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13.11.2006 | Von:
Günther Ogris
Sabine Westphal

Politisches Verhalten Jugendlicher in Europa

Zusammenfassung - Empfehlungen

Die häufigste Form der politischen Beteiligung unter Jugendlichen ist das Wählen. Es gilt ihnen als der effektivste Weg, um am politischen Geschehen teilzunehmen. Dessen ungeachtet ist innerhalb bestimmter Gruppen von jungen Wählern (sehr jung und niedrigere Bildung) und für bestimmte Wahlen (etwa zum Europäischen Parlament) die Wahlbeteiligung sehr gering. Wie die Daten belegen, haben höhere Bildung, aber auch größeres Wissen einen positiven Einfluss auf die politische Beteiligung: Mehr Informationen über die Möglichkeiten und die Effektivität des Wählens, aber auch über die Europäische Union und ihre politischen Institutionen könnten die Beteiligung an den EU-Wahlen erhöhen.

Die Schule hat sich als wichtige politische Sozialisationsinstanz erwiesen: Jene Schüler, die während ihrer Schulzeit die in den Schulen vorhandenen Strukturen nutzen, um sich politisch zu engagieren, sind zum einen auch außerhalb der Schule aktiv und bleiben dies zum anderen auch nach ihrer Schulzeit. Der Ausbau der an den Schulen vorhandenen Partizipationsmöglichkeiten - etwa durch die Schaffung neuer repräsentativer Funktionen und die Abhaltung von Wahlen oder Referenden - könnte eine breitere politische Beteiligung unter Schülern stimulieren. Darüber hinaus führen positive Partizipationserfahrungen zu einer höheren politischen Beteiligung.

Des Weiteren hat sich gezeigt, dass das politische Verhalten Jugendlicher substanziell mit politischen Organisationen verbunden ist. Jugendliche, die innerhalb parteinaher und auch zivilgesellschaftlicher Organisationen aktiv sind, zeigen sowohl ein intensiveres als auch ein breiteres politisches Aktivitätsniveau. Jene Organisationen, die junge Menschen in ihre Strukturen integrieren und an der Erarbeitung einer Jugendpolitik beteiligen, sollten daher gefördert werden. Vor allem die Mitarbeit in politischen Organisationen lehrt den jungen Menschen die notwendigen Skills, um sich erfolgreich innerhalb aller vorhandenen Partizipationsstrukturen politisch zu engagieren.