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9.8.2007 | Von:
Michaela Schier
Karin Jurczyk

"Familie als Herstellungsleistung" in Zeiten der Entgrenzung

Der Begriff "Familie als Herstellungsleistung" zielt auf die Prozesse, in denen Familie als gemeinschaftliches Ganzes permanent neu hergestellt wird (Doing Family) sowie auf die vielfältigen Praktiken und Gestaltungsleistungen der Familienmitglieder im Alltag.

Einleitung

Seit dem Siebten Familienbericht findet in Deutschland der Begriff von "Familie als Herstellungsleistung" breiten Eingang in die Debatten um Familie.[1] Dass familiale Leistungen ins Rampenlicht rückten, ist zunächst den Umrechnungen von Zeitbudgetdaten in wirtschaftliche Bezugsgrößen zu verdanken. Sie zeigen, dass der Zeitaufwand für Leistungen im Privathaushalt deutlich über dem für Erwerbsarbeit liegt. Für die so genannte "unbezahlte Arbeit" wurde im Jahr 2001 das 1,7-fache an Zeit im Vergleich zur Erwerbsarbeit aufgewandt. Die Umrechnung in Werte des Bruttosozialproduktes zeigt, dass die Wertschöpfung der privaten Haushalte 2001 in etwa derjenigen des Produzierenden Gewerbes (ohne Baugewerbe) sowie des Bereichs Handel, Gastgewerbe und Verkehr zusammen entspricht.[2]





Der Begriff von Familie als Herstellungsleistung meint indes mehr. Er ist bislang eher Programm als bereits ausgearbeitetes Konzept, transportiert jedoch als solcher sowohl eine sozialhistorische als auch eine konzeptuelle Botschaft: Familie verändert sich aufgrund gesellschaftlichen Wandels von einer selbstverständlichen, quasi naturgegebenen Ressource zu einer zunehmend voraussetzungsvollen Aktivität von Frauen, Männern, Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen, die in Familien leben bzw. leben wollen. Familie als Herstellungsleistung fokussiert zum einen auf die Prozesse, in denen im alltäglichen und biographischen Handeln Familie alsgemeinschaftliches Ganzes permanent neu hergestellt wird ("Doing Family"),[3] zum anderen auf die konkreten Praktiken und Gestaltungsleistungen der Familienmitglieder, um Familie im Alltag lebbar zu machen. Der Tätigkeits- oder Arbeitscharakter von Familie, der eigene Ressourcen bindet, wird damit - weit über die feministische Hausarbeitsdebatte hinausgehend[4] - sichtbar, ohne jedoch hierdurch die emotionale Bedeutung von Familie zu schmälern. Konzeptuell bedeutet die Rede von Familie als Herstellungsleistung eine stärkere Fokussierung des Handlungsparadigmas gegenüber dem institutionellen Paradigma.[5]




Diese Hinwendung zu einem interaktionstheoretischen Blick auf Familie - so unsere These - ist vor allem vor dem Hintergrund des Wandels vom fordistischen zum postfordistischen Gesellschaftsmodell zu verstehen.[6] Denn Familien und ihre Akteure müssen in Zeiten der Entgrenzung neue und vielfältige Gestaltungsleistungen erbringen. Unter anderem sind die familialen Akteure gefordert, aktiv Gelegenheiten für das Doing Family zu schaffen und hierfür Praktiken neu zu entwickeln, denn die Bedingungen, unter denen Familie hergestellt werden muss und unter denen sie ihre Leistungen erbringt, haben sich grundlegend verändert.

Familie als alltägliche Herstellungsleistung - eine Annäherung

Familie ist ein Netzwerk besonderer Art, das um verlässliche persönliche Fürsorgebeziehungen zentriert ist. Die Konnotation von Familie mit Ehe, traditionellen Geschlechterrollen sowie mit Zusammenleben in einem Haushalt ist hierfür nicht zwingend.[7] Multilokale familiale Fürsorgebeziehungen umfassen Eltern und ihre minderjährigen Kinder, getrennte oder pendelnde Elternteile sowie auch erwachsene Kinder, ihre alten Eltern und weitere Verwandte. Familie als Lebens- und Lernzusammenhang ist - so verstanden - ein haushaltsübergreifendes Netzwerk emotionsbasierter, persönlicher Austauschbeziehungen, die umso mehr gestaltet werden müssen, je komplexer und dynamischer das Netz ist.

