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Frankreichs Schwierigkeiten mit den Banlieue


10.9.2007
Im November 2005 erlebte Frankreich die bis dahin schwersten Aufstände von jugendlichen Vorstadt-Bewohnern. Deren Probleme werden heute vor allem als Sicherheitsfrage diskutiert. Die Angst vor der Ghettoisierung oder die "Stadtpolitik" werden der komplexen Problemlage nicht gerecht.

Einleitung



Keine zwei Jahre nach den bislang schwersten Vorstadtunruhen hat Frankreich einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament gewählt. Schon seit dem Jahr 2002 befand sich das politische System des Landes in einer ernsten Krise, als jeder dritte Jungwähler - und besonders viele Bewohner der Großstadt-Vororte (Banlieue) - sich nicht an den Wahlen beteiligte. Jacques Chirac und Jean-Marie Le Pen schienen als Präsidentschaftskandidaten keine wirkliche Alternative zu bieten. Nach gewalttätigen Unruhen in Straßburg im Jahr 2004 erreichten die Auseinandersetzungen in den Banlieue im November 2005 ein nie gekanntes Ausmaß und zum ersten Mal seit dem Algerienkrieg wurde der Notstand ausgerufen.





Die "Krise der Repräsentation" bei den Wahlen 2002, bei denen die Wahlbeteiligung teilweise auf das Niveau von 1870 zurückgefallen war, schien sich nun in Gewalt und Zerstörung fortzusetzen. Da an den Ausschreitungen vor allem Einwanderer der zweiten Generation beteiligt waren, gerieten das ganze französische Modell der Integration und sein republikanischer Gleichheitsanspruch in die Kritik. Obgleich diese Aufstände zum Teil medial verzerrt dargestellt wurden, verdeutlichten sie in jedem Fall, dass Frankreich trotz offensichtlicher Bemühungen in den letzten dreißig Jahren die Probleme der Banlieue nicht gelöst hat.

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