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6.6.2007 | Von:
Alexander Gallus

"Der Ruf" - Stimme für ein neues Deutschland

Das politisch-publizistische Engagement der Nachkriegszeitschrift "Der Ruf" ging der Gruppe 47 voraus. Das Blatt verstand sich als Sprachrohr der "jungen Generation".

Einleitung

Am Anfang stand "Der Ruf". Die Zeitschrift mit dem programmatischen Untertitel "Unabhängige Blätter der jungen Generation" war Vorläufer und Keimzelle der Gruppe 47. In seiner Würdigung aus Anlass ihres fünfzehnjährigen Jubiläums erinnerte Hans Werner Richter 1962 an diesen Entstehungsgrund: "Der Ursprung der Gruppe 47 ist politisch-publizistischer Natur. Nicht Literaten schufen sie, sondern politisch engagierte Publizisten mit literarischen Ambitionen." Überhaupt, führte er weiter aus, seien "Der Ruf" und die Gruppe 47 "von derselben Mentalität geprägt" gewesen.[1]




Wie sah diese aus, welches intellektuelle Selbstverständnis stand dahinter, in welchen Ideen, Hoffnungen, Wünschen fand sie Ausdruck? Welche politischen Ziele verfolgte die Zeitschrift, welche Bilder vom künftigen Deutschland, dessen staatliche Fortexistenz oder zumindest Form in der ersten Nachkriegszeit ungewiss war, entwarf sie in den Jahren 1946 und 1947, als sie von Alfred Andersch und Hans Werner Richter, dem späteren Kopf der Gruppe 47, herausgegeben wurde?

Der Beitrag skizziert zunächst die "äußere" Entwicklung der Zeitschrift, ihr Werden, Ende und Fortleben, bevor die "innere" Geschichte ins Zentrum der Betrachtung rückt. Dabei sollen vorrangig die im "Ruf" formulierten Antworten auf die deutsche Frage in außenpolitischer, aber auch in ordnungs- und gesellschaftspolitischer Hinsicht vorgestellt werden. Am Ende stehen Gedanken zum alten deutschen "Indianerspiel" zwischen Geist und Macht,[2] bei dem Redakteure und Autoren des "Ruf" eifrig mittaten. Sie trugen, wie später vor allem die Gruppe 47, zur Neupositionierung der Intellektuellen in der westdeutschen Demokratie und Politik bei.

Eine kurze Geschichte mit Nachspiel

Die erste Nummer der Zweiwochenschrift "Der Ruf" erschien am 15. August 1946 in München.[3] Alleiniger Herausgeber war Alfred Andersch, ab der vierten Ausgabe trat Hans Werner Richter hinzu, der von Beginn an die Redaktionsgeschäfte mit geleitet hatte. Die Auflagenhöhe schwankte in den Jahren 1946 und 1947 zwischen zwanzig- und siebzigtausend Exemplaren.[4] Wirkung und Reichweite des "Ruf" dürften größer gewesen sein. Der langjährige Herausgeber der "Zeit" Gerd Bucerius hielt die mit Lizenz der amerikanischen Besatzungsmacht erscheinende Zeitschrift unter Richters Ägide für das einflussreichste Publikationsorgan im Süden Deutschlands,[5] und ohne Zweifel gehörte sie in jenen Jahren ähnlich wie andere kulturpolitische Blätter ("Der Aufbau", "Die Wandlung", "Frankfurter Hefte", "Ost und West" u. a.) zur Kategorie der Leitmedien.[6] Die ersten acht Seiten, und damit der größte Teil, waren in der Regel Angelegenheiten der Politik gewidmet, vier oder fünf Seiten kulturellen und literarischen Themen. Auf den letzten Seiten fanden sich Buchbesprechungen und Inserate. Die politische Haltung der Herausgeber und Redakteure spiegelten in erster Linie der Leitartikel auf den vordersten beiden Seiten sowie die Rubrik "Deutsche Kommentare" auf Seite drei wider.

Die führenden Vertreter der Zeitschrift gehörten überwiegend den Jahrgängen 1901 bis 1927 an, jener "jungen" Generation der nach Kriegsende Dreißig- bis Vierzigjährigen, für die sie auch vorrangig schrieben, in die sie nach dem "Versagen der Vätergeneration" ihre Hoffnungen legten und mit der sie einen "voraussetzungslosen Anfang" finden wollten.[7] Während der Weimarer Republik hatten sie sich zumeist in sozialistischen oder kommunistischen Gruppierungen engagiert, mit denen sie später brachen. Antifaschistisch eingestellt, aber nicht Teil des Widerstands gegen Hitler, nahmen sie als Frontsoldaten am Krieg teil und gerieten in amerikanische Gefangenschaft. Viele unter ihnen wie Walter Kolbenhoff, Walter Mannzen oder Curt Vinz betätigten sich in den Lagern publizistisch. Richter war Mitarbeiter der in Camp Ellis (Illinois) veröffentlichten "Lagerstimme" und später wie Andersch der "Zeitung der deutschen Kriegsgefangenen in den USA", die von März 1945 an für ein Jahr unter dem Obertitel "Der Ruf" erschien. Obgleich vom amerikanischen Demokratiegedanken inspiriert, lehnten die um Unabhängigkeit bemühten Publizisten die Politik der reeducation ebenso wie die Kollektivschuldthese rundweg ab. "Fast nichts von dem, was wir wollten", klagte Richter im Nachhinein, "wurde veröffentlicht." Er fühlte sich "wiederum einem diktatorischen Apparat ausgesetzt".[8]

