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19.7.2006 | Von:
Heiner Meulemann

Religiosität: Immer noch die Persistenz eines Sonderfalls

Drei Maße der Religiosität

Religiosität kann man als die Einstellung zur religiösen Frage definieren. Da in Europa primär die christlichen Kirchen die religiöse Frage beantworten, ist die Kirchenzugehörigkeit Voraussetzung der kirchlichen Praxis, die als Gottesdienstbesuch untersucht wird. Neben die kirchliche tritt die diffuse Religiosität, die sich nur auf die religiöse Frage, nicht aber die Antworten einer Kirche richtet. Sie wird durch die religiöse Selbsteinstufung erfasst.

Die Kirchenzugehörigkeit ist in europäischen Ländern unterschiedlich geregelt. Eine in allen Ländern des ESS gleiche Frage konnte sich daher nur auf die Selbstzuordnung richten: "Unabhängig davon, ob Sie Mitglied oder Angehöriger einer Kirche oder Religionsgemeinschaft sind, fühlen Sie sich einer bestimmten Religion zugehörig? (Falls Ja: Welche Religion oder Konfession ist das? (Liste))". Die Häufigkeit des Gottesdienstbesuchs wurde im ESS mit folgender Frage erhoben: "Abgesehen von besonderen Anlässen wie Hochzeiten und Beerdigungen, wie oft gehen Sie derzeit zu Gottesdiensten?" Den Befragten wurden auf einer Karte sieben Antworten von "Täglich", "Häufiger als einmal in der Woche", "Einmal in der Woche" und "Mindestens einmal im Monat" bis zu "Nur an besondern Feiertagen", "Seltener" und "Nie" angeboten. Die religiöse Selbsteinstufung wurde wie folgt erfragt: "Unabhängig davon, ob Sie sich einer bestimmten Religion zugehörig fühlen, für wie religiös würden Sie sich selber halten?" Vorgegeben wurde auf einer Liste eine elfstufige Skala von "überhaupt nicht religiös" bis "sehr religiös".