In Familien treffen mehrere individuelle Lebensführungen mit unterschiedlichen Strukturen, Bedürfnissen und Interessen aufeinander, die miteinander ausbalanciert werden müssen. Sie werden in permanenter Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu einer - mehr oder weniger - gemeinsamen Lebensführung verschränkt, die Familie alltäglich und biografisch als spezifisches System konstituiert und nicht als eine Addition von Menschen. Dieses System ist fragil und wechselhaft, es basiert auf Interaktionsprozessen zwischen den familialen Akteuren, die sich zu Handlungsmustern verdichten, und kommt nicht ohne ein Minimum gemeinsamer Handlungen, Ressourcen, Emotionen und Deutungen aus.[8]

Die Charakteristika von Familie als System mit Eigenlogik und Eigensinn machen deutlich, wie sehr es von aktiven Gestaltungsleistungen abhängt, wie störanfällig ihr Gelingen im Alltag aber auch ist. Denn Gestaltungsleistungen werden nicht als monolithische Handlungen, sondern in Form von fein austarierten Interaktionsprozessen zwischen den Familienakteuren erbracht. Da Familie nicht auf lineare Zweckerfüllung zielt, sondern auf emotionale und oft körpergebundene Prozesse, deren besondere Qualität und Sinnsetzung gerade darin besteht, nicht rational kalkuliert zu sein, sondern zu "geschehen", erfolgt das Doing Family nicht unbedingt immer zielgerichtet, intentional und geplant, sondern häufig beiläufig. Dabei sind Prozesse der Herstellung von Familie oft "vermischtes Tun",[9] indem beispielsweise Trösten und Zuhören während der Essenszubereitung stattfinden.

Wichtige Bedingung für Interaktionsprozesse ist die physische Anwesenheit der Interaktionspartner, die räumliche Kopräsenz. Denn um Familie als Gemeinsamkeit zu leben und nicht als bloßes Nebeneinander von Individuen, die sich nur die Klinke in die Hand geben, braucht es Gelegenheiten. Bedingung für Familie sind räumlich kopräsente Zeiten und Zeit für Familie, qualitativ gefüllt mit Kapazitäten für Aufmerksamkeit und Gefühlen. Um Fürsorgeleistungen zu erbringen und soziales Leben in Familien überhaupt zustande kommen zu lassen, benötigt Familie deshalb ein Minimum planbarer, stabiler und verlässlicher Rahmenbedingungen. Ebenso müssen diese aber flexibel genug sein, um auf die im Alltag und im Lebenslauf wechselnden Bedürfnisse von Familien reagieren zu können.[10]

Die Entgrenzung von Erwerbsarbeit und Familie ändert jedoch die Konstellationen, unter denen Fürsorge bislang erbracht und Familie hergestellt wurde. Hierauf gehen wir im Folgenden näher ein.

Der Wandel vom fordistischen zum postfordistischen Gesellschaftsmodell

Im Verlauf der Industrialisierung - mit einem besonderen Schub nach 1945 - festigte sich in Deutschland ein Gesellschaftsmodell mit einem stabilen, arbeitsteiligen Verhältnis zwischen Familie und Erwerbsarbeit. Diese bildeten zwei voneinander relativ streng getrennte Sphären, die ideologisch fest verankert und mit klaren geschlechtsspezifischen Zuweisungen verbunden waren. Traditionelle Geschlechterverhältnisse waren zentraler, inhärenter Bestandteil der Arbeitsteilung zwischen Beruf und Familie, ungeachtet eines stets vorhandenen Anteils erwerbstätiger Mütter. Die Ernährerrolle des Mannes blieb unhinterfragt, Eltern waren meist verheiratet und lebten mit ihren Kindern in einem gemeinsamen Haushalt zusammen.

Erwerbsarbeit fand zum größten Teil in dafür eigens bestimmten Räumen statt. So genannte Normalarbeitsverhältnisse, sozialrechtlich abgesicherte Vollzeiterwerbsarbeit mit stabilen, geregelten Arbeitszeiten dominierten. Seinen Beruf ergriff man(n) damals meist für das gesamte Leben.

Inzwischen hat sich dieses Bild grundlegend verändert. Seit den späten 1960er Jahren ist ein gesellschaftlicher und ökonomischer Wandel zu erkennen, der als ein Durchlässigwerden der Grenzen zwischen Arbeit und Leben, Privatem und Öffentlichem, Arbeitszeit und Freizeit beschrieben werden kann.[11] Dabei verändern sich nicht nur die Erwerbswelt, sondern auch die Familie selber und - stets verschränkt mit beiden Sphären - die Geschlechterverhältnisse.

Entgrenzte Erwerbsarbeit: Das so genannte Normalarbeitsverhältnis hat in den vergangenen Jahrzehnten zugunsten atypischer Beschäftigungsformen an Bedeutung verloren. Im Jahr 2005 umfassten atypische Beschäftigungsformen rund ein Drittel aller abhängig Beschäftigten, bei Frauen lag der Anteil sogar bei 54 Prozent.[12] Neben der Pluralisierung der Beschäftigungsformen polarisieren sich die Arbeitzeiten: Einerseits arbeiten Hochqualifizierte und Führungskräfte immer länger, regelmäßige Wochenarbeitszeiten zwischen 55 und 70 Stunden sind nichts Außergewöhnliches. Andererseits wachsen vor allem in Dienstleistungsbranchen gerade die Teilzeit- und Minijobs, während Vollzeitjobs abgebaut werden. Erwerbsarbeit ist in den letzten Jahrzehnten darüber hinaus zeitlich flexibler und unregelmäßiger geworden. Das gilt für die Arbeitszeit im Tages- und Wochenverlauf wie für die lebenszeitliche Verteilung von Arbeit durch diskontinuierlichere Erwerbsbiographien. Der allgemeine Trend zur Ausweitung von Schicht-, Nacht- und Wochenendarbeit sowie zur Vertrauensarbeitszeit ist dabei mit höheren gesundheitlichen Belastungen verbunden.[13]

