kader der SED, nahmen für sich in Anspruch, Führer der Arbeiterklasse und Opfer des Nationalsozialismus zu sein. Als ehemalige KZ-Häftlinge und Emigranten reklamierten sie eine moralische Dignität, aus welcher sie ihre Machtansprüche herleiteten. Die ehedem kommunistischen und sozialdemokratischen Verfolgten des Naziregimes sollten nunmehr als Protagonisten der Partei das Programm des "neuen Deutschlands" verkörpern. Vor allem Angehörige der um 1930 geborenen Aufbaugeneration folgten diesem Angebot, da sie hofften, auf diesem Weg ihren jugendlichen Glauben in den Nationalsozialismus kompensieren zu können.

Auf der Bühne der DDR traten Propagandafiguren auf, welche die Idee des Sozialismus personifizieren sollten. Zum wirkmächtigen Kanon der Gründungsnarrationen zählten vor allem die Helden des antifaschistischen Widerstandskampfes, die wie Märtyrer verehrt wurden und deren Aura den neuen Staat und die Partei heiligte; dazu zählte der im Konzentrationslager Buchenwald ermordete frühere Parteichef der KPD Ernst "Teddy" Thälmann. In den fünfziger Jahren kamen Helden des Aufbaus wie der Bergmann und Bestarbeiter Adolf Hennecke und Sportlerhelden wie der Radfahrer Gustav Adolf "Täve" Schur hinzu.[19]

Auch die politischen Eliten der DDR mussten bestrebt sein, zu integrieren. "Einheit" wurde zum Leit-Propagem. Die politische Interpretation von "Einheit" definierte unmissverständlich die Machtverhältnisse in der DDR: Die "Einheit der Arbeiterklasse" wurde als Garant der neuen politischen Macht und des Weges in eine neue Gesellschaft verstanden und stellte einen unabdingbaren Glaubenssatz dar. Die soziale Interpretation definierte die gesellschaftlichen Verhältnisse: Der Händedruck war nicht nur Symbol für die "Einheit der Arbeiterklasse" in der SED, sondern auch für die "Einheit der Klassen" in der DDR. Die deutschlandpolitische Interpretation definierte das Verhältnis zur Bundesrepublik: In den vierziger und fünfziger Jahren symbolisierte der Händedruck wie selbstverständlich die "Einheit Deutschlands". "Die Einheit der beiden deutschen Staaten" blieb offizielle Politik der DDR bis in die sechziger Jahre hinein. Walter Ulbricht preschte immer wieder mit Plänen zu einer Konföderation der beiden deutschen Staaten vor. Die außenpolitische Interpretation definierte die Vormacht des sozialistischen Lagers: "Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen!" Die Freundschaft zur Sowjetunion galt als Grund-Gesetz. Die Einheit des sozialistischen Weltsystems war hierarchisch gegliedert. Die sowjetischen Brüder hatten als diejenigen zu gelten, die in der politischen und persönlichen, in der gesellschaftlichen und der wissenschaftlichen Entwicklung weiter vorangeschritten waren.[20]

Integration durch Abgrenzung: Die Feinde dieses konsequent "antifaschistischen" Kurses und des Strebens nach "Einheit" wurden von der Propaganda in Westdeutschland, West-Berlin und Washington geortet. Dort saßen die wahren Schuldigen des Nationalsozialismus, die "Nazigeneräle", die "Militaristen", die sich mit den "Kapitalisten" zusammengetan hatten, um die Entwicklung einer sozialistischen Gesellschaftsordnung mit ihren üblen Machenschaften zu unterminieren.[21]

Zwar gab es eine Omnipräsenz legitimierender "antifaschistischer" Geschichtsbilder in der DDR,[22] doch wurden diese stets von Zukunftsbildern dominiert. Das Neue am "neuen Deutschland" enthielt eine große zeitpropagandistische Verheißung: "Wir sind auf dem sicheren Weg in die Zukunft des Sozialismus und des Kommunismus."[23] Auch die DDR-Hymne verdichtete die parteiamtliche Meistererzählung: "Und der Zukunft zugewandt." Bereits kurz nach dem Krieg hatte der SED-Vorsitzende und spätere Präsident der DDR, Wilhelm Pieck, erklärt: "Das ist der Beginn einer neuen Zeit. Wir haben das Fundament gelegt. Es ist der unerschütterliche Fels, auf dem das deutsche Volk eine glückliche Zukunft erbauen wird."[24] Diese Sentenz greift Strukturelemente eines ganz anderen Gründungsaktes auf; sie lehnt sich an das Wort Jesu Christi an, mit welchem er nach gängiger Exegese die Kirche einsetzte:[25] "Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen." (Matthäus 16, 18)

