APUZ Dossier Bild

Integration - Desintegration

  • PDF-Icon PDF-Version: (4.009 KB)

    Ein wesentlicher Faktor für die Integration in eine Gesellschaft ist eine Beschäftigung, die die eigene Existenz sichert. Die Voraussetzungen dafür sind eine solide Bildung und Ausbildung. Für geringer Qualifizierte Einheimische wie Zugewanderte ist die Gefahr also größer, an den äußersten Rand der Gesellschaft zu rutschen. Bildungspolitik muss sich also darauf konzentrieren, mehr Chancengleichheit zu erreichen. Sie kann so als präventive Sozialpolitik wirken.

    Ohne ein reguläres Arbeitverhältnis ist es zudem schwierig, eine Wohnung zu finden. Nicht nur Migrantinnen und Migranten, auch gering gualifizierte Einheimische sind inzwischen vermehrt auf preiswerten Wohnraum angewiesen. Dieser konzentriert sich in immer weniger Stadtvierteln, in denen es in der Folge zu einer hohen Konzentration von Haushalten mit sozialen Problemlagen kommt. Eine präventive Stadtpolitik ist hier besonders gefragt. Das Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" weist einen Weg in diese Richtung.

       
  • Katharina Belwe

    Editorial

    Gesellschaftliche Desintegrationsprozesse von Teilen der deutschen wie der zugewanderten Bevölkerung haben vielfältige Ursachen. Aus deren Analyse lassen sich Voraussetzungen für die Integration ableiten. Hierzu zählt zuallererst eine Existenz sichernde Beschäftigung. Weiter...

    Klaus J. Bade

    Integration und Politik - aus der Geschichte lernen? Essay

    Integration ist ein langer, mitunter intergenerativer Sozial- und Kulturprozess. Es geht es um die richtige Mitte zwischen der Forderung nach Integrationbereitschaft der Zuwandererbevölkerung, klarer Rahmensetzung und der Bereitschaft zum Erlernen des Umgangs mit kultureller Differenz. Weiter...

    Klaus Dörre

    Prekäre Arbeit und soziale Desintegration

    Prekarisierung von Erwerbsarbeit gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Es wird gezeigt, dass die Ausbreitung unsicherer Beschäftigungsverhältnisse zunehmend auch geschützte Stammbelegschaften diszipliniert und dass Prekarisierungsprozesse eine wichtige Ursache rechtspopulistischer Orientierungen sind. Weiter...

    Hartmut Häußermann

    Desintegration durch Stadtpolitik?

    Inwieweit trägt die Stadtpolitik zu einer Vergrößerung der Unterschiede zwischen privilegierten und marginalisierten Vierteln bei? Die empirische Untersuchung in vier Städten zeigt, dass diese keine grundlegende Verbesserung der Perspektiven ihrer Bewohner bewirken kann. Weiter...

    Rainer Dollase, Kai-Christian Koch

    Die Integration der Muslime

    Es wird über eine aktuelle empirische Studie zur Einstellung gegenüber dem Islam und islamischen Menschen bei 6 500 Personen in 11 Berufen bzw. sozialen Rollen berichtet (Erzieherinnen, Schüler SI, Schüler SII, Lehrer, Eltern SI, Studenten, Polizisten, Krankenpfleger, Sozialpädagogen, Arbeiter/Angestellte, Journalisten). Weiter...

    Ferdinand Sutterlüty

    Wer ist was in der deutsch-türkischen Nachbarschaft?

    In sozial benachteiligten Stadtvierteln sind türkische Bewohner Adressaten abwertender und ausgrenzender Klassifizierungen durch ihre deutschen Nachbarn. Umgekehrt werden die Deutschen als dissozial wahrgenommen und deren Assimilationserwartungen zurückgewiesen. Weiter...

    Ingrid Matthäi

    Alleinstehende Migrantinnen: Integriert - isoliert - segregiert?

    Beschrieben werden typische Integrationsstrategien, welche die heterogenen Lebenslagen von Migrantinnen widerspiegeln. Neben segregiert lebenden Frauen gibt es große Gruppen von sozial gut eingebetteten Zuwanderinnen, jedoch auch Migrantinnen, die weitgehend desintegriert und sozial isoliert sind. Weiter...