Der verstärkte Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechnologien forciert die Flexibilisierung des Arbeitsortes. Räumliche Entgrenzungen von Arbeit finden vor allem in Formen neuer Heimarbeit (z.B. Teleheimarbeit) oder intensivierter Außendienstarbeit (z.B. bei Beratertätigkeiten) statt. Studien zu Mobilität und Familie verweisen auf die neue Bedeutung von Umzugs- und Pendelmobilität. Etwa jeder sechste Erwerbstätige ist inzwischen in Deutschland aus beruflichen Gründen mobil.[14]

Erwerbsarbeit wird intensiver und subjektiver zugleich: Intensivierung meint, dass, um Arbeitsleistung zu erbringen, eine stärkere Mobilisierung mentaler, emotionaler und körperlicher Ressourcen notwendig wird. Subjektivierung heißt, dass Betriebe verstärkt die persönlichen Potenziale der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen über die engere Fachqualifikation hinaus als Quelle der wirtschaftlichen Produktivität nutzen.[15]Subjektivierung kann dabei an das vermehrte Interesse vieler Beschäftigter anschließen, Lebenssinn und Identität auch in der Arbeitswelt zu entfalten. Insgesamt kann von einem umfassenderen Zugriff auf die Beschäftigten gesprochen werden.

Veränderte Bedingungen des Familienalltags: Ausgehend vom Konstrukt der Normalfamilie zeigen sich auch im Bereich Familie grundlegende Veränderungen hinsichtlich Form, zeitlicher und räumlicher Struktur, Eingebundenheit in gesellschaftliche Teilsysteme sowie der innerfamilialen Geschlechter- und Generationenverhältnisse. In Anlehnung an das Konzept der Entgrenzung von Arbeit sprechen wir von einer Entgrenzung von Familie.

Die Haushalts- und Familienformen sind heute durch eine große Vielfalt und Dynamik geprägt. Immer weniger Menschen leben dauerhaft in einer klassischen "Normalfamilie", als Ehepaar mit leiblichen Kindern. Von 1996 bis 2004 nahm der Anteil anderer Familienformen - wie Alleinerziehende, nichteheliche und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften mit Kindern - in Westdeutschland um 4 Prozent, in Ostdeutschland sogar um 9 Prozent zu. Damit waren im Jahr 2004 im früheren Bundesgebiet 77 Prozent, in den neuen Ländern jedoch nur noch 63Prozent der Familien Ehepaare mit Kindern. Der Anteil Alleinerziehender sowie der Anteil nichtehelicher Lebensgemeinschaften mit Kindern lag hingegen in Westdeutschland bei 18 Prozent bzw. 5 Prozent, in Ostdeutschland sogar bei 25 Prozent bzw. 12 Prozent.[16] Die Daten des Mikrozensus blenden hierbei aus, dass es nach Trennungen und Scheidungen häufig zu neuen Familienkonstellationen kommt, indem durch neue Partnerschaften zu den leiblichen Elternteilen mindestens ein sozialer Elternteil hinzutritt.[17] Im Anschluss an eine Trennung der Eltern spielt sich das Familienleben oft in verschiedenen Haushalten ab. Immer mehr Erwachsene und Kinder machen im Verlauf ihres Lebens Erfahrungen in verschiedenen Formen familialer Organisation und erleben dabei mehrfach Wechsel zwischen Settings. Je nach familialer Situation sind Familien deshalb mit heterogenen Anforderungen bei der Alltagsgestaltung sowie der Verknüpfung von Erwerbsarbeit und Familienleben konfrontiert.

Im Hinblick auf die Entgrenzung von innerfamilialen Geschlechterverhältnissen hat die in den letztenJahrzehnten zumindest in Westdeutschland steigende Erwerbsbeteiligung von Müttern besondere Bedeutung. 2005 waren 56 Prozent der westdeutschen und 61 Prozent der ostdeutschen Mütter erwerbstätig, allerdings ist die Vollzeitquote ostdeutscher Mütter immer noch mehr als doppelt so hoch wie die der westdeutschen Mütter.[18] Während die Geburt von Kindern die Erwerbsbeteiligung von Frauen vor allem in Westdeutschland deutlich beeinflusst, verändern Väter den Modus ihrer Erwerbsbeteiligung kaum. Die allgemeine Motivation von Vätern, sich intensiver um die Kinder zu kümmern, steigt jedoch an.[19] Es bleibt abzuwarten, ob sich die aktuell von 3,5 auf 7 Prozent verdoppelte Teilhabe von Vätern an Elternzeit weiter verstärkt.[20]

