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9.11.2007 | Von:
Claudia Kemfert

Die ökonomischen Folgen des Klimawandels

Durch den Klimawandel können volkswirtschaftliche Schäden von bis zu 20 Prozent des Bruttosozialprodukts auftreten. Ein frühes Handeln ist notwendig und auch volkswirtschaftlich lohnend.

Einleitung

Der vom Menschen verursachte Klimawandel ist ein ernst zu nehmendes Problem. Klimawissenschaftler bestätigen die gesicherte Erkenntnis, dass der globale Anstieg der Treibhausgase zu einem irreversiblen Klimawandel führen wird. Eine Vermeidung des Klimawandels ist nur dann möglich, wenn die Treibhausgasemissionen auf nahezu heutiges Niveau eingefroren werden. Insbesondere führt das Klimagas Kohlendioxid (CO2), welches in erster Linie durch die Verbrennung von fossilen Rohstoffen wie Öl, Kohle und Gas entsteht, zu einem verstärkten Klimawandel. Weitere Treibhausgase sind Methan, welches zum größten Teil durch landwirtschaftliche Produktionsprozesse und bei der Gasgewinnung auftritt, sowie Lachgas, welches ebenso bei der landwirtschaftlichen Produktion entsteht.






Die wesentlichen Auswirkungen des Klimawandels sind der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur und der Meeresspiegel sowie die Zunahme extremer Klimaereignisse wie Hitze, extreme Niederschläge oder Hurrikane. Die Hauptverursacher von Treibhausgasemissionen sind Industrieländer mit hohem Pro-Kopf-Energieverbrauch und Emissionen wie die USA, die europäischen Staaten und Japan. Inzwischen hat das energieintensive Wachstum Chinas dazu geführt, dass dieses Land schon Platz zwei der weltweiten absoluten CO2-Emissionen einnimmt.

Der "Stern-Bericht" der britischen Regierung bestätigt, dass der Klimawandel vor allem eine ökonomische Komponente besitzt: Durch extreme Klimaereignisse entstehen hohe Kosten. Stern rechnet mit Kosten von bis zu 20 Prozent der globalen Volkswirtschaft. Aber auch auf die deutsche Volkswirtschaft werden erhebliche Belastungen zukommen; bis zu 800 Milliarden Euro müssten in den kommenden 50 Jahren für die Behebung von Klimaschäden, die Anpassung an den Klimawandel und gestiegene Energiekosten aufgewendet werden. Die Kosten des Handelns, also der Treibhausgasminderung, sind dagegen deutlich geringer. Würden die Hauptverursacher des Klimawandels im raschen Ausbau von CO2-freien Techniken kooperieren und gemeinsam einen Emissionshandel einrichten, könnten die Kosten deutlich vermindert werden.[1]

Fußnoten

1.
Vgl. Otmar Edenhofer/Kai Lessmann/Claudia Kemfert/Michael Grubb/Jonathan Koehler, Induced technological change: exploring its implications for the Economics of Atmospheric stabilization, in: The Energy Journal, 27 (2006), Special Issue, S. 57 - 107.