APUZ Dossier Bild
1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 Pfeil rechts

Klimawandel - einige Fakten


9.11.2007
Die bislang schon sichtbare Klimaänderung ist nur ein Vorbote viel größerer Veränderungen, die bei einem ungebremsten weiteren Anstieg der Treibhausgaskonzentration eintreten werden.

Einleitung



Ändert der Mensch das Klima? Und wenn ja, wie rasch und wie stark? Diese Fragen beschäftigen die Wissenschaft bereits seit über einem Jahrhundert. Mit "globaler Erwärmung" ist hier die Erwärmung der globalen Mitteltemperatur, nicht unbedingt eine Erwärmung überall auf der Erde gemeint.






Schon 1824 beschrieb Jean-Baptiste Fourier, wie Spurengase in der Atmosphäre das Klima erwärmen.[1] In den 1860er Jahren beschäftigte sich der Physiker John Tyndall mit der Wirkung verschiedener Treibhausgase, insbesondere von Wasserdampf. Im Jahr 1896 rechnete der schwedische Nobelpreisträger Svante Arrhenius erstmals aus, dass eine Verdoppelung des Kohlendioxid-(CO2-)Gehalts der Atmosphäre zu einer Temperaturerhöhung um vier bis sechs Grad Celsius führen würde. In den 1930er Jahren wurde in der Fachliteratur ein Zusammenhang der damals beobachteten Klimaerwärmung mit dem Anstieg des CO2 durch die Industrialisierung diskutiert; er war seinerzeit jedoch nicht zu belegen. Erst seit den 1950er Jahren wird die Gefahr einer anthropogenen (vom Menschen verursachten) Erwärmung ernst genommen. Im Rahmen des Internationalen Geophysikalischen Jahres 1957/58 gelang der Nachweis, dass die CO2-Konzentration in der Atmosphäre tatsächlich ansteigt; Isotopenanalysen zeigten zudem, dass der Anstieg durch Kohlenstoff aus der Nutzung fossiler Brennstoffe verursacht wurde - also vom Menschen. Erste Simulationsrechnungen mit einem Atmosphärenmodell in den 1960er Jahren ergaben einen Temperaturanstieg von zwei Grad bei angenommener Verdoppelung der CO2-Konzentration; ein weiteres Modell ergab einen Wert von vier Grad Celsius.

In den 1970er Jahren warnte die National Academy of Sciences der USA vor einer globalen Erwärmung.[2] Sie schätzte die Auswirkung einer CO2-Verdoppelung auf eine Zunahme der Temperatur um 1,5 bis 4,5 Grad. Diese Unsicherheitsspanne konnte in den vergangenen Jahren auf zwei bis 4,5 Grad verkleinert werden. 1990 erschien der erste Sachstandsbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), weitere folgten 1996, 2001 und 2007.[3] In diesem Zeitraum haben sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse derart erhärtet, dass inzwischen fast alle Klimatologen eine spürbare anthropogene Klimaerwärmung für erwiesen oder zumindest hoch wahrscheinlich halten.

1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 Pfeil rechts
Alles auf einer Seite lesen

Fußnoten

1.
Dieser Beitrag beruht auf: Stefan Rahmstorf/Hans Joachim Schellnhuber, Der Klimawandel. Diagnose, Prognose, Therapien, München 20074.

Vgl. Spencer R. Weart, The Discovery of Global Warming, Cambridge, MA 2003.
2.
Vgl. Climate Research Board, Carbon Dioxide and Climate: A Scientific Assessment, Washington, DC 1979.
3.
Vgl. IPCC (ed.), Climate Change, Cambridge 1990, 1996, 2001 und 2007.