Zudem werden Familien aufgrund von Veränderungen im Geschlechterverhältnis und im Generationenverhältnis immer stärker zu Orten der Aushandlung von unterschiedlichen Motivlagen und Bedürfnissen. Unter anderem finden aufgrund der höheren Erwerbsbeteiligung von Frauen und der Orientierung an neuen Geschlechterbildern verstärkt Aushandlungen zwischen Männern und Frauen hinsichtlich der Arbeitsteilung in Familien statt. Der Datenreport 2006 zeigt, dass im Verlauf der letzten zwei Jahrzehnte die Zustimmung zur traditionellen Arbeitsteilung stark zurückgegangen ist, wenngleich auch hier Unterschiede zwischen Ost und West, den Geschlechtern sowie Alterskohorten bestehen bleiben.[21]
Wachsende gesellschaftliche Ansprüche an die Eltern - vor allem an die Mütter, z.B. bezüglich der Bildungsleistungen für Kinder - sowie umgekehrt auch die Erwartungen und Ansprüche der Eltern selbst an eine gute Erziehung erhöhen die Anforderungen in den Familien zusätzlich.

Verschiebungen im Verhältnis von "Arbeit und Leben": In ihrem Zusammenwirken führen die angesprochenen Entwicklungen zu einem komplexen und anforderungsreichen Familienalltag. Denn die Subsysteme Familie und Erwerb wandeln sich nicht nur intern, sondern es verschieben sich dadurch auch ihre Verhältnisse zueinander. Dieser komplexe Prozess ist im Vergleich zu der Untersuchung moderner alltäglicher Lebensführungen[22] sowie der Subjektivierung von Arbeit[23] noch weitgehend unbestimmt.

Neue Gestaltungsleistungen und Anforderungen der Herstellung von Familie

Am Beispiel raum-zeitlicher Entgrenzungsprozesse wird konkretisiert, welche neuen Leistungen familiale Akteure zur Herstellung von Familie alltäglich erbringen müssen.[24] Auf den ersten Blick erscheint in der folgenden Darstellung die Entgrenzung von Arbeit dominant. Denn Prozesse der Entgrenzung von Familie sind subtiler und damit weniger offensichtlich. Die Entgrenzung von Familie - in den Dimensionen Geschlecht, Zeit, Raum oder der strukturell-morphologischen Dimension - liegt zudem häufig quer zu Prozessen der Entgrenzung von Arbeit. So verknüpfen sich in den einzelnen Familien Prozesse der Entgrenzung von Familie mit denen des Erwerbsbereichs über die Erwerbskonstellationen der Familienmitglieder und die spezifischen Familienkonstellationen auf ganz bestimmte Art und Weise. Damit bilden sich - blicken wir auf den Alltag einzelner Familien - sehr komplexe, jeweils spezifische familiale "Gemengelagen" der doppelten Entgrenzung.

Wenn feste und vor allem verlässliche Zeitgrenzen des Arbeitstages und der Arbeitswoche fehlen, ergibt sich die Notwendigkeit, aktiv eigene Zeitordnungen zu entwickeln und zu etablieren. Die Möglichkeit, Erwerbsarbeit durch neue Informationstechnologien unabhängig vom Arbeitsort auszuführen sowie die Hinwendung zu ergebnisorientierten Kriterien bei der Beurteilung von Arbeitsleistungen machen es erforderlich, die Lebensbereiche Erwerbsarbeit, Familie, Freizeit verstärkt selbst zu gewichten. Den "überschwappenden" Ansprüchen der Erwerbsarbeit müssen somit nicht nur aktiv zeitliche, sondern auch räumliche Grenzen gesetzt werden. Dieses "boundary management" kann jedoch auch durch explizite Praktiken der raumzeitlichen Vermischung von Lebensbereichen bewältigt werden. Damit stellt sich aber beständig die Frage, welche Tätigkeiten wann Vorrang haben, an welchem Ort sie ausgeführt werden können und wann und wo es in Ordnung ist, Tätigkeiten zu vermischen: Soll beispielsweise im Familienurlaub am Laptop gearbeitet werden oder das Kind seine Hausaufgaben beim Vater im Büro erledigen? Der Feierabend, das Wochenende, ja der Urlaub als Zeit für Kinder (und für die Eltern als Paar), müssen somit gegen die wechselhaften und überbordenden Ansprüche des Berufs verteidigt werden. Während diese Entwicklungen durchaus von manchen als Chancen zu einer erhöhten Zeit-Raumsouveränität - auch für die Familie - positiv bewertet werden, erscheinen sie für andere als schwierige An- und oftmals Überforderung. Denn um die eigene zeitliche und räumliche Verfügbarkeit für die Erwerbsarbeit aktiv einschränken zu können bzw. gute Praktiken der Vermischung zu etablieren, braucht es persönliche Fähigkeiten und Ressourcen, u.a. ein gefestigtes Selbstkonzept.