Besonders in den Anfangsjahren wurde der neue Staat gern als neugeborenes Kind imaginiert: "Die Geburt eines neuen Deutschland" lautete der programmatische Titel einer frühen Geschichte der DDR.[26] Dieser Staat, so die über 40 Jahre kaum variierte Aussage dieses Geburtsmythos, wurde einem Kinde gleich rein und unschuldig "geboren": Im Osten Deutschlands entstand demzufolge 1949 der erste deutsche "Friedensstaat", errichtet auf einer moralischen Tabula rasa. Die DDR ist der legitime von zwei Brüdern, die Bundesrepublik wird ausdrücklich als "illegitim" bezeichnet. Das neugeborene Kind konnte fürsich beanspruchen, ohne jede Schuld zusein: unschuldig am Krieg, am "Faschismus" und später auch am Stalinismus. Die bei den Agitatoren beliebte Geburtsmetapher vermochte jedwede Verantwortung für die Teilungsgeschichte zu tilgen. Dieser Gründungsmythos erzählte nicht nur die Anfänge der DDR als "menschliche" Geburt, sondern versuchte, zumindest während der fünfziger Jahre die kommende deutsche Wiedervereinigung folgerichtig als "Wiedergeburt" zu insinuieren.

Bundesrepublik Deutschland - "das Wirtschaftswunder"

Die Einwohner der Westzonen konnten sich einen vergleichbaren Grund-Satz nicht auf die Fahnen schreiben. Die "Einheit", die sie in den unmittelbaren Nachkriegsjahren verspürten, war nicht positiv, sondern negativ begründet. Auch in den Westzonen machten die Besatzungsmächte unmissverständlich klar, dass Deutschland besiegt und besetzt sei, nicht aber befreit.

In Österreich (ab 1945) und in der DDR (ab Ende der vierziger Jahre) wurden die "Täter" externalisiert und sogar exterritorialisiert ("Nicht wir, sondern 'die Deutschen'" respektive ",die Spalter und Faschisten in Westdeutschland' sind schuld"). Im selben Atemzug wurde die Bevölkerung exkulpiert - was Räume für Integration und "Einheit" schuf: So gab sich die SED bereits 1946/47 als "großer Freund der kleinen Nazis".[27] Der Opfermythos in Österreich und der Mythos vom anderen, antifaschistischen Deutschland in der DDR schufen probate Schutzdächer, unter denen sich Belastete des nationalsozialistischen Regimes verstecken und - mit Billigung der politischen Eliten - ohne Aufwand integrieren konnten. Die Westdeutschen dagegen zeigten sich nach dem Krieg desorientiert und zutiefst verunsichert. Auf die Vergangenheit konnte man sich nicht beziehen, die Zukunft blieb im Dunkeln, und die Gegenwart zeigte sich unbarmherzig und voller Mühen. Historiker sprachen damals von einer "geschichtslosen Zeit" und der "Sinnlosigkeit deutscher Geschichte".[28]

Ausprägungen eines Selbstverständnisses als "Opfer": Infolge der drückenden Last des Nachkriegsalltags ohne Nahrung und Hausbrand fühlte sich mancher auch in Westdeutschland als "Opfer". Frauen und Kinder schlugen sich mehr schlecht als recht durch, die Männer waren gefallen oder aber in Kriegsgefangenschaft. Man habe genug gesühnt, war die Meinung vieler in den harten Nachkriegswintern. Das Überleben in der Rationen-Gesellschaft stilisierte man zwar zuweilen zur abenteuerlichen Erzählung, aber dieses Selbstverständnis schuf noch keinen Mythos des Anfangs. Unterstützt wurde eine solche sozialpsychische Opferdisposition durch einen Opferdiskurs, der mit dem "Untergang" der 6. Armee in Zusammenhang gebracht wurde. "Stalingrad" stand für den "Opfergang" deutscher Soldaten, für den die nationalsozialistische Führung die Verantwortung zu tragen habe.[29]

Integration durch Abgrenzung: "Schuld" konnten demzufolge nur diejenigen sein, die die kleinen Leute verführt hatten. Im Zuge dieser Argumentation gebar sich auch in Westdeutschland eine Gruppe selbst als "erste Opfer Hitlers": die einstigen, gläubigen NS-Volksgenossen. Sie sahen sich im Nachhinein "auf dämonische Weise verführt, unterjocht und mißbraucht"[30]. Die einfachen Menschen und Soldaten hatten demnach nur ihre Pflicht erfüllt. Und im Übrigen habe man von nichts gewusst.[31] In vielen Bereichen gelangten die alten Eliten wieder in Amt und Würden.