Hier kam die im Grundsatz oppositionelle und unbeugsame Haltung des Nonkonformisten zum Ausdruck, die auch die unter demselben Titel veröffentlichte Nachkriegszeitschrift prägen sollte; allerdings nur so lange, wie Andersch und Richter an der Spitze der Redaktion standen, und das taten sie lediglich bis zur ersten Ausgabe des April 1947, als es zu einem Redaktionswechsel kam.[9] Entscheidend für den faktischen Rausschmiss der beiden Herausgeber dürfte neben Zwistigkeiten mit der Nymphenburger Verlagshandlung (unter Leitung von Vinz), die die Zeitschrift herausbrachte, die immer weiter abgekühlte Beziehung zu den Amerikanern gewesen sein. Die hartnäckige Kritik des "Ruf" an der Besatzungspolitik war der misstrauischen Information Control Division (ICD) von Anfang an ein Dorn im Auge. Spätestens nach dem Umschwenken der Truman-Administration zu einer Politik des containment und des verschärften Antikommunismus schienen den Amerikanern die Forderungen nach einem im Sozialismus vereinten Europa kaum länger tragbar.

Öffentlichen Ausdruck erfuhr die amerikanische Kritik durch die Artikel zweier einstiger "Ruf"-Autoren: von Carl Hermann Ebbinghaus in der "Neuen Zeitung" und vom ICD-Mitarbeiter Erich Kuby unter dem Pseudonym "Alexander Parlach" in der "Süddeutschen Zeitung". Darin charakterisierten sie Andersch und Richter als unverbesserliche Nationalisten und forderten sie zur Kooperation mit der Besatzungsmacht auf, statt Kritik an ihr zu üben.[10] Die beiden Herausgeber wollten indes den "provozierenden und rauhen Ton" beibehalten.[11] Nach einer weiteren Verwarnung und verschärften Zensurmaßnahmen stieg die Anspannung. Der Kündigung der Herausgeber folgte am 4. April 1947 das Verbot der Zeitschrift, die mit einer ausgewechselten redaktionellen Mannschaft aber bald wieder bis 1949 erschien. Zunächst unter der kommissarischen Leitung Kubys, ab Januar 1948 mit Walter von Cube an der Spitze optierte "Der Ruf" fortan für einen deutschen Weststaat und fand sich mit der Teilung ab.

Das Ende des alten "Ruf" und das an der Lizenzverweigerung gescheiterte Nachfolgeprojekt einer neuen Zeitschrift mit dem Titel "Der Skorpion" gelten vielfach als Geburtsstunde der Gruppe 47 und als Kehrtwende einer politischen Publizistik zur Literatur. Aus der "politischen Publizistik abgedrängt" habe die Gruppe 47, so Richter später, die "fehlende Zeitschrift als Kristallisationspunkt durch das Gespräch, durch Kritik und Diskussion" ersetzt.[12] Doch die Gruppe ist keineswegs - wie es die Legende will - an die Stelle des nicht gebilligten "Skorpion" getreten, sondern entstand parallel zu den Planungen für die neue Zeitschrift. Am 21. Januar 1961 hielt Richter in einem Brief an Mannzen fest: "Da ich von schlechtem Gedächtnis bin, und nie allein als Gründer der Gruppe 47 auftreten wollte, habe ich das später verwischt und die schöne Anekdote von dem verbotenen Skorpion erfunden."[13]

