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Nation-building in Afghanistan


14.9.2007
Die staatlichen Strukturen Afghanistans wurden maßgeblich durch externe Faktoren zerstört. Eine militärische Lösung des Konfliktes kann es nicht geben. Ein Strategiewechsel, der sich an einer innerafghanischen und nichtmilitärischen Lösung des Problems orientiert, ist überfällig.

Einleitung



Es ist eine historische Tatsache, dass keine afghanische Regierung jemals in der Lage war, das ganze Staatsgebiet zu kontrollieren. Selbst der als "eiserner Amir" berüchtigte Abdul Rahman (1880 bis 1901) mit seinem landesweit operierenden Geheimdienstapparat hatte dies nicht vermocht. Dennoch gab es über einen längeren Zeitraum relativ funktionsfähige staatliche Strukturen und Institutionen am Hindukusch. Erst als 1978 nationalorientierte Offiziere der afghanischen Armee einen Militäraufstand inszenierten, die Führung der Demokratischen Volkspartei (DVPA) aus den Gefängnissen befreiten und ihnen die Regierungsverantwortung überlassen hatten, begann schrittweise eine Destabilisierung des Landes.




Die Zerstörung der staatlichen Strukturen Afghanistans nahm 1979 ihren Anfang. Der ehemalige CIA-Direktor Robert Gates und derzeitige US-Verteidigungsminister schrieb in seinen Memoiren, dass die US-Geheimdienste mit der Unterstützung der afghanischen Islamisten bereits sechs Monate vor der sowjetischen Intervention Ende 1979 begonnen hätten.[1] Auch der Sicherheitsberater des US-Präsidenten Jimmy Carter, Zbigniew Brzezinski, bestätigte, dass dieser am 3. Juli 1979 die erste Direktive über die geheime Unterstützung der islamistischen Opposition gegen die Regierung in Kabul unterzeichnet hatte.[2] Am 27. Dezember 1979 folgte die sowjetische Intervention. Damit wurde der Afghanistan-Konflikt internationalisiert und zum Objekt der rivalisierenden Weltmächte. Die Folge war ein unabsehbarer Zerfallsprozess der staatlichen Strukturen, der immer noch andauert.

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Fußnoten

1.
Vgl. Robert M. Gates, From the shadows, New York 1996, S. 146.
2.
Vgl. Les Révélations d'un Ancien Conseiller de Carter, "Oui, la CIA est entrée en Afghanistan avant les Russes...", in: Le Nouvel Observateur vom 21.1. 1998, S. 76.

 

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