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17.2.2006 | Von:
Michael Opielka

Gerechtigkeit durch Sozialpolitik?

Nur eine mehrdimensionale Perspektive auf Gerechtigkeit erscheint angemessen. Sozialpolitik institutionalisiert heute soziale Gerechtigkeit, wie mit dem analytischen Rahmen der Wohlfahrtsregime gezeigt werden kann.

Einleitung

Gerechtigkeit ist multidimensional. Wenn Sozialpolitik Gerechtigkeit fördern soll, wird es notwendigerweise komplex. Im Folgenden geht es um eine Reduktion dieser Komplexität, ohne sie zu verletzen. Wir konzentrieren uns auf soziale Gerechtigkeit und lassen damit andere Aspekte der Gerechtigkeit außer Acht, beispielsweise das gerechte Handeln in kleinen Gemeinschaften oder die Frage, wie der Einzelne göttlichen und natürlichen Gesetzen gerecht wird.

Soziale Gerechtigkeit kann auf den ersten Blick vor allem als Programm gegen Ungleichheit verstanden werden.[1] Doch damit gelangt man noch nicht zur gewünschten Klarheit. Denn auch Ungleichheit hat verschiedene Dimensionen, zum Beispiel Einkommen, Vermögen, Talente, Geschlecht oder Bildung. Hinzu kommt die stets strittige Frage, was Sozialpolitik, ja Politik überhaupt und wem gegenüber verändern kann. Es scheint also sinnvoll, den Zusammenhang von Gerechtigkeit und Sozialpolitik etwas grundsätzlicher zu analysieren. Es wird sich zeigen, dass Sozialpolitik zur Gerechtigkeit in der Tat sehr wesentlich beitragen kann.


Fußnoten

1.
Vgl. dazu die Beiträge zum Thema "Ungleichheit - Ungerechtigkeit" in: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), (2005) 37 (u.a. von Otfried Höffe).