Viele der ehemaligen "Ruf"-Mitarbeiter veröffentlichten ab Mitte 1948 in der Zeitschrift "Neues Europa" (bis zu ihrer Einstellung zwischen Januar und März 1949 unter dem Titel "Die Deutsche Stimme"). An die Spitze dieser "Halbmonatschrift für Völkerverständigung", die ab 1946 vom Walter-Lehning-Verlag herausgegeben worden war, gelangte von der 13. Ausgabe im Sommer 1948 an mit Walter Heist ein Journalist, der schon an den letzten Nummern des "Ruf" als verantwortlicher Redakteur mitgewirkt hatte. Das "Neue Europa", so Heist zur Umstellung, sollte mit "neuen Mitarbeitern" in einem "neuen Geist" erscheinen.[14] Er hoffte, dass die Zeitschrift binnen kurzem "ein zweiter Ruf' an Lebendigkeit und Kampfeslust" werden würde.[15] Die ständigen Mitarbeiter, die für Heist "eine gleiche Haltung allen Fragen des Lebens dieser Zeit gegenüber"[16] verband, waren überwiegend frühere "Ruf"-Leute und Angehörige der Gruppe 47, neben Andersch und Richter Kolbenhoff und Mannzen, Friedrich Minssen, Ilse Schneider-Lengyel und Nicolaus Sombart. Gerade Richter blieb stets "an der Politik mehr als an der Literatur interessiert".[17] Die These einer scharfen Zäsur zwischen literarischer Produktion auf der einen Seite und politischer Publizistik auf der anderen gehört zu den Gründungsmythen der Gruppe 47.[18]

Publizistischer Kampf für ein unabhängiges Land

"Deutschland - Brücke zwischen Ost und West" lautete die Überschrift eines Artikels aus Richters Feder,[19] der in programmatischer Weise für einen "dritten Weg" plädierte, außen- wie innenpolitisch, gesellschaftlich wie ökonomisch. Er übte deutliche Kritik an den Besatzungsmächten, die durch eine falsche Politik Europa und dem Frieden schadeten: "Indem man ein Volk zu trennen versucht, indem man versucht, diese Trennung im geistigen Sein dieses Volkes zu vertiefen, reißt man nicht nur die Kluft zwischen dem östlichen und westlichen Teil dieses Landes auf, sondern lässt diese Kluft zu jenem Abgrund zwischen dem westlichen und östlichen Teil Europas werden, der nicht mehr überbrückbar ist. Dies aber bedeutet den Untergang der deutschen Nation und ist der Zerfall des europäischen Lebens."

Ein vereintes Deutschland als Land der Synthese und Vermittlung zwischen Ost und West sei das beste Mittel, um dieser fatalen Entwicklung gegenzusteuern. Dazu müsse es aber eine Staats- und Gesellschaftsform erhalten, die Sozialismus und Demokratie fruchtbar miteinander verbinde. Richter entwarf folgendes Wunschbild, an dessen Verwirklichung die junge Generation energisch arbeiten solle: "Sie hat den Sozialismus des Ostens und die Demokratie des Westens im Lande. (...) Sie muss dort ansetzen, wo die beiden Ordnungen zueinander drängen, sie muss gleichsam den Sozialismus demokratisieren und die Demokratie sozialisieren. So kann diese junge deutsche Generation die Brücke bauen, die vom Westen zum Osten und vom Osten zum Westen führt. Es wird zugleich die Brücke in die Zukunft Europas sein." Indem Deutschland "die sozialistische Ideologie des Ostens und die demokratische Ideologie des Westens in sich aufnimmt", geriet Richter fast ins Schwärmen, "kann es auf einer höheren Ebene beide in sich vereinen". In dieser Melange werde es die "Staatsform der Zukunft" finden, die Richter als "sozialistische Demokratie" bezeichnete, sonst aber unbestimmt ließ.

Was der "Ruf" unter "sozialistischer Demokratie" verstand, legte Andersch im ersten Leitartikel "Das junge Europa formt sein Gesicht" dar.[20] Der Schlüsselbegriff lautete "sozialistischer Humanismus". Sozialismus hatte in diesem Fall wenig mit der dogmatischen Ausführung Moskauer Provenienz gemein, sondern ähnelte im Wirtschaftlichen viel eher keynesianischen Vorstellungen und hatte soziale Gerechtigkeit zum Ziel. Außerdem war "Sozialismus" eine Chiffre für einen vagen Linksbegriff, der kulturelle Offenheit und grundsätzlichen Oppositionswillen umfasste, aggressiven Nationalismus, Rassismus und starren Konservatismus hingegen zu seinen gedanklichen Widersachern erkor. Es war ein gemäßigter, westlicher Sozialismus,[21] dem der Humanismus stets übergeordnet bleiben sollte. Die Unantastbarkeit der Menschenwürde und die Anerkennung der individuellen Freiheit galten Andersch als die höchsten zu verteidigenden Werte. Die Jugend Europas "wäre bereit, das Lager des Sozialismus zu verlassen, wenn sie darin die Freiheit des Menschen aufgegeben sähe zugunsten jenes alten orthodoxen Marxismus, der die Determiniertheit des Menschen von seiner Wirtschaft postuliert und die menschliche Willensfreiheit leugnet". Ihr Vertrauen in die heilsamen Kräfte des sowjetischen Kommunismus, der zu einer "Ein-Mann-Diktatur"[22] verkommen sei, hatten Andersch und Richter schon lange verloren, spätestens aber mit dem Abschluss des Hitler-Stalin-Paktes.[23]