Das stärkste integrierende Propagem war der Antikommunismus. Demnach war der Krieg gerechtfertigt gewesen, um der "asiatischen" Bedrohung durch die Sowjetunion Einhalt zu gebieten. Mit dem Ende des Krieges stand "der Russe" nun in der Mitte Deutschlands: Umso dringender erschien es, dass sich die Bundesrepublik in den seit der Oktoberrevolution von 1917 bestehenden globalen ideologischen Widerstreit zwischen Kapitalismus und Marxismus-Leninismus einfügen konnte. Schon frühzeitig bildete sich im Westen ein polares Selbstverständnis aus, das die Integration in die ideologische Gemeinschaft "des Westens" der Einheit "der Nation" vorzog.[32]

Die Bundesrepublik Deutschland verstand sich wie die DDR als Kernstaat und überdies als Rechtsnachfolger des "Dritten Reiches".[33] Obschon sich die Gründerväter und -mütter mühten, deutlich zu machen, dass das Grundgesetz ebenfalls ein "anderes Deutschland" modellierte,[34] blieb die Gründungserzählung blass: Der Grundkonsens der Bundesrepublik war unter den Parteien umstritten, ebenso ihre Symbole, Riten und Rituale. Das Provisorium Bundesrepublik prägte zunächst keine differenzierte mythische Erzählung aus.[35]

Die westdeutsche Selbstvergewisserung entfaltete sich erst allmählich und kumulativ zunächst unterhalb der Ebene von "Meistererzählungen" - was keineswegs heißen soll, dass es keine Mythen des Anfangs gab.[36] Auch hier bildeten sich kollektiv geteilte Elemente von Erzählungen aus; aber sie wuchsen langsam und wurden weniger "von oben" dekretiert. Vielfach kommunizierte man sie gar nicht oder nur zum Teil, und erst im Laufe der späten fünfziger Jahre war die westdeutsche Selbstnarration komplett.

Die erste Erfahrung, die zu einem fundamentalen Baustein des westdeutschen Mythos ausgebaut wurde, war die Währungsreform. Unzählige Geschichten beschrieben später die Einführung des neuen Geldes als dramatisches Wendeereignis: Bis zu diesem sagenhaften 20. Juni 1948 wird eine Zeit des Stillstandes, des Darbens und Hungerns, der Waren- und Wertlosigkeit erinnert, dann geschah in den Augen vieler "über Nacht" das Wunder einer überbordenden Warenfülle. Die prall gefüllten Läden wurden zu Vorzeichen des Wirtschaftswunders, das "Kopfgeld" versprach "Wohlstand für alle". Die Wirklichkeit sah anders aus: Ob die neue Währung tatsächlich Zukunft garantieren würde, war imFrühsommer 1948 keineswegs abzusehen.

Das Jahr 1954 lieferte den Anlass, um die Erzählung vom Warenparadies fortzuspinnen und sie zu einer ersten integrierenden Sentenz auszuformulieren.[37] Der Sieg der bundesdeutschen Mannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft in der Schweiz gab der Genese des Mythos einen kräftigen Schub. Das "Wir sind wieder wer" war geboren, wobei die Werte der Fußballer von Bern als gesamtgesellschaftliche Werte kommuniziert wurden. So war es kein Zufall, dass dieser überragende sportliche Erfolg auch politisch und ökonomisch interpretiert wurde. Mit dem Sieg wurde die Erwartung beglaubigt, dass man durch ein gemeinsames Ziel, harte Arbeit und kameradschaftlichen Zusammenhalt zum Erfolg kommen könne. Der Grund-Satz von 1954 hieß: "Wir sind wieder wer, weil wir gemeinsam etwas leisten." Die Fußballhelden von 1954 gaben ideale Identifikationsfiguren eines Mythos ab, für den ein ganzes Volk mit den Händen arbeitete: den tragenden Mythos von der "Sozialen Marktwirtschaft".

