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23.4.2007 | Von:
Paula-Irene Villa

Der Körper als kulturelle Inszenierung und Statussymbol

Wenn Menschen sich im Alltag begegnen, so nehmen sie einander in einer konkreten zeitlich-räumlichen Verortung, und das heißt auch als Körper wahr.

Einleitung

Wenn Menschen sich im Alltag begegnen, so nehmen sie einander in einer konkreten zeitlich-räumlichen Verortung, und das heißt auch als Körper wahr: "Den Körper haben wir immer dabei" bemerkte der Soziologe Erving Goffman.[1] Dabei erfahren wir nicht nur unsere Mitmenschen und unsere Umwelt mit den Körpersinnen, wir spüren uns selbst auch leiblich: Wir sehen die interessante Frisur der Mitreisenden in der U-Bahn, spüren unsere Kopfschmerzen, riechen das Parfüm des anderen, tasten nach dem Kleingeld in der Hosentasche, schmecken die Apfelschorle, zittern vor Kälte, freuen uns ob einer schönen Erinnerung usw.

Folglich sind wir realiter keine reinen 'Geister', 'Handlungssysteme', abstrakte Bürgerinnen oder leblose Arbeitnehmer, wie die Sozialwissenschaften lange angenommen haben bzw. es noch tun. Vielmehr sind wir immer und überall, zu jeder Zeit aus Fleisch und Blut.

Fußnoten

1.
Erving Goffman, Interaktion und Geschlecht, Frankfurt/M.-New York 1994, S. 152.