Die zunehmende Flexibilisierung, Atypik und Entrhythmisierung von Arbeitszeiten in Verbindung mit der vielfältigen Eingebundenheit aller Familienmitglieder auch in andere gesellschaftliche Institutionen mit je eigenen zeitlichen und räumlichen Logiken - wie Freundschaftsnetzwerke, Schulen, Behörden, Freizeitinstitutionen, Verkehrssysteme und andere mehr - machen die Koordination der unterschiedlichen Raumzeitpfade sowie die Synchronisierung von freien Zeiten der Familienmitglieder zu anspruchsvollen Gestaltungsleistungen. Die Wochenenden, insbesondere die Samstage, verlieren zudem als verlässliche Familienzeit ihre Bedeutung, sie werden für immer mehr Erwerbstätige zu normalen Arbeitstagen. Inzwischen geht der Trend eindeutig in Richtung Sonntagsfamilie. Die Nutzung von arbeitsfreien Tagen unter der Woche als Familienzeit stößt aufgrund der Eingebundenheit der anderen Familienmitglieder in andere Zeit-Raum-Ordnungen an Grenzen. Gemeinsame Zeit muss deshalb heutzutage oft erst gefunden, ja geplant werden. Die spezifische Zeitlogik familialer Fürsorgearbeit verträgt sich jedoch nur bedingt mit vorab eingeplanten Zeitquanten.

Sind der eigene Arbeitseinsatz, der Dienstschluss oder freie Tage nur schwer voraussehbar und Veränderungen des Dienstplans üblich, so erfordert dies eine hohe Flexibilität und Spontaneität aller Familienmitglieder bei der Gestaltung und Organisation ihres Alltags. Die Planung von gemeinsamen Aktivitäten, das gemeinsame Abendessen oder das Vorlesen der Gute-Nacht-Geschichte steht häufig unter der Prämisse "falls nichts dazwischenkommt".

Raum-zeitliche Entgrenzungsprozesse des Erwerbsbereichs bedingen, dass Familie heute zunehmend in den Zeitlücken der Erwerbsarbeit gelebt werden muss. Allerdings haben die Zeitlücken und damit die familialen Zeitnöte je nach Berufsfeld und Art des Beschäftigungsverhältnisses verschiedene Gesichter und bieten unterschiedliche Möglichkeiten für die familiale Lebensführung. Von Zeitknappheit aufgrund langer Arbeitszeiten sind in Deutschland vor allem Paarhaushalte betroffen, in denen beide Eltern vollzeiterwerbstätig sind. Besonders lange Arbeitszeiten von insgesamt bis zu 80 bis 90 Wochenstunden haben zum Beispiel Eltern in Führungspositionen.[25]

Ganz andere Zeitnöte entstehen jedoch aufgrund der zunehmenden Flexibilisierung von Arbeitszeiten, z.B. bei Teilzeitarbeit, die in Lage und Dauer stark variiert, wie es im Einzelhandel üblich ist. Die Beschäftigten haben wenig Einfluss auf ihre Arbeitzeitpläne, ihre Arbeitseinsätze sind häufig sehr kurzfristig, ohne feste Rhythmen und sind damit wenig planbar. Die Arbeitszeiten unterscheiden sich manchmal von Tag zu Tag. Dies führt zu einer Zerstückelung des familialen Alltags. Familienleben muss oft gleichsam "auf Knopfdruck" stattfinden, wenn gerade Zeit dafür ist. Die häufig spontan entstehende freie Zeit kann jedoch nicht immer für eigene oder familiale Belange genutzt werden, Synchronisationsprobleme der Zeiten und Bedürfnisse in Familien sind keine Seltenheit.

Eine dritte Form von Zeitlücken ergibt sich bei projektförmig organisierter Arbeit, wie sie zum Beispiel für Filmschaffende üblich ist, die für die Dauer einer Filmproduktion befristet beschäftigt sind. Aufgrund des permanenten Wechsels von Phasen der starken Eingebundenheit in Arbeit, in denen keine oder kaum Zeit für Familie bleibt, mit längeren Phasen, in denen nicht gearbeitet wird, findet hier Familienleben in Phasen statt. Durch besonders intensives Leben von Familie in den arbeitsfreien Phasen wird hier häufig versucht, die vorangegangenen "familialen Durststrecken" zu kompensieren. Die Wochen und Monate dauernden Nichtarbeitsphasen werden insbesondere von Vätern als positiv erlebt, weil sie ihnen ermöglichen, Zeit mit ihrer Familie zu verbringen, die sie in einem Normalarbeitsverhältnis nicht hätten. Allerdings birgt das Aufschieben von Familie auch Enttäuschungspotenzial, denn Familienleben lässt sich nicht uneingeschränkt nachholen.