Das akute Mythendefizit Westdeutschlands diagnostizierten zu Beginn der fünfziger Jahre auch führende Unternehmer: Seit Ende der vierziger Jahre hatten zahlreiche altbekannte Markenprodukte mit dem Slogan "Wir sind wieder da - in bester Friedensqualität!" auf sich aufmerksam gemacht und die Geburt des Weststaates unterfüttert. Eine gemeinschaftsstiftende Propaganda, welche die wirtschaftlichen Erfolge politisch in Dienst stellte, fehlte jedoch. Daher gründeten potente Wirtschaftler eine politische Public-Relations-Organisation namens "Die Waage. Gemeinschaft zur Förderung des sozialen Ausgleichs" und initiierten Kampagnen für die "Soziale Marktwirtschaft".[38] Der ungebremste wirtschaftliche Aufstieg und die beständige Werbung für eine Gesellschaft ohne Klassenkampf, in der "alle am gleichen Strang ziehen", hatte Ende der fünfziger Jahre zur gültigen Ausformulierung des bundesdeutschen Mythos geführt. Jetzt hieß der Leit-Satz: "Wir sind wieder wer, weil wir gemeinsam etwas leisten und weil wir uns etwas leisten können."

Österreich und die DDR profitierten nach dem Zweiten Weltkrieg propagandistisch von ihrer territorialen Begrenztheit und bedienten sich unter unterschiedlichen ideologischen Prämissen des Kindchenschemas[39]: "Wer neugeboren und klein ist, konnte gar nicht schuldig sein."[40] Die Bundesrepublik gab für die politischen Eliten beider Staaten eine probate Projektionsfläche ab: Dorthin wurden die "Schuldigen" abgeschoben, wodurch das eigene Territorium rein und unschuldig blieb.[41]