Der "sozialistische Humanismus" bildete den geistigen Rahmen des "Ruf" und versah dessen Haltung mit einem Etikett. Gleichwohl ließen sich den Spalten der Zeitschrift auch konkrete politische Zielvorstellungen entnehmen, etwa die Forderung, die Deutschen an den alliierten Friedenskonferenzen teilhaben zu lassen, um einen Ausgleich zwischen Ost und West zu ermöglichen.[24] Der Friedensvertrag sollte nicht nur das Ende der Besatzungszeit einläuten, sondern auch für die Wiederherstellung Deutschlands in den Grenzen von 1937 sorgen.[25] Insbesondere Richter beharrte auf dem Anspruch Deutschlands auf Gleichberechtigung und dem Selbstbestimmungsrecht. Er hielt einen Verzicht auf die Ostgebiete und das Saarland für unzumutbar. Zur Gestaltung des politischen Systems hieß es, der neue Staat solle eine Zentralregierung haben. Der "Ruf" wandte sich gegen föderalistische Strukturen und wollte ein Mehrheitswahlrecht nach britischem Vorbild einführen.[26]

Der äußere Weg zur deutschen Vereinigung war nach Anderschs Meinung leicht zu beschreiten. "Dieser Modus kann in einer sehr einfachen Maßnahme gefunden werden: in dem Entschluss der vier Mächte, die militärische Besetzung Deutschlands gleichzeitig und auf dem schnellsten Wege aufzuheben. (...) Deutschland wäre mit einem Schlag nicht mehr Berührungs- und Reibungsfläche zweier Machtsphären, sondern neutrale Experimentierfläche zweier Ideen-Räume (...)." Andersch war sich der Tatsache bewusst, dass der so vorgetragene "deutsche Standpunkt" damals "geradezu utopisch" anmutete.[27] Er nahm die neuen Umstände aufmerksam wahr und wusste, dass Deutschland in eine grundlegend gewandelte weltpolitische Situation geraten war: "in die Welt der Diplomatie, der Konferenzen, der politischen und ökonomischen Interessenkämpfe, bei denen auf kriegerische Lösungen verzichtet wird, in eine Welt, in der die Ideale leiden und Kompromisse blühen. Dennoch ist es die Welt der Politik schlechthin, und sie muss von uns wieder begriffen und beherrscht werden."[28]

Wie sich ein Kompromiss in der Politik gestalten könnte, suchte Richter am Beispiel der östlichen Grenzfrage zu verdeutlichen,[29] zumal ein Verzicht auf die Ostgebiete in seinen Augen unverantwortlich war. Es würden ansonsten nicht nur eine gefährliche nationale Irredenta sowie ein anhaltendes Revanchestreben geschürt, sondern mit den landwirtschaftlich wichtigen Ostgebieten auch die "Kornkammer" Deutschlands wegfallen. Vor diesem Hintergrund hielt er folgende Lösung für denkbar: "Deutschland müsste vielleicht Ostpreußen und Oberschlesien preisgeben, um Pommern und Schlesien, auf die es nie verzichten kann, wieder zu gewinnen. Polen würde sich um Oberschlesien, Posen, Pommerellen und Ostpreußen erweitern. Eine Erweiterung, die immer noch unnatürlich wäre und für Deutschland eine schwere Belastung bedeutet. Trotzdem, die Möglichkeiten einer Verhandlungsbasis sind gegeben."

"Der Ruf" trat für ein unter neutralen Vorzeichen wiedervereinigtes Deutschland ein und ließ sich dabei von nationalen, aber auch friedens- und europapolitischen Erwägungen leiten. Die auf dem Fundament des "sozialistischen Humanismus" geeinte Nation galt der Zeitschrift als Kristallisationspunkt eines befriedeten und sozialistischen Europa.[30] Herrschte im "Ruf" zwischenzeitlich ein elanvoller Optimismus, angetrieben von der Idee eines Neuanfangs nach der "Stunde Null", so machte sich angesichts der passiven und machtlosen Rolle Deutschlands eine zunehmend pessimistische Stimmung breit. In der deutschen Frage, schrieb Andersch in der letzten "Ruf"-Ausgabe unter seiner Mitverantwortung, sind wir "von tiefer Sorge erfüllt, wenn wir an die Rückwirkungen denken, die eine Verschärfung des Gegensatzes zwischen dem Osten und dem Westen auf Deutschland notwendig haben muss". Er sah den "endgültigen Zerfall der deutschen Einheit" am Horizont aufscheinen.[31]

