Der „Schwarze Montag“ in Polen am 3. Oktober 2016. Tausende polnische Frauen treten in den Streik, um gegen eine weitere Verschärfung des ohnehin restriktiven Abtreibungsstrafrechts zu protestieren.

Abtreibung

Eingeführt im Kaiserreich, wurde das Abtreibungsstrafrecht in den Paragrafen 218 ff. Strafgesetzbuch (StGB) im Laufe der Zeit liberalisiert. Seit 1996 gilt in Deutschland eine Fristenlösung bis zur zwölften Schwangerschaftswoche nach Beratung und eine medizinische und kriminologische Indikationenlösung (§218 a). Zuletzt einigte sich die Regierungskoalition auf eine Reform des §219a StGB, der ein sogenanntes Werbeverbot statuiert.

In der Abtreibung ist der Konflikt zwischen der unbeabsichtigt und ungewollt Schwangeren und dem werdenden Kind bereits angelegt. Im Diskurs um Schwangerschaftsabbrüche spielen Grund- und Menschenrechte, Weltanschauung/Religion, Ethik, Medizin, Gesundheit und Inklusion eine Rolle.

Anne Seibring

Editorial

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Katja Krolzik-Matthei

Abtreibungen in der Debatte in Deutschland und Europa

Das Beenden unbeabsichtigter Schwangerschaften begleitet die Menschheitsgeschichte. In der Praxis der Abtreibung ist der Konflikt zwischen zwei Positionen bereits angelegt. Weltweit, auch innerhalb Europas, wird dieser Konflikt unterschiedlich diskutiert und reguliert.

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Dirk von Behren

Kurze Geschichte des Paragrafen 218 Strafgesetzbuch

Das Abtreibungsverbot war seit seiner Aufnahme in das Strafgesetzbuch 1871 Gegenstand oft erbitterter gesellschaftlicher und politischer Diskussionen. Die fortbestehende Brisanz zeigt sich aktuell in der Diskussion um das sogenannte Werbeverbot in § 219a.

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Laura Klein, Friederike Wapler

Reproduktive Gesundheit und Rechte

In Deutschland wird die Diskussion um den Schwangerschaftsabbruch häufig auf eine Konfliktlage zwischen Schwangerer und Embryo reduziert. Im internationalen Recht ist bereits ein umfassendes Verständnis von reproduktiver Gesundheit und Rechte vorzufinden.

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Kirsten Achtelik/Liane Bednarz/Sarah Diehl

Abtreibung und Selbstbestimmung: Drei Positionen

Kirsten Achtelik problematisiert pränatale Tests, die nach "Normabweichungen" suchen. Liane Bednarz plädiert für einen seriösen Lebensschutz. Und Sarah Diehl fordert, Abtreibung ins Ermessen derjenigen zu stellen, deren Körper und Leben betroffen sind.

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Peter Dabrock

Konflikte aushalten und menschlich gestalten. Verantwortungsethik im Umgang mit frühestem menschlichen Leben - Essay

Konflikte und Menschen in ihrer Not ernsthaft und respektvoll wahrzunehmen, ohne deshalb das Bestreben aufzugeben, menschliches Leben anzuerkennen, zu achten und zu schützen: Das sind Schritte einer Verantwortungsethik im Umgang mit frühestem menschlichen Leben.

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Daniel Hornuff

Lebensschutzdebatte im Zeitalter der Digitalisierung. Über Schwangerschaft als Gestaltungsprojekt

Digitalisierung in Form der Sozialen Netzwerk- und Kommunikationskultur übt erheblichen Einfluss auf die Frage aus, wie Ungeborene subjektiviert werden. In der Diskussion um Abtreibung sollte diese Entwicklung berücksichtigt werden.

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