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Fußnoten

1.
Vgl. Überholen ohne einzuholen. Deutsche Gründungserzählungen im Leistungsvergleich. Ein Gespräch mit Herfried Münkler, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, 40 (1995) 10, S. 1179-1190.
2.
Zur Diskussion und Funktion von Gründungsmythen siehe Hans-Joachim Gehrke (Hrsg.), Geschichtsbilder und Gründungsmythen, Würzburg 2001; Edgar Wolfrum, Geschichtspolitik in der Bundesrepublik Deutschland, Darmstadt 1999, S. 52ff.
3.
Präambel der österreichischen Unabhängigkeitserklärung vom 27. April 1945, zit. nach: Eva-Marie Csáky (Hrsg.), Der Weg zu Freiheit und Neutralität. Dokumente zur österreichischen Außenpolitik 1945 - 1955, Wien 1980, S. 36f.
4.
Vgl. Gerhard Botz, Geschichte und kollektives Gedächtnis in der Zweiten Republik. "Opferthese", "Lebenslüge" und "Geschichtstabu" in der Zeitgeschichtsschreibung, in: Wolfgang Kos/Georg Rigele (Hrsg.), Inventur 45/55. Österreich im ersten Jahrzehnt der Zweiten Republik, Wien 1996, S. 51 - 85.
5.
Zur nationalsozialistischen Vergangenheit im österreichischen Geschichtsbild siehe Meinrad Ziegler/Waltraud Kannonier-Finster, Österreichisches Gedächtnis, Wien 1997(2).
6.
Vgl. Wolfgang Kos, Eigenheim Österreich. Zu Politik, Kultur und Alltag nach 1945, Wien 1994, S. 99ff.
7.
Vgl. Anton Pelinka, Von der Funktionalität von Tabus. Zu den "Lebenslügen" der Zweiten Republik, in: W. Kos/G. Rigele (Anm. 4), S. 23 - 32.
8.
Siehe dazu den kursorischen Überblick von Ernst Bruckmüller, Symbole österreichischer Identität zwischen "Kakanien" und "Europa", Wien 1997.
9.
Auch im "Gedankenjahr" 2005 wird in Österreich über den Wahrheitsgehalt des Opferstatus des Staates einerseits und der Opfermentalität der Vielen andererseits debattiert; vgl. z.B. Gerhard Botz, Der Kanzler als Schulmeister der Zeitgeschichtsforschung?, in: Der Standard vom 12./13.3. 2005, S. 37f.
10.
Unter Propagemen seien im Folgenden "semantische Marker" verstanden, "Erzählungen" begrenzter Komplexität, die über lange Zeit mit Hilfe von Massenmedien einer breiten Zielgruppe vermittelt wurden. Vgl. Rainer Gries, Zur Ästhetik und Architektur von Propagemen. Überlegungen zu einer Propagandageschichte als Kulturgeschichte, in: ders./Wolfgang Schmale (Hrsg.), Kultur der Propaganda, Bochum 2005, S. 9 - 34.
11.
Vgl. Ernst Bruckmüller, Nation Österreich. Kulturelles Bewußtsein und gesellschaftlich-politische Prozesse, Wien 1996(2), S. 135 - 153; zur Differenzbildung siehe auch G. Botz (Anm. 4), S. 72ff.
12.
Zur politischen Beziehungsgeschichte siehe Matthias Pape, Ungleiche Brüder. Österreich und Deutschland 1945 - 1965, Köln-Weimar-Wien 2000.
13.
Die Definition einer "Zweiten" im Gegensatz zur "Ersten Republik" bezeichnet Wolfgang Kos als "genialen Marketing-Coup": Vorwort, in: ders./G. Rigele (Anm. 4), S. 9 - 22, hier S. 10f.
14.
Vgl. dazu W. Kos (Anm. 6), S. 59ff.
15.
Vgl. Martin Müller, Unser "Poldl". Zur Konstruktion eines österreichischen Helden, Diplomarbeit, Ms., Universität Wien 2004. Überdies konnten acht von elf Mitgliedern der Regierung Figl und 118 der 215 National- und Bundesratsabgeordneten als Opfer des Nationalsozialismus oder als aktive Widerstandskämpfer gelten, vgl. Erika Weinzierl, Zeitgeschichte in der Krise?, in: Gerhard Botz/Gerald Sprengnagel (Hrsg.), Kontroversen um Österreichs Zeitgeschichte, Frankfurt/M. 1994, S. 132 - 149, hier S. 142.
16.
Vgl. auch W. Kos (Anm. 6), S. 88f.
17.
Zur Propaganda des amtlichen Selbstbildes ließ die Regierung einen aufwändigen Film drehen: 1. April 2000, 1952, Regie: Wolfgang Liebeneiner; vgl. dazu Ernst Kieninger/Nikola Langreiter/Armin Loaker/Klara Löffler (Hrsg.), 1. April 2000, Wien 2000. Vgl. auch Ernst Bruckmüller, Die Entwicklung des Österreichbewußtseins, in: Robert Kriechbaumer (Hrsg.), Österreichische Nationalgeschichte nach 1945. Bd. 1, Wien-Köln-Weimar 1998, S. 369 - 396, S. 395.
18.