Ungeachtet solch resignativer Töne und des voranschreitenden Kalten Krieges flackerte die alte Position in der Nachfolgezeitschrift "Neues Europa/Deutsche Stimme" wieder auf. Richter erneuerte das Ansinnen eines "dritten Weges". Es gelte weiterhin für ein Deutschland, wie er es sich wünschte, "den Weg einer demokratischen, selbständigen und vollen Freiheit, den Weg zwischen Ost und West, das heißt den Weg der eigenen Politik" zu beschreiten. Nicht zuletzt gestützt auf eine an Stärke gewinnende Medienmacht sollte die künftige "deutsche Opposition" folgende Ziele anstreben: Abzug der Besatzungstruppen, Abschluss eines Friedensvertrags, Wiederherstellung eines vereinten und souveränen Deutschlands, innenpolitisch die Schaffung einer "wirklichen Demokratie" und außenpolitisch die "Verständigung mit der Sowjetunion bei gleichzeitigen ernsthaften Bestrebungen zum Aufbau und zur Eingliederung in einen europäischen Staatenbund". Einer äquidistanten Haltung gemäß schwebte Richter eine "ausgleichende Freundschaft mit der Sowjetunion und mit den Westmächten" vor.[32] Er bedauerte, wie sehr sich seine Landsleute von den Besatzungsmächten "zu Bütteln haben degradieren" lassen, der Opportunismus aufgeblüht sei und kaum jemand den Mut zu offener Kritik aufbringe. Den Vorwurf, seine Forderungen entsprängen nationalistischen Motiven, ließ Richter nicht gelten. Schließlich stand dahinter kein Machtstreben, sondern die Hoffnung auf ein befriedetes und friedensstiftendes Land mit einer demokratischen Staatsform.[33] "Ein machtpolitisches Niemandsland zwischen Ost und West, ein Land, das über keinerlei politische oder militärische Macht verfügt", davon war Richter überzeugt, "müsste notwendigerweise neutralisierend wirken, wenn es demokratisch regiert, außenpolitisch geschickt geführt und von einer wirklichen Friedenssehnsucht beseelt wäre".

Wie schon im "Ruf" gestanden Heist und Richter auch im "Neuen Europa" den utopischen Charakter ihrer Ideen ein, um sie im nächsten Schritt als einzig richtige Konsequenz aus einer gescheiterten "Realpolitik" zu bezeichnen: "Wir aber halten jede Utopie", formulierte Heist trotzig, "in unserer Situation für realpolitischer als ein strategisches Zweckdenken, das seine Grundlinien entlang des Mississippi oder der Wolga hat, während die Rechnung dafür hier in unserem Vier-Zonen-Land mit unserem Fleisch und Blut bezahlt wird."[34] Richter bekräftigte seinen "Willen zur Utopie" angesichts "einer Welt gescheiterter Realpolitiker".[35] Weiterhin wetterte er unermüdlich gegen die Besatzungsmächte. Ansonsten drohe erneut ein Weltkrieg und sei der demokratische Wiederaufbau Deutschlands in Gefahr. Mit der Gründung der beiden deutschen Staaten betrachtete er, wie er in der "Deutschen Stimme" ausführte, die Demokratie in Deutschland als gescheitert. "Hüben und drüben", schloss er seine "Bilanz" ab, "wurden fragwürdige staatliche Gebilde errichtet, die das Vertrauen des Volkes restlos erschütterten. Die Demokratie verlor ihr Gesicht."[36] Schließlich schrieb Heist in der letzten Nummer der "Deutschen Stimme" verbittert, dass in Deutschland jedes geistige Experiment bestraft werde und eine wahrhaft politische, unabhängige Publizistik bei der "Geschmacksdiktatur der zuständigen Geist-Handelszentren" unerwünscht sei. "Man hat uns mit einem Wort übelgenommen, dass wir das gut deutsche Schema cuius regio, eius religio' (wessen Militärregierung, dessen Weltanschauung') durchbrochen haben. Wir können nicht anders als erklären: gerade darin bestand für uns der Sinn unserer publizistischen Tätigkeit."[37]

Geist und Macht

Obwohl oder gerade weil sie Kompromisse als Wesensmerkmale der (Partei-)Politik erkannten, machten Andersch und Richter keine Anstalten, ihre Pläne politisch umzusetzen. Stattdessen hielten sie Distanz, missbilligten Versuche zur Bildung einer "Ruf"-Partei durch Leserkreise und verzichteten auf die Formulierung eines thesenartigen Aktionsprogramms.[38] Abgesehen von der zwischenzeitlichen Mitarbeiterin Hildegard Brücher, die sich der FDP anschließen sollte, verzichteten die "Ruf"-Leute auf eine Parteimitgliedschaft. Dabei waren gedankliche Überschneidungen mit der CDU-Linken und insbesondere mit Jakob Kaisers " christlichem Sozialismus" ebenso wenig zu leugnen wie mit der nationalen Haltung der SPD unter Kurt Schumacher.[39] Als sich mehreren Mitarbeitern die Möglichkeit eröffnete, über die bayerische Sozialdemokratie Landtagsmandate zu erringen, lehnten sie das Angebot ab. Andersch begründete das später so: "Wir wollten ja schreiben und fühlten uns als Journalisten, als Publizisten, als spätere Schriftsteller und haben da einfach aus Abneigung gegen politische Arbeit im Sinne einer Parteiarbeit abgelehnt."[40]

