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5.7.2007 | Von:
Susanne Böhler
Daniel Bongardt

Sorgenkind Verkehr - Maßnahmen zum Klimaschutz

Bewertung und Strategien

Im Verkehrssektor ist das Erreichen von Klimaschutzzielen besonders schwierig. Bisher ist jeder Technologiesprung vom Verkehrswachstum wettgemacht worden. Zwar existiert eine Anzahl von Maßnahmen, eine Aussicht auf Erfolg besteht jedoch nur, wenn an einer Vielzahl von Stellschrauben gedreht wird. Aufgrund der unterschiedlich aktiven politischen Ebenen ist ein einheitliches Handeln schwierig.

Das Problem Klimaschutz ist ein globales, und die EU bietet ein passendes Forum zwischen gesetzgeberischer Verbindlichkeit und globalem Problembezug. CO2-Grenzwerte und Kerosinbesteuerung sind auf nationaler Ebene kaum durchsetzbar. Förderung und Einforderung effizienter Technologien als Schlüssel zum Klimaschutz sind hier am besten verortet. Die europäische Ebene garantiert die Rückkopplung der international vereinbarten Ziele in der tatsächlichen Politik. Die EU-Kommission strebt für die Post-Kyoto-Zeit (nach 2012) Emissionsreduktionen in Industrieländern von 30 Prozent im Vergleich zu 1990 an. Ratsam wäre darüber hinaus, dass sich die EU stärker beim Problem der Verkehrsentwicklung in Entwicklungsländern engagiert. Die Industrieländer müssen zeigen, dass Wohlstand auch mit weniger Verkehr möglich ist, wenn man effiziente Infrastrukturen und Technologien konsequent fördert. Nach heutiger Einschätzung werden Brennstoffzellenfahrzeuge, die ausschließlich Wasser emittieren, jedoch auch in absehbarer Zeit keinen nennenswerten Beitrag zur Problemlösung leisten können.[24]

Wie im Bau- und Energiebereich schon praktiziert, ist es notwendig, dass Städte und Kommunen im Sektor Verkehr stärker strategisch aktiv werden. Zu betonen sind Synergien mit anderen Problembereichen wie dem Lärmschutz, der Luftreinhaltung und der Verkehrssicherheit. Die nationale Ebene ist ebenfalls stark gefordert, da sie an Entscheidungen in Europa beteiligt ist, diese umsetzen muss und den Rahmen für die Kommunen setzt. Es ist dringend geboten, dass sich die Verkehrspolitik und -planung von Bund, Ländern und Kommunen das Thema Klimaschutz vermehrt aneignen und in den Vordergrund rücken.

Fußnoten

24.
Vgl. Wuppertal Institut (Anm. 6), S. 97.