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Geisteswissenschaften

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    Das Jahr der Geisteswissenschaften neigt sich seinem Ende zu. Wurde das Ziel erreicht, den Menschen ihre gesellschaftliche Bedeutung stärker ins Bewusstsein zu rufen? Ist es gelungen, die vielfältigen Bereiche geisteswissenschaftlicher Forschung und Lehre sowie die damit verbundenen beruflichen Möglichkeiten ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken? Werden die Geisteswissenschaften als "Wissenschaften unter Wissenschaften" wahrgenommen oder doch in Abgrenzung zu den Naturwissenschaften, denen in den Jahren 2000 bis 2006 jeweils ein eigenes Jahr gewidmet worden war?

    Die in diesem Jahr geführten Diskussionen haben gezeigt, dass es heute nicht mehr darum gehen sollte, solche Unterschiede zwischen Geistes- und Naturwissenschaften hervorzuheben oder gar zu pflegen. Eine Trennung zwischen den "zwei Kulturen" wird weder dem Charakter des Wissens noch dem der Wissenschaft gerecht. Die Grenzen zwischen den Wissenschaftsdisziplinen sind durchlässiger, Grenzüberschreitungen längst unverzichtbar geworden. Im Zeitalter globaler Veränderungen muss die Rolle der Geisteswissenschaften aber noch genauer definiert werden.

       
  • Katharina Belwe

    Editorial

    Eine Trennung zwischen Geistes- und Naturwissenschaften wird weder dem Charakter des Wissens noch dem der Wissenschaft gerecht. Die Grenzen zwischen den Wissenschaftsdisziplinen sind durchlässiger, Grenzüberschreitungen unverzichtbar geworden. Weiter...

    Harald Welzer

    Die Verkürzung mentaler Bremswege als Aufgabe der Geisteswissenschaften

    Themen und Formate der Geistes- und Kulturwissenschaften erreichen jüngere Adressaten nicht mehr. Vor diesem Hintergrund werden Zukunftsthemen wie etwa der Klimawandel benannt. Die Einzelfächer sollten mehr gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Weiter...

    Volker Gerhardt

    Die Einheit des Wissens

    Eine kategoriale Trennung zwischen Geist und Natur wird weder dem Charakter des Wissens noch dem der Wissenschaft gerecht. Die Gesellschaft braucht alle Disziplinen und benötigt sie in zunehmend interdisziplinärer Kooperation. Weiter...

    Michael Klein, Ernst-Theodor Rietschel

    Schnittstellen zwischen Geistes- und Naturwissenschaften

    Geistes- und Naturwissenschaften sind ein Produkt der Kultur. Menschliches Verhalten ist biologisch bedingt, die Ausprägung stellt jedoch eine Kulturleistung dar, so dass sich Schnittstellen, aber auch konfliktträchtige Überschneidungen von Geistes- und Naturwissenschaften ergeben. Weiter...

    Albrecht Koschorke

    Über die angebliche Krise der Geisteswissenschaften

    Die Geisteswissenschaften teilen einen Großteil ihrer Schwierigkeiten mit anwendungsfernen Wissenschaften anderer Bereiche. Eine besondere Herausforderung stellt nicht die Missachtung, sondern die Überschätzung kultureller Faktoren dar. Weiter...

    Peter Strohschneider

    Freiraum für Geisteswissenschaften

    Zu den strukturellen Voraussetzungen des Gelingens von Geisteswissenschaften gehören eine Verbesserung ihrer institutionellen Rahmenbedingungen, Vielfalt in der Förderung ihrer Arbeitsformen sowie Mehrsprachigkeit und gleichzeitig eine neue Reflexion auf ihre konstitutive gesellschaftliche Funktion. Weiter...

    Dirk Klose

    "Berliner Klassik" - ein Projekt der Akademien der Wissenschaften

    In Deutschland gab es um 1800 zwei Klassik-Zentren: Die Weimarer Klassik war auf die Welt der kleinen Residenz und des traditionellen Hoflebens beschränkt, die Berliner Klassik Beginn einer modernen bürgerlichen Kultur in Deutschland, deren stilbildende Folgen gar nicht zu überschätzen sind. Weiter...