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9.8.2007 | Von:
Ruth Stock-Homburg
Eva-Maria Bauer

Work-Life-Balance im Topmanagement

Soziale Ressourcen

Auf Seiten der sozialen Ressourcen können der Erhalt und der weitere Ausbau von Ressourcen in drei verschiedenen Lebensbereichen erfolgen: im beruflichen Wirkungskreis, im familiären Umfeld sowie im Freundes- und Bekanntenkreis.

Fast ein Viertel der befragten Manager fühlt sich als Einzelkämpfer, der einerseits seine Geschicke selbst in der Hand hat, aber auf der anderen Seite wenig Unterstützung und Rückendeckung im Unternehmen verspürt. Die sozialen Ressourcen im beruflichen Umfeld in Form von Rückhalt und Unterstützung durch Kollegen und Mitarbeiter können ausgebaut werden, indem Führungskräfte gegenüber Kolleginnen und Kollegen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern persönliche Wertschätzung sowie Offenheit und Hilfsbereitschaft signalisieren. Das so vorgelebte unterstützende Verhalten und das auf diese Weise geschaffene soziale Klima kommt Managern bei eigenen Problemlagen selbst zugute. Dies setzt jedoch voraus, dass die Führungskraft dazu fähig ist, bei Bedarf Unterstützung auch einfordern und annehmen zu können. So nannten 21 Manager eine gute Kommunikation mit Kollegen und Mitarbeitern als wichtige Ressource an ihrem Arbeitsplatz.

Die soziale Unterstützung im familiären Umfeld ist bei vielen der befragten Führungskräfte sehr gut ausgeprägt. Vor allem viele männliche Manager wissen eine unterstützende Partnerin hinter sich, die ihnen "den Rücken frei hält". Managerinnen sind hingegen bei der Organisation ihres Privatlebens stärker auf sich selbst gestellt. Um diese Unterstützung zu erhalten und weiter auszubauen, ist es wichtig, die Familie über Gespräche ein Stück weit am eigenen beruflichen Leben teilhaben zu lassen. Zudem wird es als äußerst wichtig beschrieben, gemeinsame Interessen mit dem Partner oder der Partnerin und der Familie zu pflegen. Für fünfzehn der befragten Manager ist die Familie und die mit dieser verbrachte Zeit eine wichtige Ressource, zwölf betonen, dass die Beschäftigung mit ihren Kindern für sie einen wichtigen Ausgleich darstellt. Hierbei hat es sich für fünfzehn der Manager bewährt, die Arbeit und das Privatleben nicht zu stark zu vermischen und auch private Termine langfristig zu planen.

Häufig ist es Topmanagern aufgrund ihrer langen Arbeitszeiten, vielen Reisen und häufigen Umzüge schwer möglich, einen Freundes- und Bekanntenkreis aufzubauen und zu pflegen. Sieben Manager erleben ihren Freundeskreis dennoch neben dem familiären Umfeld als zusätzliche wichtige Erholungsmöglichkeit und Quelle für Unterstützung. Es zahlt sich demnach langfristig aus, Freundschaften aufrechtzuerhalten und diese auch durch das Signalisieren des eigenen Interesses zu pflegen.