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22.4.2005 | Von:
Hanns Jürgen Küsters

Von der beschränkten zur vollen Souveränität Deutschlands

Die Pariser Verträge vom 23. Oktober 1954 beseitigten das Besatzungsregime der Westmächte, gaben der Bundesrepublik die volle Macht eines souveränen Staaten und besiegelten den NATO-Beitritt Deutschlands.

Einleitung

Als die Pariser Verträge am 5. Mai 1955 in Kraft traten, markierten sie die erste große Zäsur in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Zehn Jahre waren vergangen seit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht und der Übernahme der obersten Gewalt in Deutschland durch die vier alliierten Hauptsiegermächte des Zweiten Weltkriegs.

"Wir sind ein freier und unabhängiger Staat", der "jetzt die Souveränität und damit die Freiheit zurückgewonnen" hat,[1] verkündete Bundeskanzler Konrad Adenauer stolz und stärkte damit das Selbstbewusstsein der jungen Bundesrepublik. Doch wusste er genau: Ihre Souveränität war politisch definiert und unterlag unüberwindbaren Beschränkungen, solange Deutschland geteilt war und keine Friedensregelung mit allen Vier Mächten existierte.


Fußnoten

1.
Vgl. Ansprache Adenauers über den Sender Freies Berlin vom 5. 5. 1955, in: Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung, Nr. 85 vom 6. 5. 1955, S. 701f.