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Generationen-Gerechtigkeit

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    Neben die traditionellen Gerechtigkeitsbegriffe Klasse, Schicht, Milieu, Geschlecht und Chancengleichheit ist der Terminus "Generation" getreten. Darunter werden einerseits Erfahrungen und Eigenschaften einer bestimmten Altersgruppe gefasst; andererseits geht es um den zeitlichen Abstand und die Merkmalsunterschiede zu vorausgegangenen Altersgruppen. Mit "Generationengerechtigkeit" werden ungleiche Lebensverhältnisse Angehöriger verschiedener Generationen angesprochen, wird der Konflikt zwischen Alt und Jung, zwischen heute und künftig thematisiert. Zugleich wird ein Gegensatz der Interessen zwischen jungen und alten Menschen behauptet, der in einigen Medien gar zum "Krieg der Generationen" mutiert.

    Dabei wird nicht nur außer Acht gelassen, dass die heute Jungen morgen die Alten sein werden, sondern auch, dass zwischen den Generationen ein durchaus positives wechselseitiges Abhängigkeitsverhältnis besteht. Es sollte also nicht nur um Reformpolitik im Interesse der Jungen gehen. Ebenso wichtig dürfte es sein, deren Bewusstsein für die eigene Zukunft - das Alter - zu schärfen, was nicht nur eine Aufgabe der Politik darstellt.

    In der Politik spielen die Interessen künftiger Generationen eine eher untergeordnete Rolle. Die hier agierenden Angehörigen der mittleren Generation orientieren sich an der erwachsenen Wählerschaft. Vor diesem Hintergrund fordert eine Gruppe jüngerer Abgeordneter eine neue Zukunftsethik: Der Staat habe in seinem Handeln das Prinzip der Nachhaltigkeit zu beachten und die Rechte künftiger Generationen zu berücksichtigen. Ein Antrag auf Änderung und Ergänzung des Grundgesetzes soll im März 2005 in den Bundestag eingebracht werden.

       
  • Katharina Belwe

    Editorial

    Bei der Diskussion um "Generationengerechtigkeit" wird außer Acht gelassen, dass die heute Jungen morgen die Alten sein werden und dass zwischen den Generationen ein durchaus positives wechselseitiges Abhängigkeitsverhältnis besteht. Weiter...

    Bernd Weisbrod

    Generation und Generationalität in der Neueren Geschichte

    In Deutschland wird ein emphatischer Generationsbegriff bevorzugt. Der Autor Bernd Weisbrod plädiert für ein historisch breiteres Generationskonzept: Aus einem solchen Zugang würden sich einige Vorteile gegenüber dem klassischen Generationsverständnis ergeben. Weiter...

    Volker Amrhein, Bernd Schüler

    Dialog der Generationen

    Generationsübergreifende Projekte verfügen über Potenziale, die sie zu Mitgestaltern künftiger Sozialstrukturen unserer Gesellschaft prädestinieren. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zeichnen sich neue Formen des Miteinanders ab. Weiter...

    Jörg Tremmel

    Generationen-Gerechtigkeit in der Verfassung

    Jörg Tremmel analysiert in seinem Beitrag die strukturelle Gegenwartspräferenz von Demokratien und schlägt konstitutionelle Änderungen zur Abhilfe vor. Entsprechende Ansätze anderer Staaten werden überblicksartig vorgestellt und bewertet. Weiter...

    Ursula Dallinger

    Generationen-Gerechtigkeit – die Wahrnehmung in der Bevölkerung

    Das Problem der "Generationengerechtigkeit" wird aus der Perspektive von Gerechtigkeitsurteilen in der Bevölkerung beleuchtet. Es werden Aussagen über die institutionelle und kulturelle Bedingungen der Stabilität des Generationenvertrages gemacht. Weiter...

     
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