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Kinderarmut

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    In der Bundesrepublik Deutschland leben etwa zehn Prozent aller Kinder in relativer Armut – das sind 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit im Mittelfeld der wirtschaftlich am weitesten entwickelten Staaten – so das Ergebnis der UNICEF-Vergleichsstudie "Child Poverty in Rich Countries 2005". Dass es in einem so wohlhabenden Land wie Deutschland Kinderarmut gibt, ist skandalös; dass ihre Rate seit 1990 stärker gestiegen ist als in den meisten entwickelten Industriestaaten, sollte in der Politik Alarm auslösen. Kinder sind in Deutschland zudem häufiger von Armut betroffen als Erwachsene. Es ist widersinnig, dass junge Menschen in einem Land, dessen Geburtenrate seit Jahrzehnten sinkt, einem immer höheren Armutsrisiko unterliegen.

    Armut und Kinderarmut sind relativ. In Deutschland leiden arme Kinder in der Regel weder Hunger noch Durst, haben ein eigenes Bett und gehen zur Schule. Hier zeigt sich Armut in anderen Formen: als eingeschränkte materielle Grundversorgung, in verminderten Bildungschancen, schlechterer Gesundheit und geringerer sozialer Teilhabe. Diese Formen wirken sich negativ auf die Lebenschancen der Kinder aus – mit der Folge, dass die Gesellschaft mehr und mehr auseinander driftet.

       
  • Katharina Belwe

    Editorial

    In der Bundesrepublik Deutschland lebt jedes zehnte Kind in Armut - das sind 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Armut ist relativ. Ihre Erscheinungsformen sind auf den ersten Blick nicht sichtbar. Aber sie können negative Auswirkungen auf die Lebenschancen der Kinder haben. Weiter...

    Gerda Holz

    Lebenslagen und Chancen von Kindern in Deutschland

    Im Beitrag wird ein Vergleich zwischen armen und nicht-armen Kindern bis zum Ende der Grundschulzeit angestellt. Ein Perspektivenwechsel im Sinne einer kindbezogenen Armutsprävention ist dringend erforderlich. Weiter...

    Olaf Groh-Samberg, Matthias Grundmann

    Soziale Ungleichheit im Kindes- und Jugendalter

    Die Ausgrenzungsrisiken bei Kindern und Jugendlichen sind stark von klassenspezifischer und ethnischer Herkunft abhängig. Angesichts dieser strukturellen Benachteiligung muss das Bewältigungshandeln widersprüchlich bleiben. Weiter...

    Michael Fertig, Marcus Tamm

    Kinderarmut in reichen Ländern

    In den OECD-Staaten variiert der Anteil an Kindern, die in relativer Armut leben, zwischen rund 3 und 25 Prozent. Der Beitrag analysiert den Einfluss potenzieller Determinanten von Kinderarmut. Weiter...

    Carolin Reißlandt, Gerd Nollmann

    Kinderarmut im Stadtteil: Intervention und Prävention

    Die Bekämpfung negativer Folgen der Armut von Kindern für deren Lebensverläufe wird in der Praxis durch Präventionsmaßnahmen ergänzt. Dabei stehen der Sozialraum und kindliche Entwicklungsmöglichkeiten im Mittelpunkt. Weiter...

    Christoph Butterwegge

    Wege aus der Kinderarmut

    Um die Kinderarmut in der Bundesrepublik wirksam zu bekämpfen, muss die Politik auf mehreren Wirkungsebenen ansetzen. Kinderarmut kann mittels arbeitsmarkt-, beschäftigungs-, sozial-, bildungs-, familien- und wohnungspolitischer Reformschritte verringert werden. Weiter...