Die Mitarbeiter des "Ruf" verstanden sich als Intellektuelle und Literaten. Gerade weil sie sich als Repräsentanten der geistigen Elite sahen, litten sie zunehmend an der unmittelbaren Wirkungslosigkeit ihrer mit Enthusiasmus vorgetragenen Ideen. "Geist", meinte Andersch, "hat die Situation bewältigt, aber er hat sie nicht verändert. Der Geist bewegt sich, er schlägt um sich, er wuchert. Aber er ist zu nichts nutze, denn er bewegt sich im luftleeren Raum. Er kann sich nicht in der Praxis verwirklichen und vollenden. Denn er ist ein Geist ohne Macht. (...) Die Illusionen-Dämmerung ist radikal."[41] Gerade die letzten Ausgaben des "Ruf" unter Anderschs und Richters Ägide vermittelten ein Klima wachsender Resignation, obgleich sich in ihnen auch Warnungen vor politischer Lethargie und Appelle an die Zivilcourage fanden.[42]

Wer die Position dieser Publizisten im alten Spannungsfeld von Geist und Macht näher bestimmen will, wird auf Widersprüche stoßen. Betonten sie einerseits, auf einer intellektuellen und publizistischen Ebene zu stehen, so beklagten sie andererseits die unzureichende Resonanz ihrer Ideen in der Politik. Ohne Zweifel wollten sie wirken, in die ihres Erachtens schmutzige Arena parteipolitischer und weltanschaulicher Kämpfe aber nicht hinabsteigen. Umso mehr hoffte Richter auf die wachsende Bedeutung von Publizisten, deren Rang er hoch einschätzte: "Sie sind heute die Sprecher des deutschen Volkes, ihre Verantwortung ist bis ins Unermessliche gestiegen, sie sind die Wegbereiter einer kommenden deutschen Außenpolitik."[43]

Über die Einflussmöglichkeiten der Presse täuschte sich Richter gewiss, da ihr ohne institutionelle Verantwortung und als Träger geistiger Experimente ein solcher Rang damals kaum zukam. Mannzen war von vornherein skeptischer und nahm eine eher bescheidene Wirkung der Publikationsorgane einer unabhängigen Linken an. Sie seien "in ihrem Ausstrahlungsradius nicht entfernt mit dem Tagebuch' und der Weltbühne der Weimarer Zeit zu vergleichen".[44] Und trotzdem hat das Engagement der "heimatlosen" linken Intellektuellen dazu beigetragen, Öffentlichkeit und Medien als unverzichtbaren Bestandteil einer legitimen Opposition, zumal in einem demokratisch strukturierten Staatswesen, zu etablieren. Sie haben an einer Ausweitung des Politikbegriffs über Fragen der Staatstätigkeit hinaus mitgewirkt und im Westen Deutschlands eine "politische Kultur des Widerspruchs"[45] aufbauen geholfen, die auf der Institutionalisierung der Intellektuellen innerhalb des neuen politischen Systems und der wenigstens grundsätzlichen Aussöhnung beider miteinander beruhte.[46]

In den ersten Nachkriegsjahren bis zur Währungsreform und zur Aufhebung der Lizenzpflicht waren kulturpolitische Zeitschriften das wichtigste intellektuell-publizistische Sprachrohr. Den weiteren Wandel der Öffentlichkeit forcierten danach andere Medien, deren Ausstrahlung (und messbare Reichweite) sich auch Angehörige der Gruppe 47 zunutze machten, ob den Rundfunk oder führende überregionale Zeitungen.[47] War der "Ruf" eine der ersten Manifestationen demokratischer Streitkultur im Nachkriegsdeutschland, so führte die Gruppe 47 das leidenschaftliche Engagement in öffentlichen Angelegenheiten fort und trug zur Verfestigung dieser Tradition bei.
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Fußnoten

