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Die theo-konservative Politik Amerikas


5.2.2005
Das politische Erstarken konservativer evangelikaler und fundamentalistisch-religiöser Bewegungen seit Beginn der achtziger Jahre ist eine der bedeutsamsten kulturellen Entwicklungen in den Vereinigten Staaten.

Einleitung



In den USA wirken sich religiöse Einstellungen der Bürger auf das politische Wahlverhalten aus wie in keiner anderen Demokratie des "Westens". Religiös-moralische Orientierungen waren bei den Kongress- und Präsidentschaftswahlen 2004 einmal mehr ein entscheidender Faktor. Welche Rolle spielen christlich-rechte Interessengruppen bei der Beschaffung republikanischer Mehrheiten im Kongress und für das Weiße Haus? Gelingt es der so genannten "religiösen Rechten",[1] ihr politisches Gewicht bei den Wahlen in politische Repräsentation und praktische Politik umzusetzen? Hat dies Auswirkungen auf die außenpolitischen Positionen Washingtons?






Fußnoten

1.
In der Fachliteratur wird der "jüngere Konservatismus in seinen beiden Spielarten" differenziert. Dabei interpretiert man den intellektuelleren "Neo-Konservatismus" wie auch den Konservatismus der "Religiösen Rechten" (synonym auch als "Christliche Rechte" bezeichnet) als "Reaktion auf die tiefgreifenden und rapiden sozialen, ökonomischen, demographischen, innen- und außenpolitischen Veränderungen der sechziger und siebziger Jahre". Beide Spielarten des "jüngeren Konservatismus" werden von vorwiegend ökonomischen Interessen verpflichteten "Altkonservativen" unterschieden. Vgl. Peter Lösche, Thesen zum amerikanischen Konservatismus, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), 32 (1982) 49, S. 37 - 45; Michael Minkenberg, Neokonservatismus und Neue Rechte in den USA, Baden-Baden 1990; Manfred Brocker, Protest - Anpassung - Etablierung. Die Christliche Rechte im politischen System der USA, Frankfurt/M. 2004.