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10.9.2007 | Von:
Sabine Riedel

Einwanderung: das Ende der Politik der Chancengleichheit

Nikolas Sarkozy hat einen "Bruch" mit den republikanischen Traditionen Frankreichs geforderte. Der vorliegende Beitrag möchte dieser zentralen These nachgehen und dabei prüfen, welches Konzept Sarkozy seit seiner Wahl der Politik der Chancengleichheit entgegenzusetzen hat.

Einleitung

Seit den Unruhen in den französischen Vorstädten im November 2005 geriet das republikanische Nationsmodell immer stärker in die Kritik. Es beruht auf dem Prinzip der rechtlichen Gleichstellung aller Franzosen, unabhängig von ihrer ethnischen, religiösen oder weltanschaulichen Zugehörigkeit. Es sei zu einer "abstrakten Gleichheit" ("égalité virtuelle") erstarrt und bedürfe daher einer grundlegenden Reform. Aus diesem Grund unterstützte André Glucksmann im Präsidentschaftswahlkampf 2007 Nicolas Sarkozy, der als Kandidat und Vorsitzender der konservativen Volksbewegungsunion (Union pour un mouvement populaire - UMP) einen "Bruch" mit den republikanischen Traditionen forderte.[1]






Der vorliegende Beitrag möchte dieser zentralen These nachgehen und dabei prüfen, welches Konzept Nicolas Sarkozy seit seiner Wahl zum Staatspräsident am 6. Mai 2007 der Politik der Chancengleichheit entgegenzusetzen hat und was ihn daran hinderte, sein Programm bereits als Innenminister auf den Weg zu bringen.

Fußnoten

1.
Vgl. André Glucksmann, Pourquoi je choisis Nicolas Sarkozy. La gauche est repliée sur l'Hexagone. Lassé, le philosophe décide de soutenir le candidat de l'UMP, in: Le Monde vom 30. 1. 2007, S. 21.