1.
Vgl. Hans Werner Richter, Fünfzehn Jahre, in: ders. (Hrsg.), Almanach der Gruppe 47, Reinbek 1962, S. 8 und 10.
2.
Hans Magnus Enzensberger, Macht und Geist. Ein deutsches Indianerspiel, in: ders., Mittelmaß und Wahn, Frankfurt/M. 1988, S. 207 - 220.
3.
Die ausführlichste Darstellung zur Geschichte des Ruf bietet nach wie vor Jérôme Vaillant, Der Ruf. Unabhängige Blätter der jungen Generation (1945 - 1949). Eine Zeitschrift zwischen Illusion und Anpassung, München u.a. 1978; vgl. auch Volker C. Wehdeking, Der Nullpunkt. Über die Konstituierung der deutschen Nachkriegsliteratur (1945 - 1948) in den amerikanischen Kriegsgefangenlagern, Stuttgart 1971; Uwe Puschner, Der Ruf. Deutschland in Europa (1946 - 1949), in: Michel Grunewald in Zusammenarbeit mit Hans Manfred Bock (Hrsg.), Der Europadiskurs in den deutschen Zeitschriften (1945 - 1955), Frankfurt/M. u.a. 2001, S. 105 - 120; Merle Krüger, Der "Dritte Weg" der "jungen Generation": Hans Werner Richter und "Der Ruf", in: Jost Hermand/Helmut Peitsch/Klaus R. Scherpe (Hrsg.), Nachkriegsliteratur in Westdeutschland. Bd. 2, Berlin 1983, S. 28 - 40; Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.), Die Gruppe 47. Ein kritischer Grundriß, München 1980, S. 11 - 70 (20043, S. 13 - 79); ders., Die Gruppe 47, Reinbek 2004, S. 17 - 31; Erich Embacher, Hans Werner Richter. Zum literarischen und zum politisch-publizistischen Wirken eines engagierten deutschen Schriftstellers, Frankfurt/M. u.a. 1985, S. 263 - 331; Hans-Peter Schwarz, Vom Reich zur Bundesrepublik, Stuttgart 19802, S. 347 - 354; Wilfried van der Will, The Agenda of Re-education and the Contributors of Der Ruf 1946 - 47, in: Stuart Parkes/John J. White (Hrsg.), The Gruppe 47 Fifty Years on, Amsterdam-Atlanta 1999, S. 1 - 13; Alexander Gallus, Die Neutralisten. Verfechter eines vereinten Deutschland zwischen Ost und West 1945 - 1990, Düsseldorf 20062, S. 94 - 108, worauf sich meine Ausführungen zum Teil stützen. Für eine Auswahl von wichtigen Ruf-Texten siehe Hans Schwab-Felisch (Hrsg.), Der Ruf. Eine deutsche Nachkriegszeitschrift, München 1962.
4.
Zu den oft zu hoch eingeschätzten Auflagenzahlen vgl. J. Vaillant (Anm. 3), S. 145f.; E. Embacher (Anm. 3), S. 301.
5.
Vgl. Gerd Bucerius, Streitbarer Konservativer, in: Die Zeit vom 22.3. 1974.
6.
Dazu Jürgen Wilke, Leitmedien und Zielgruppenorgane, in: ders. (Hrsg.), Mediengeschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 1999, S. 306.
7.
Ursula Reinhold, Anfänge und Umfeld der Gruppe 47, in: Ostsee-Akademie Lübeck (Hrsg.), Mare Balticum, Lübeck 1998, S. 77.
8.
Hans Werner Richter, Wie entstand und was war die Gruppe 47?, in: Hans A. Neunzig (Hrsg.), Hans Werner Richter und die Gruppe 47, München 1979, S. 46.
9.
Vgl. detailliert zum verworrenen Vorgang J. Vaillant (Anm. 3), S. 106 - 145.
10.
Beide Artikel sind komplett wiedergegeben in: ebd., S. 202 - 205.
11.
H. W. Richter (Anm. 8), S. 53.
12.
H. W. Richter (Anm. 1), S. 11f.
13.
Richter an Mannzen am 21.1. 1961, zit. nach Sabine Cofalla, Hans Werner Richter als Briefeschreiber, in: Ostsee-Akademie Lübeck (Anm. 7), S. 116.
14.
Walter Heist, Neues Europa - neu, in: Neues Europa, 3 (1948) 13, S. 7.
15.
Heist in einem Brief an Walter Kolbenhoff vom Juni 1948, wiedergegeben in: Sabine Cofalla (Hrsg.), Hans Werner Richter. Briefe, München-Wien 1997, S. 81.
16.
W. Heist (Anm. 14), S. 7.
17.
"Mancher Dichter fand es grausam". Interview mit Marcel Reich-Ranicki, in: Der Spiegel Nr. 36/1997, S. 216.
18.
Zu den wenigen Publikationen, die darauf hinweisen, zählt: Helmut Peitsch/Hartmut Reith, Keine "innere Emigration" in die "Gefilde" der Literatur. Die literarisch-politische Publizistik der "Gruppe 47" zwischen 1947 und 1949, in: J. Hermand/H. Peitsch/K. R. Scherpe (Anm. 3), S. 129 - 162.