Zeitprobleme in Familien verschärfen sich, wenn beide Elternteile entgrenzt erwerbstätig sind. Betrachtet man Erwerbskonstellationen von Eltern, so findet sich ein typisches Arrangement, bei dem ein hoch entgrenzt arbeitender Partner einen mit plan- und gestaltbareren Arbeitszeiten und räumlichen Bedingungen an seiner Seite hat. In einer solchen Mischung von Stabilität und Flexibilität scheint eine funktionierende Balance möglich zu sein, ansonsten nimmt der alltägliche Abstimmungs- und Organisationsbedarf subjektiv zuviel Zeit und Energie in Anspruch,[26] oder der familiale Alltag lässt sich nicht mehr ohne die Hilfe weiterer Personen organisieren.

Besondere zeiträumliche Anforderungen an die Herstellung von Familie ergeben sich auch in Nachtrennungsfamilien. Die familial bedingte Multilokalität führt für getrennt lebende Elternteile und ihre Kinder zu einer Verknappung der vorher selbstverständlich gemeinsam verbrachten Zeit. Mit der Neuordnung der familialen Beziehungen nach einer Trennung müssen Eltern und Kinder auch neue raumzeitliche Praktiken zur Aufrechterhaltung von Familie unter nun dauerhaft multilokalen Bedingungen etablieren.

Ebenso haben die steigenden Anforderungen an die räumliche Mobilität von Erwerbstätigen zur Folge, dass Familienleben aufgrund der häufigen Abwesenheiten von Familienmitgliedern zunehmend multilokal und "virtuell" stattfindet. Zeitlich begrenzte Abwesenheiten von Familienmitgliedern bergen zwar auch positive Aspekte für die Gestaltung von Familie. Im Unterschied zur Herstellung von Familie im Rahmen von face-to-face Kontakten und räumlicher Kopräsenz der Eltern und Kinder müssen aber unter multilokalen Bedingungen spezifische Praktiken entwickelt werden, die Sorgeleistungen, Erziehung und die Herstellung von sozialen Beziehungen über die räumliche Entfernung möglich machen. Die Entwicklungen im Bereich des Telekommunikationswesens sind hierbei von großer Bedeutung, denn Internet, E-Mail und Mobiltelefone ermöglichen es, Beziehungen zu Familienangehörigen auch über große Entfernung hinweg intensiver zu gestalten.[27] Müttern und Vätern ist es auf diese Weise möglich, auch über große Distanzen und längere Zeiträume der Trennung emotionale Bezugspersonen für ihre Kinder und als Paar in engem Kontakt mit ihrer Partnerin bzw. ihrem Partner zu bleiben. Allerdings hat das direkte und unmittelbare Miteinander der Familienmitglieder eine besondere Qualität, die durch virtuelle Formen der Interaktion nur begrenzt ersetzt werden kann. So hilfreich Handys und E-Mails sein mögen - auf Dauer ist die ausschließlich über technologische Hilfsmittel kommunizierende Familie nicht lebensfähig, weil die Beziehungen verarmen - ganz abgesehen davon, dass Fürsorgearbeit in der Regel körperliche Anwesenheit erfordert. Unsere empirischen Beobachtungen legen zudem nahe, dass es zeitliche Limits dafür gibt, bis zu welcher Dauer die Abwesenheit eines Familienmitglieds positiv genutzt werden kann, sowie dafür, wie viel Anwesenheit es als Kompensation für die Abwesenheiten braucht. Gefühle der Entfremdung und Schwierigkeiten des Zurückfindens in die Familie nach Phasen der räumlichen Trennung sind nur einige der Probleme, die sich aufgrund von "subjektiv" zu langen Abwesenheiten von der Familie ergeben.[28]

Die angesprochenen raum-zeitlichen Entgrenzungsprozesse in der Familie und dem Erwerbsbereich führen in ihrer Gesamtheit dazu, dass Zeiten der räumlichen Kopräsenz der Familienmitglieder in immer weniger Familien verlässlich und in regelmäßigen Rhythmen gegeben sind. Doch nicht nur die Quantität der räumlich kopräsenten Zeiten in Familien verändert sich, sondern auch ihre Qualität - wobei sich sowohl negative als positive Wirkungen erkennen lassen. Die Herstellung von Zeiten in räumlicher Kopräsenz, die "sinnvolle" Nutzung von knapper und häufig sehr spontan entstehender gemeinsamer Zeit sowie die Entwicklung von Praktiken zur Aufrechterhaltung von Familie trotz räumlicher Trennung sind anspruchsvolle Gestaltungsaufgaben, die Familien heute zu bewältigen haben. Regelmäßige Familientelefonkonferenzen, das Nachreisen an den Arbeitsort eines Familienmitglieds oder mobiles Familienwohnen sind Beispiele für neue Praktiken im Umgang mit den beruflichen Anforderungen, mobil zu sein. In Familien sind Reflexionsprozesse darüber zu erkennen, wie die verbleibende knappe gemeinsame Zeit als Familie am besten gestaltet werden kann. Die wenige Familienzeit wird möglichst qualitativ hochwertig sowie sehr gezielt genutzt. Knappe Familienzeit führt so zu einer reflektierteren und planenderen Gestaltung des gemeinsamen Alltags und geht durchaus manchmal mit einem subjektiv intensiveren Erleben von Elternschaft einher.