Vgl. dazu u.a. Sigrid Meuschel, Legitimation und Parteiherrschaft in der DDR, Frankfurt/M. 1992; Jürgen Danyel (Hrsg.), Die geteilte Vergangenheit, Berlin 1995; Annette Leo/Peter Reif-Spirek (Hrsg.), Helden, Täter und Verräter. Studien zum DDR-Antifaschismus, Berlin 1999; Raina Zimmering, Mythen in der Politik der DDR, Opladen 2000, S. 37 - 168.
19.
Zur Kulturgeschichte der sozialistischen Helden siehe Silke Satjukow/Rainer Gries (Hrsg.), Sozialistische Helden, Berlin 2002. Vgl. dazu auch dies., Von Menschen und Übermenschen. Der "Alltag" und das "Außeralltägliche" der "sozialistischen Helden", in: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), 52 (2002) 17, S. 39 - 46.
20.
Vgl. hierzu das von Silke Satjukow bearbeitete und an der Friedrich-Schiller-Universität Jena beheimatete DFG-Projekt "Sowjetische Streitkräfte und DDR-Bevölkerung. Eine Beziehungsgeschichte".
21.
Vgl. Silke Satjukow/Rainer Gries (Hrsg.), Unsere Feinde. Konstruktionen des Anderen im Sozialismus, Leipzig 2004.
22.
Vgl. dazu u.a. Martin Sabrow (Hrsg.), Verwaltete Vergangenheit. Geschichtskultur und Herrschaftslegitimation in der DDR, Leipzig 1997.
23.
Zur Geschichte der propagandistischen Zukunftshorizonte in der DDR siehe Monika Gibas/Rainer Gries/Barbara Jakoby/Doris Müller (Hrsg.), Wiedergeburten. Zur Geschichte der runden Jahrestage der DDR, Leipzig 1999.
24.
Der Beginn einer neuen Zeit, in: Einheit, 1 (1946) 1, S. 1.
25.
Vgl. Karl Siegbert Rehberg, Zur Konstruktion kollektiver "Lebensläufe". Eigengeschichte als institutioneller Mechanismus, in: Gert Melville/ders. (Hrsg.), Gründungsmythen - Genealogien - Memorialzeichen, Köln-Weimar-Wien 2004, S. 3 - 18, hier S. 7.
26.
Stefan Doernberg, Die Geburt eines neuen Deutschland. 1945 - 1949, Berlin (Ost) 1959.
27.
Vgl. Jürgen Danyel, Die SED und die "kleinen PG's". Zur politischen Integration der ehemaligen NSDAP-Mitglieder in der SBZ/DDR, in: A. Leo/ P.Reif-Spirek (Anm. 18), S. 177 - 196.
28.
Edgar Wolfrum, Geschichtspolitik in der Bundesrepublik Deutschland 1949 - 1989. Phasen und Kontroversen, in: Petra Bock/ders., Umkämpfte Vergangenheit, Göttingen 1999, S. 55 - 81, hier S. 60.
29.
Vgl. Norbert Frei, 1945 und wir. Das Dritte Reich im Bewusstsein der Deutschen, München 2005.
30.
Ebd., S. 101.
31.
Vgl. ebd., S. 152f.
32.
Vgl. Rainer Gries/Silke Satjukow, Feindbilder des Sozialismus. Eine theoretische Einführung, in: dies. (Anm. 21), S. 15f.
33.
Vgl. E. Wolfrum (Anm. 2), S. 54f.
34.
Vgl. Otwin Massing, Gründungsmythen und politische Rituale, Baden-Baden 2000, bes.S. 83ff.
35.
E. Wolfrum (Anm. 28, S. 55f.
36.
Vgl. dazu die hexametrische Nachdichtung "Schöpfungsmythos und Goldenes Zeitalter", in: Rainer Gries/Volker Ilgen/E. Wolfrum, Gestylte Geschichte. Vom alltäglichen Umgang mit Geschichtsbildern, Münster 1989, S. 250ff.
37.
Vgl. Alfred G. Frei, Finale Grande. Die Rückkehr der Fußballweltmeister 1954, Berlin 1994; Dirk Schindelbeck, Sieger Marke Deutschland oder: "Wie wir Weltmeister wurden": Heldenstück in drei Akten, in: ders./Andreas Weber, "Elf Freunde müsst ihr sein!" Einwürfe und Anstöße zur deutschen Fußballgeschichte, Freiburg 1995, S. 71 - 88; Alfred G. Frei, Die Imagination des Wirtschaftswunders. Überlegungen zu einer modernen Erzählung über das Finale Grande der Fußballweltmeisterschaft, in: ebd., S. 130 - 137; Peter Kasza, 1954 - Fußball spielt Geschichte, Berlin 2004, S. 117ff.; Dirk Schindelbeck, Mittendrin statt nur dabei? Zur Entwicklungsdynamik von Fußball, Medien und Kommerz, in: APuZ, 54 (2004) 26, S. 16 - 22.
38.
Siehe dazu ausführlich Dirk Schindelbeck/Volker Ilgen, "Haste was, biste was!" Werbung für die Soziale Marktwirtschaft, Darmstadt 1999.
39.
Siehe Rudolf Burger, Die Zeit der Reife. Zum Abschluß der österreichischen Nationsbildung, in: Transit. Europäische Revue, (1995) 10, S. 59ff.
40.
Gerald Stourzh, Vom Reich zur Republik. Studien zum Österreichbewußtsein im 20. Jahrhundert, Wien 1990, S. 49f.
41.
Siehe dazu auch Etienne François, Meistererzählungen und Dammbrüche. Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg zwischen Nationalisierung und Universalisierung, in: Monika Flacke (Hrsg.), Mythen der Nationen. 1945 - Arena der Erinnerungen, Bd. 1, Mainz 2004, S. 13 - 28, S. 17f.