APUZ Dossier Bild

6.4.2006 | Von:
Lothar Funk

Rolle und Zukunft der Arbeitgeberverbände in Europa

Die Arbeitgeberverbände spielen in vielen Ländern Europas eine zentrale Rolle. Geänderte Wirtschaftstrends haben diese jedoch unter erheblichen Anpassungsdruck gesetzt, dem sie durch umfangreiche Reorganisationen begegnen.

Einleitung

Arbeitgeberverbände haben in den Interaktionen zwischen Arbeit und Kapital, den so genannten "industriellen Beziehungen", in den meisten Ländern Westeuropas nach dem Zweiten Weltkrieg eine bedeutsame Rolle inne.

Ihre hervorgehobene Stellung ist in jüngerer Zeit jedoch unter Druck geraten. Mit Bezug auf die Lage in Deutschland wird mitunter sogar von einer ausgemachten Krise der Arbeitgeberverbände gesprochen.[1] Auch bei einem länderübergreifenden Vergleich zeigen sich im Zuge vonGlobalisierung, zunehmender Europäisierung und weiteren Änderungen im wirtschaftlichen Umfeld seit 1990 deutliche Strukturverschiebungen in der Organisation und Rolle der Interessenvertreter auf der Arbeitgeberseite.[2] Es stellt sich die Frage, ob Arbeitgeberverbände noch zeitgemäß sind.[3]


Fußnoten

1.
Vgl. Wolfgang Schroeder/Stephen J. Silvia, Gewerkschaften und Arbeitgerverbände, in: Wolfgang Schroeder/Bernhard Weßels (Hrsg.), Die Gewerkschaften in Politik und Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Ein Handbuch, Wiesbaden 2003, S. 244 - 270, hier: S. 267.
2.
Vgl. Wolfgang Streeck/Jelle Visser, Organized Business Facing Internationalization, in: Wolfgang Streeck/Jürgen R. Grote/Volker Schneider/Jelle Visser (Hrsg.) , Governing Interests. Business associations facing internationalisation, London-New York 2006, S. 242 - 272.
3.
Vgl. Ottheinrich Frhr. von Weitershausen, Sind Verbände noch zeitgemäß? - Eine Antwort aus Sicht der Arbeitgeberverbände, in: Rubin Ritter/David Feldmann (Hrsg.), Lobbying zwischen Eigeninteresse und Verantwortung, Baden-Baden 2005, S. 87 - 98.