Daneben ist jedoch eine paradoxe Entwicklung zu erkennen: Eltern suchen sehr bewusst im familialen Alltag nach Gelegenheiten für beiläufige Interaktionen bzw. sie versuchen, solche aktiv zu schaffen. Sie tun das durch die Initiierung von gemeinsamen Freizeitaktivitäten, die Umdeutung von Fahrten oder Begleitgängen zu Terminen der Kinder als wertvolle Zeit des Austauschs sowie die Ritualisierung von bestimmten Aktivitäten und Zeitpunkten, wie z.B. das Sonntagsfrühstück, das Morgenkuscheln oder das gemeinsame Abendessen.

Ausblick

Die doppelte Entgrenzung erfordert von Familien neue Gestaltungsleistungen im Rahmen ihrer alltäglichen Lebensführung. Dies gilt für die zeitlichen Rahmungen des Familienlebens wie für die Quantität und Qualität der räumlichen Kopräsenz. Permanent wechselnde Arbeitszeiten, die oft mit erhöhten psychischen und physischen Belastungen einhergehen, erschweren verbindliche Beziehungen und verlässliche Fürsorgeleistungen. Die Ausdünnung gemeinsamer Anwesenheiten und Aktivitäten über einen längeren Zeitraum hinweg macht es schwer, Familie als lebendiges Ganzes wahrzunehmen. Damit verschwindet tendenziell die Selbstverständlichkeit von Gelegenheiten für ein Doing Family, die Möglichkeit der Beiläufigkeit der sozialen Interaktionen droht verloren zu gehen.

Aus den hier angestellten Überlegungen ergibt sich im Hinblick auf die Zukunft von Familie ein Kaleidoskop künftiger Aufgaben für Forschung und Politik: Erstens steht die theoretische Weiterentwicklung und konzeptuelle Ausarbeitung des Begriffs der "Familie als Herstellungsleistung" an. Zur empirisch fundierten Konzeptentwicklung sind zweitens weitere vertiefende empirische Untersuchungen der alltäglichen Lebensführung von Familien und ihrer Praktiken des Doing Family erforderlich. Wie erste Ergebnisse unseres derzeit laufenden Forschungsprojekts[29] zeigen, wirken manche der Alltagspraktiken, die von den familialen Akteuren im Umgang mit der doppelten Entgrenzung entwickelt werden, wiederum auf die Erwerbswelt zurück. Damit müssen drittens die Bedarfe zur Herstellung und Aufrechterhaltung von Familie zukünftig auch in der Erwerbswelt aktiv aufgegriffen werden, z.B. im Hinblick auf den Erhalt der Nachhaltigkeit des Arbeitsvermögens oder auf die Entwicklung von neuen Vereinbarkeitspolitiken.[30] Viertens rückt die Dimension Zeit als Qualitätszeit im Sinne von hergestellter Beiläufigkeit neu in den Blick.
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Fußnoten

