APUZ Dossier Bild
1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 Pfeil rechts

Chancengleichheit trotz Studiengebühren: die USA als Vorbild?


17.11.2006
Amerika, du hast es besser? Bei der Einführung von Studiengebühren verweisen viele auf das Beispiel USA. Der genaue Vergleich zeigt: Die Privatisierung der Kosten wird nicht mehr, sondern weniger Gerechtigkeit und Qualität bringen.

Einleitung



In der laufenden Diskussion über Studiengebühren wird Kritikern, die auf die drohenden sozialen Folgen dieses Schrittes hinweisen, immer wieder das Beispiel der USA entgegengehalten. Dort liege der Anteil der Studierenden aus sozial schwachen Familien weit höher als in Deutschland, obwohl die US-Hochschulen durchweg Studiengebühren erhöben, und zwar höhere als hierzulande vorgesehen. Solche Gebühren seien mit einer sozialen Öffnung der Hochschulen also durchaus vereinbar. Dafür sorge vor allem ein ausgeklügeltes Stipendiensystem, das jedem Bewerber ein Studium gestatte, der die erforderlichen Leistungsvoraussetzungen erfülle.

Dieses Argument hat zunächst viel für sich. Die Studierendenquote in den USA liegt tatsächlich erheblich oberhalb des deutschen Niveaus. Sie bleibt auch nicht auf die oberen Klassen der Gesellschaft beschränkt. Die untere Hälfte der Bevölkerung weist beim Hochschulbesuch ebenfalls ein relativ hohes und außerdem stetig weiter steigendes Niveau auf.

Zwischen 1972 und 1992 konnten die High-School-Absolventen, die aus dem untersten Fünftel der US-Bevölkerung stammen, die Rate der College-Immatrikulation von 38 auf 54 Prozent erhöhen. Das oberste Quintil erhöhte seine Quote in demselben Zeitraum allerdings von 85 auf 94 Prozent.[1]

1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 Pfeil rechts
Alles auf einer Seite lesen

Fußnoten

1.
Vgl. CollegeBoard, Education Pays 2004, Washington, D.C. 2004, S. 32.