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17.1.2005 | Von:
Peter Jakubowski

Den Stadtumbau flankieren - Was leisten neue Kooperationsformen in der Stadtentwicklung?

Neue Kooperationsformen - Worüber diskutieren wir?

Kooperation leitet sich aus einem analytischen Kommunikationsverständnis ab: Kommunikation ist ein Sammelbegriff für die vielen Einzeltätigkeiten der Vermittlungsarbeit in Planungsprozessen. Information, Koordination, Partizipation/Beteiligung und Kooperation werden dabei als vier zentrale Bestandteile des Begriffs unterschieden.[5] Spricht man von "Neuen Kooperationsformen", werden in der Regel alle Elemente von Kommunikation betrachtet. Die Betrachtung der neuen Kooperationsformen und der kooperativen Prozesse geht über die informativen und partizipativen Elemente hinaus, wie sie vom Gesetzgeber z.B. im Bauleitplanverfahren vorgesehen sind. Kooperative Stadtentwicklungsprozesse schließen diese Elemente mit ein und kombinieren sie mit neuen, weiter gehenden kooperativen Ansätzen.[6]

Greift man auf teilweise standardisierte und kommerziell angebotene Instrumente der Kooperation zurück, sind z.B. Planungszelle, Zukunfts- oder Perspektivenwerkstätten, Mediationen, kooperativ angelegte Wettbewerbe oder Werkstattgespräche zu nennen, die in ihrer Verknüpfung mit den Verfahren der Bauleitplanung und der übrigen stadtpolitischen Meinungsbildung das Spektrum neuer Kooperationsformen andeuten.[7]

Im Forschungsvorhaben "3stadt2 - Neue Kooperationsformen in der Stadtentwicklung"[8] wurde versucht, die Ansätze von Public Private Partnership und Bürgerbeteiligung zusammenführen. Während bislang in der Regel Bürger und Verwaltung (Bürgerbeteiligung nach BauGB) oder aber Verwaltung und Investor (klassische Public Private Partnerships) zusammenarbeiteten, ist es eine Kernidee von "3stadt2", die drei zentralen Akteursgruppen der Stadtentwicklung - die öffentliche Hand, die investitionsbereite Wirtschaft und die Bürgerinnen und Bürger - gezielt zusammenzuführen und zu prüfen, ob auf diese Weise Planungsverfahren effizienter zu gestalten sind und städtebauliche Qualitäten gesichert werden können.


Fußnoten

5.
Vgl. Klaus Selle, Was? Wer? Wie? Warum? Voraussetzungen und Möglichkeiten einer nachhaltigen Kommunikation, Dortmund 2000, S. 61ff.
6.
Vgl. Klaus J. Beckmann, Stadtplanung im Rahmen von Public Private Partnership. Erfahrungen, Chancen Risiken, in: Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), Stadtentwicklung - Neue Kooperationsformen und Partnerschaften, Düsseldorf 2000, S. 7 - 28, hier S. 8.
7.
Vgl. hierzu Peter Jakubowski, Stadt-Wandel erfolgreich gestalten, in: Die Wohnungswirtschaft, (2001) 10 und 11, S. 33 - 36 und S. 28 - 31; Oliver Fuchs/Dietrich Fürst/Ruth Rohr-Zänker, Neue Kooperationsformen zwischen Kommune, Bürgern und Wirtschaft, in: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (Hrsg.), Neue Kooperationsformen in der Stadtentwicklung. Werkstatt: Praxis, 2 (2002), S. 1 - 88, Bonn.
8.
Vgl. zur Projektdokumentation und weiteren Veröffentlichungen: www.exwost.de / 3stadt2