1.
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)(Hrsg.), Siebter Familienbericht. Familie zwischen Flexibilität und Verlässlichkeit - Perspektiven für eine lebenslaufbezogene Familienpolitik, Berlin 2006.
2.
Vgl. Dieter Schäfer, Unbezahlte Arbeit und Haushaltsproduktion im Zeitvergleich, in: Statistisches Bundesamt (Hrsg.), Alltag in Deutschland. Analysen zur Zeitverwendung, Wiesbaden 2004, S. 247 - 273.
3.
In Analogie zum sozialkonstruktivistischen Ansatz des "Doing Gender" lässt sich die Herstellung von Familie als zusammengehörige Gruppe, ihre Selbstdefinition und Inszenierung als solche, als "Doing Family" bezeichnen, das von praktischen und symbolischen Verschränkungsleistungen individueller Lebensführungen im Kontext von Familie getragen wird. Vgl. Regine Gildemeister, Doing Gender: Soziale Praktiken der Geschlechterunterscheidung, in: Ruth Becker/Beate Kortendiek (Hrsg.), Handbuch der Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie, Wiesbaden 2004, S. 132 - 141; vgl. auch Karin Jurczyk/Andreas Lange, Familie und die Vereinbarkeit von Arbeit und Leben. Neue Entwicklungen, alte Konzepte, in: Diskurs, 12 (2002) 3, S. 9 - 18.
4.
Vgl. Ilona Ostner, Beruf und Hausarbeit. Die Arbeit der Frau in unserer Gesellschaft, Frankfurt/M.-New York 1978.
5.
Vgl. Kerry Daly, Family Theory versus the Theories Families Live By, in: Journal of Marriage and Family, 65 (2003) 4, S. 771 - 784.
6.
Anmerkung der Redaktion: Siehe hierzu auch den Beitrag von Kerstin Jürgens und G. Günter Voß in dieser Ausgabe.
7.
Vgl. Walter Bien/Jan Marbach (Hrsg.), Partnerschaft und Familiengründung - Ergebnisse der dritten Welle des Familien-Survey, Opladen 2003.
8.
Vgl. Maria Rerrich, Gemeinsame Lebensführung: Wie Berufstätige einen Alltag mit ihren Familien herstellen, in: Karin Jurczyk/Maria Rerrich (Hrsg.), Die Arbeit des Alltags. Beiträge zu einer Soziologie der alltäglichen Lebensführung, Freiburg 1993, S. 310 - 333; Kerstin Jürgens, Familiale Lebensführung, in: Günter Voß/Margit Weihrich (Hrsg.), Tagaus tagein. Neue Beiträge zur Soziologie alltäglicher Lebensführung, München - Mering 2001, S. 33 - 60.
9.
Vgl. Ilona Ostner/Barbara Pieper, Problemstruktur Familie - oder: Über die Schwierigkeit, in und mit Familie zu leben, in: dies. (Hrsg.), Arbeitsbereich Familie, Frankfurt/M.-New York 1980, S. 96 - 170.
10.
Vgl. BMFSFJ (Anm. 1)
11.
Vgl. Karin Jurczyk/Mechthild Oechsle (Hrsg.), Das Private neu denken. Erosionen, Ambivalenzen, Leistungen, Münster 2007, i.E.; Karin Gottschall/Günter Voß (Hrsg.), Entgrenzung von Arbeit und Leben. Zum Wandel der Beziehung von Erwerbstätigkeit und Privatsphäre im Alltag, München - Mering 2003.
12.
Vgl. Berndt Keller/Hartmut Seifert, Atypische Beschäftigungsverhältnisse. Flexibilität, soziale Sicherheit und Prekarität, in: dies. (Hrsg.), Atypische Beschäftigung - Flexibilisierung und soziale Risiken, Düsseldorf 2007, S. 11 - 25.
13.
Vgl. Hartmut Seifert, Arbeitszeit - Entwicklungen und Konflikte, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), (2007) 4 - 5, S. 17 - 24.
14.
Vgl. Norbert Schneider, Berufliche Mobilität, Familie und Wohlbefinden, in: Arbeit! - Newsletter Deutscher Studienpreis, (2007) 42.
15.
Vgl. Manfred Moldaschl/Günter Voß, Subjektivierung von Arbeit, München-Mering 2003.
16.
Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), Leben und Arbeiten in Deutschland, Sonderheft 1: Familien und Lebensformen. Ergebnisse des Mikrozensus 1996 - 2004, Wiesbaden 2006.
17.
Vgl. Walter Bien/Angela Hartl/Markus Teubner (Hrsg.), Stieffamilien in Deutschland. Eltern und Kinder zwischen Normalität und Konflikt, Opladen 2002.
18.
Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), Leben und Arbeiten in Deutschland, Sonderheft 2: Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ergebnisse des Mikrozensus 2005, Wiesbaden 2006.
19.
Vgl. Michael Matzner, Vaterschaft aus der Sicht von Vätern, Wiesbaden 2004.
20.
Vgl. Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 16. 5. 2007.
21.
Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), Datenreport 2006, Bonn 2006.
22.
Vgl. Projektgruppe Alltägliche Lebensführung (Hrsg.), Alltägliche Lebensführung. Arrangements zwischen Traditionalität und Modernisierung, Opladen 1995.
23.
Vgl. M. Moldaschl/G. Voß (Anm. 15).
24.
Die folgenden Überlegungen basieren auf theoretischen Diskussionen innerhalb der Abteilung Familie und Familienpolitik des Deutschen Jugendinstitutes, eigenen empirischen Vorarbeiten sowie den empirischen Arbeiten des derzeit laufenden Projekts "Entgrenzte Arbeit - entgrenzte Familie. Neue Formen der praktischen Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld Arbeit und Familie", das das Deutsche Jugendinstitut in Kooperation mit der TU Chemnitz durchführt (siehe: www.dji.de/5_entgrenzung).
25.
Vgl. BMFSFJ (Anm. 1), S. 224; Anmerkung der Redaktion: Siehe auch den Beitrag von Ruth Stock-Homburg und Eva-Maria Bauer in diesem Heft.
26.
Vgl. Luise Behringer/Karin Jurczyk, Umgang mit Offenheit. Methoden und Orientierungen in der Lebensführung von JournalistInnen, in: Projektgruppe Alltägliche Lebensführung (Anm. 22), S. 71 - 120.
27.
Vgl. Raelene Wilding, Virtual Intimacies? Families Communicating Across Transnational Contexts, in: Global Networks, 6 (2006) 2, S. 125 - 142.
28.
Vgl. N. Schneider (Anm. 14).
29.
Vgl. das Projekt "Entgrenzte Arbeit - entgrenzte Familie (Anm. 24).
30.
Anmerkung der Redaktion: Siehe hierzu den Beitrag von Christiane Klenner in diesem Heft.