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Ludwig Erhard revisited


19.3.2007
Das Modell der Sozialen Marktwirtschaft ist mit dem Namen Ludwig Erhard auf das Engste verbunden. Was sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges für Deutschland als Erfolgsstory erwiesen hat, muss nicht zwangsläufig auf andere Systeme übertragbar sein.

Einleitung



Die Erinnerung an Ludwig Erhard verbindet sich mit dem Bild des "Vaters des Deutschen Wirtschaftswunders",[1] des gutmütigen Wirtschaftsministers[2] mit der dicken Zigarre im Kabinett Konrad Adenauers, der mit gelassener Unnachgiebigkeit "das Gefüge einer freien und sozial verpflichteten Marktwirtschaft"[3] errichtete; "von allen Schichten unseres Volkes Verständnis für das rechte Maßhalten und innere Disziplin" einforderte; zielstrebig danach trachtete, auf dem Wege "Wohlstand durch Wettbewerb", "Wohlstand für alle" zu mehren; die Symbiose zwischen der Stabilität der "Deutschen Mark" und der "Sozialen Marktwirtschaft"[4] verkörperte und sogar von dem amerikanischen Nationalökonomen Paul A. Samuelson für seine "mutige Entscheidung im Jahre 1948" gelobt wurde: " ... Rationierung und Preiskontrollen, die die Wirtschaft Westdeutschlands knebelten, abgeschafft zu haben, was eine gewaltige wirtschaftliche Dynamik ausgelöst und entscheidend zur Verbesserung der Einkommen aller Beschäftigten geführt habe".[5]





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Fußnoten

1.
Diesen Begriff lehnte Erhard allerdings ausdrücklich ab, "weil sich in Deutschland kein Wunder ereignet hat, sondern eine auf freiheitlichen Prinzipien begründete Wirtschaftspolitik der menschlichen Arbeit, die Wert und Sinn verhieß, und der Fleiß und die Hingabe eines Volkes wieder Zwecken der menschlichen Wohlfahrt nutzbar gemacht wurden".
2.
Bundesminister für Wirtschaft vom 20. 9. 1949 bis zum 16. 10. 1963, seiner Wahl zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.
3.
Sämtliche Anmerkungen sind belegt und beziehen sich auf folgende Werke von Ludwig Erhard: Kriegsfinanzierung und Schuldenkonsolidierung, Berlin-Nürnberg 1944, Faksimiledruck 1997; Deutschlands Rückkehr zum Weltmarkt, Düsseldorf 1954; Wohlstand für Alle, bearbeitet von Wolfram Langer, Düsseldorf - Wien 1964(8); Freiheit, Recht und Ordnung sind Voraussetzungen der Demokratie, in: Soziale Marktwirtschaft - Ordnung der Zukunft, in: Handelsblatt vom 3. 2. 1972, Sonderausgabe anlässlich des 75. Geburtstages von Ludwig Erhard; Soziale Marktwirtschaft - Heute und Morgen, in: Ludwig Erhard/Alfred Müller-Armack, Soziale Marktwirtschaft, Manifest '72, Frankfurt/M.-Berlin-Wien 1972; Gedanken aus fünf Jahrzehnten. Reden und Schriften, herausgegeben von Karl Hohmann, Düsseldorf-Wien-New York 1988.
4.
Vgl. Bodo Gemper, Die Deutsche Mark und die Soziale Marktwirtschaft. Die Währungsreform als Beginn einer schöpferischen Symbiose vor 50 Jahren, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), (1998) 24, S. 3 - 12.
5.
Paul A. Samuelson, Economics, Tokyo u.a. 1973(9), S. 806.