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14.9.2007 | Von:
Watzal, Ludwig

Editorial

Trotz des "Krieges gegen den Terror" bleibt die Sicherheitslage in Afghanistan prekär. Pakistan rückt immer stärker ins Blickfeld, weil es als Rückzugsgebiet der Taliban und der Al Qaida gilt.

Der nach den Anschlägen vom 11. September 2001 begonnene "war on terror" in Afghanistan und im Irak hat nicht zu den Ergebnissen geführt, die sich "der Westen" unter Führung der USA erhofft hatte. Die Vertreibung der Taliban aus Afghanistan und der rasche Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein haben die Region nicht stabilisiert, sondern zu Chaos und Instabilität beigetragen.

Pakistan kommt im "Krieg gegen den Terror" eine Schlüsselstellung zu. Das Land dient nicht nur der Terrororganisation Al Qaida, sondern auch den Taliban als Rückzugsgebiet. Seit der Erstürmung der "Roten Moschee" in der Hauptstadt Islamabad wird Pakistan von Terroranschlägen radikaler Islamisten erschüttert. Hinzu kommt eine schwelende Verfassungskrise: Der Präsident und Militärmachthaber Pervez Musharraf will sich im Oktober vom Parlament zum Präsidenten wählen lassen. Doch seine Macht wird zusätzlich durch die angekündigte Rückkehr von Benazir Bhutto und Navaz Sharif, seiner Amtsvorgängerin und deren Amtsvorgänger, sowie durch das Oberste Gericht in Frage gestellt.

Nach einem internen Bericht der Bundesregierung zur Lage in Afghanistan wird die Sicherheitslage im Land als "prekär" eingestuft. Obgleich den Bericht ein positiver Grundtenor durchzieht, werden die grassierende Korruption und der blühende Drogenhandel als Haupthindernisse für den Aufbau einer effizienten Verwaltung genannt. Die Rückkehr der Taliban sowie deren Terroranschläge und Entführungen westlicher Experten haben zu Militäraktionen der Koalitionstruppen geführt, bei denen zahlreiche Zivilisten den Tod fanden. Diese zivilen Opfer haben nicht nur Unruhe in die Bevölkerung getragen, sondern auch die Regierung von Präsident Hamid Karsai weiter destabilisiert.