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16.8.2006 | Von:
Olaf Zimmermann

Kulturberufe und Kulturwirtschaft - Gegensatz oder Symbiose?

Künstler schaffen die Werke, die von den Unternehmen der Kulturwirtschaft vermarktet werden. Der Beitrag erläutert das wechselseitige Verhältnis von Kulturwirtschaft und Künstlern.

Einleitung

Zu den besonders attraktiven Berufsfeldern Jugendlicher gehören die Kulturberufe. Insbesondere Berufe, die etwas mit Medien, Popmusik oder neuen Technologien zu tun haben, erfreuen sich großer Beliebtheit. Wer beobachtet hat, mit welcher Begeisterung junge Menschen die letzte Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" verfolgt haben, wer gesehen und vor allem gehört hat, wie viele junge Menschen von sich meinten, das Potenzial zu einem Superstar zu haben und sich dem Casting unterzogen haben, und wer verfolgt hat, wie die Gruppe der letzten fünf Bewerber medial begleitet wurde und für einen kurzen Zeitraum einen Kultstatus besaß, wird - hoffentlich - nachvollziehen können, dass für viele junge Menschen dieses Segment des Arbeitsmarktes Kultur sehr attraktiv ist.



Durch Sendungen wie "Deutschland sucht den Superstar" wird die Hoffnung genährt, schnell berühmt werden zu können, Anerkennung und Bewunderung zu erhalten. Wenn teilweise Newcomern ein Erstlingserfolg rasch gelingen mag, ist es umso schwerer, auf längere Sicht im Markt präsent zu bleiben. Die meisten, die sich auf diesen Markt einlassen, erfahren aber sehr schnell, dass Aufstieg und vor allem dauerhafter Erfolg nicht leicht zu realisieren sind.

Dauerhafter Erfolg wird niemandem geschenkt, das gilt für alle künstlerischen Sparten. Einem sehr schnellen Aufstieg folgt nicht selten ein besonders tiefer Fall. Das bekommen zahlreiche Künstler aus dem Bereich der Popmusik zu spüren, aber auch in der bildenden Kunst ist dieses Phänomen zu beobachten. Betrachtet man zum Beispiel die "Jungen Wilden" - eine heterogene Gruppe von Künstlern, die in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts relativ jung einen fast kometenhaften Aufstieg erlebte und deren Werke auf dem Markt hohe Preise erzielten -, so gehörten diese schon wenige Jahre später nicht mehr zum engeren Erfolgskreis des Kunstmarktes. Heute sind die "Jungen Wilden" längst Geschichte, und viele Künstler dieser Gruppe sind in Vergessenheit geraten.

Verbrennt der Markt junge Künstler? Ist die Kulturwirtschaft jener Moloch, der Künstler frisst, nach einiger Zeit wieder ausspeit und neue braucht? Oder ist die Kulturwirtschaft auf Künstler angewiesen, um überhaupt Güter generieren zu können, die verkauft werden? Kann gar von einem symbiotischen Verhältnis gesprochen werden?