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Ökonomische Konsequenzen von AIDS-Epidemie in Entwicklungsländern


16.11.2007
HIV/AIDS ist insbesondere ein Problem in Ländern mittleren und niedrigen Einkommens in Lateinamerika, Afrika und Asien. Der Beitrag widmet sich ausschließlich den wirtschaftlichen Konsequenzen der HIV/AIDS-Epidemie.

Einleitung



HIV/AIDS ist insbesondere ein Problem in Entwicklungsländern. In vielen afrikanischen Ländern zählt HIV/AIDS mittlerweile zu den häufigsten Todesursachen. Seit kurzer Zeit wird auch in vielen osteuropäischen und zentralasiatischen Ländern ein enormer Anstieg von HIV-Infektionen beobachtet, so dass auch dort mit erheblicher AIDS-bedingter Sterblichkeit zu rechnen ist. Die damit verbundenen demografischen Veränderungen lassen vermuten, dass HIV/AIDS auch zu großen wirtschaftlichen Problemen führen könnte. Dies liegt deshalb nahe, weil HIV/AIDS in erster Linie Erwachsene im erwerbsfähigen Alter trifft.

Im Jahre 2001 hat das United Nations Development Program (UNDP) davor gewarnt, dass die HIV/AIDS-Epidemie zum größten Hindernis ökonomischen Fortschritts im Afrika südlich der Sahara werden könnte. Schwerwiegende gesamtwirtschaftliche Konsequenzen sind zumindest bisher nicht zu beobachten. Die meisten wissenschaftlichen Studien kommen eher zu dem Ergebnis, dass selbst in den besonders stark betroffenen Volkswirtschaften im südlichen Afrika mit einer Reduzierung des Wirtschaftswachstums von maximal ein bis zwei Prozentpunkten pro Jahr gerechnet werden muss. Dies ist zwar nicht unerheblich, aber bei Wachstumsraten von fünf bis sechs Prozent weit entfernt von dem, was man gemeinhin eine ökonomische Katastrophe nennen würde. Dieser Beitrag soll zeigen, wie sich dieser doch eher moderate Einfluss ökonomisch erklären lässt. Er wird aber auch zeigen, dass alternative Indikatoren, die beispielsweise den Verlust an Leben in das ökonomische Kalkül mit einbeziehen, zu anderen Ergebnissen führen. Ich widme mich ausschließlich den wirtschaftlichen Konsequenzen der HIV/AIDS-Epidemie. Die humanitären Konsequenzen dieser Epidemie sind ohne Zweifel furchtbar und können nicht Gegenstand einer wissenschaftlichen Kontroverse sein.

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