19.
Hans Werner Richter, Deutschland - Brücke zwischen Ost und West, in: Der Ruf, Nr. 4 vom 1.10. 1946, S. 1 f. (dort auch die folgenden Zitate).
20.
Alfred Andersch, Das junge Europa formt sein Gesicht, in: Der Ruf, Nr. 1 vom 15.8. 1946, S. 1 f. (dort auch die folgenden Zitate).
21.
Vgl. dazu auch Heinz Dietrich Ortlieb, Sozialismus - gestern, heute und morgen (II), in: Der Ruf, Nr. 7 vom 15.11. 1946, S. 4 - 6; Hans Werner Richter, Die Wandlung des Sozialismus - und die junge Generation, in: Der Ruf, Nr. 6 vom 1.11. 1946, S. 1 f.
22.
Alfred Andersch, Die sozialistische Situation. Versuch einer synthetischen Kritik, in: Der Ruf, Nr. 15 vom 15.3. 1947, S. 5.
23.
Vgl. H. L. Arnold (Hrsg.) (Anm. 3), S. 32.
24.
Vgl. Vor einer Friedenskonferenz, in: Der Ruf, Nr. 12 vom 1.2. 1947, S. 3.
25.
Vgl. H. W. Richter (Anm. 19), S. 2.
26.
Vgl. H. W. Richter, Eine Kardinalfrage - und eine Forderung, in: Der Ruf, Nr. 8 vom 1.12. 1946, S. 3.
27.
Alfred Andersch, Die Zonen und der Weltfriede, in: Der Ruf, Nr. 6 vom 1.11. 1946, S. 3 (Hervorhebungen im Original).
28.
Alfred Andersch, Der grüne Tisch, in: Der Ruf, Nr. 3 vom 15.9. 1946, S. 2.
29.
Vgl. Hans Werner Richter, Die östliche Grenzfrage, in: Der Ruf, Nr. 8 vom 1.12. 1946, S. 3 (dort auch das folgende Zitat).
30.
Vgl. Hans Werner Richter, Churchill und die europäische Einheit, in: Der Ruf, Nr. 14 vom 1.3. 1947, S. 1 f.
31.
Alfred Andersch, Jahrhundert der Furcht?, in: Der Ruf, Nr. 16 vom 1.4. 1947, S. 3.
32.
Hans Werner Richter, Deutsche Opposition, in: Neues Europa, 3 (1948) 14, S. 12 (dort auch die folgenden Zitate).
33.
Zum Vorwurf des Nationalismus vgl. auch Clare Flanagan, Der Ruf and the Charge of Nationalism, in: S. Parkes/J. J. White (Anm. 3), S. 15 - 24.
34.
Walter Heist, Utopie contra Strategie, in: Neues Europa, 3 (1948) 17, S. 5.
35.
Hans Werner Richter, Die Lösung: Zieht euch zurück!, in: Neues Europa, 3 (1948) 19, S. 17f. (dort auch die folgenden Zitate).
36.
Hans Werner Richter, Das ist die Bilanz!, in: Die Deutsche Stimme, 4 (1949) 1, S. 5.
37.
Walter Heist, Sag' beim Abschied leise ..., in: Die Deutsche Stimme, 4 (1949) 5 - 6, S. 5; vgl. zur Kritik an den "Schemapublizisten": Der Finger in der Wunde, in: Neues Europa, 3 (1948) 18, S. 1 f.
38.
J. Vaillant (Anm. 3), S. 92 - 100, spricht hingegen von einem politischen Aktionsprogramm.
39.
Vgl. H. L. Arnold (Hrsg.) (Anm. 3), S. 42 - 46.
40.
Zit. nach ebd., S. 58.
41.
Alfred Andersch, Aktion oder Passivität, in: Der Ruf, Nr. 12 vom 1.2. 1947, S. 1.
42.
Vgl. Vor einer Friedenskonferenz (Anm. 24).
43.
Hans Werner Richter, Für deutsche Außenpolitik, in: Neues Europa, 3 (1948) 17, S. 6.
44.
Walter Mannzen, Standort und Sinn der politischen Publizistik, in: Neues Europa, 3 (1948) 17, S. 20.
45.
Vgl. zu dieser wichtigen Funktion der Intellektuellen Jürgen Habermas, Geist und Macht - ein deutsches Thema. Heinrich Heine und die Rolle des Intellektuellen in Deutschland, in: Joseph A. Kruse/Bernd Kortländer (Hrsg.), Das junge Deutschland. Kolloquium zum 150. Jahrestag des Verbots vom 10.Dezember 1835, Hamburg 1987, S. 17.
46.
Dazu grundlegend Ingrid Gilcher-Holtey, "Askese schreiben, schreib: Askese". Zur Rolle der Gruppe 47 in der politischen Kultur der Nachkriegszeit, in: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur, 25 (2000) 2, S. 134 - 167; siehe auch Alexander Cammann, Die Gruppe 47 und ihr Nachleben, in: Ästhetik & Kommunikation, 36 (2005), S. 87 - 96.
47.
Vgl. dazu die Befunde bei Christina von Hodenberg, Konsens und Krise. Eine Geschichte der westdeutschen Medienöffentlichkeit 1945 - 1973, Göttingen 2006; Monika Boll, Nachtprogramm. Intellektuelle Gründungsdebatten in der frühen Bundesrepublik, Münster 2004.