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14.9.2007 | Von:
Christian Wagner

Außenpolitik Pakistans zwischen Kaschmir und Afghanistan

Seit Ende der achtziger Jahre hat das pakistanische Militär eine Kontrolle Afghanistans angestrebt um mehr Gewicht gegeüber Indien zu bekommen. Seit dem 11. September 2001 ist diese Strategie unter Druck geraten.

Einleitung

Die zunehmenden Kämpfe zwischen den Taliban und der International Security Assistance Force (ISAF) in Afghanistan haben in den vergangenen Monaten zunehmend den Blick auf die Situation in Pakistan gerichtet. Viele Berichte weisen darauf hin, dass die Taliban ihre Rückzugsgebiete im unzugänglichen pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet haben, in dem sich auch das Al Qaida-Netzwerk reorganisiert haben soll.[1] Die anhaltende Infiltration bewaffneter Gruppen nach Afghanistan hat zu einer deutlichen Verschlechterung der pakistanisch-afghanischen Beziehungen geführt, obwohl die pakistanische Armee seit 2004 gegen militante Gruppen in den selbst verwalteten Stammesgebieten der Federally Administered Tribal Areas (FATA) vorgeht.




Zugleich haben die Spannungen den außenpolitischen Fokus Pakistans, der traditionell auf Indien liegt, auf Afghanistan verschoben. Eine genauere Betrachtung zeigt, dass das pakistanische Interesse an Afghanistan seit den 1990er Jahren durch die Dominanz des Militärs in Pakistan und den indisch-pakistanischen Konflikt verständlich wird. Dabei bestand zwischen den Konflikten Pakistans mit Indien um Kaschmir sowie mit Afghanistan bis Ende der 1980er Jahre kaum eine Verbindung. Erst ab dieser Zeit begann die pakistanische Armeeführung, beide Konfliktfelder miteinander zu vernetzen. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 und der Einbeziehung Pakistans in den Kampf gegen den internationalen Terrorismus ist diese Strategie aber zunehmend unter Druck geraten. Um die Verbindung deutlich zu machen, sollen im Folgenden zunächst die Rolle der Armee in Pakistan und anschließend die trilateralen Beziehungen zwischen Pakistan, Indien und Afghanistan erörtert werden.

Fußnoten

1.
Vgl. Robert Kaplan, The Taliban's Silent Partner, in: New York Times vom 20. 7. 2006; Washington mahnt Musharraf, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19. 7. 2007.