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14.6.2006 | Von:
Holger Hoff
Zbigniew W. Kundzewicz

Süßwasservorräte und Klimawandel

Perspektiven

Der Klimawandel ist noch nicht die wichtigste Ursache des Wassermangels, aber die gegenwärtige Klimavariabilität stellt bereits zahlreiche Regionen vor enorme Wasserprobleme. Es ist zu erwarten, dass die Ungleichgewichte und damit auch die Konflikte um Wasser - national wie international - weiter zunehmen werden. Bewusste Entscheidungen, die knapper werdende Ressource Wasser so zwischen Haushalten, Industrie, Landwirtschaft und natürlichen Ökosystemen zu verteilen, dass der größtmögliche Nutzen entsteht, werden damit immer wichtiger. Langfristige internationale Abkommen zur Verteilung von Oberflächen- und Grundwasser müssen die Klimarisiken berücksichtigen.

Der Klimawandel mit seinen Folgen für die Wasserversorgung stellt Verbindungen zwischen den verschiedenen Weltregionen her. Die Ursachen und Folgen liegen oft weit auseinander, wobei die Entwicklungsländer am stärksten unter den Folgen zu leiden haben und auf die Hilfe der Industrieländer bei der Anpassung angewiesen sind. Gleichzeitig jedoch werden die Industrieländer nicht von den Folgen des Klimawandels verschont bleiben. Dies haben schon die Flut-, Dürre- und Hitzewellen der vergangenen Jahre in Europa gezeigt. Darüber hinaus ist bei weiteren Klima- und Umweltkatastrophen mit noch mehr Konflikten und Umweltflüchtlingen zu rechnen. Betrachtet man die zahlreichen Hinweise auf den Klimawandel und seine zu erwartenden Folgen für die Wasserversorgung, erscheint ein weiteres Abwarten als unverantwortlich. Eine nachhaltige Entwicklung verlangt umfassende Anpassungsmaßnahmen statt späterer Katastrophenhilfe, um die sozialen und ökonomischen Kosten der bevorstehenden Wasserprobleme zu begrenzen.