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8.2.2007 | Von:
Kathrin Walther
Barbara Schaeffer-Hegel

Karriere mit Kindern?!

Sie waren heiß umstritten - die so genannten Vätermonate im Gesetzentwurf zum Elterngeld. Am Ende der politischen Debatte stand trotzdem ein Kompromiss, der die grundsätzliche Intention des Entwurfs beibehielt.

Einleitung

Sie waren heiß umstritten - die so genannten Vätermonate im Gesetzentwurf zum Elterngeld. Am Ende der politischen Debatte stand trotzdem ein Kompromiss, der die grundsätzliche Intention des Entwurfs beibehielt: Mit der Einführung des Elterngeldes ab Januar 2007 fördert die Bundesregierung nun ein Familienmodell, in dem sich Männer und Frauen die Betreuungs- und Erziehungsaufgaben partnerschaftlich teilen sollen. Damit rückt das Bundesfamilienministerium verstärkt Männer, insbesondere Väter, in den Fokus seiner aktuellen Politik.










Lange Zeit war die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nahezu ausschließlich ein Frauenthema. Das soll sich jetzt ändern. Denn Kinder brauchen aktive Väter; Frauen wünschen sich partnerschaftliche Männer; und junge Väter wollen mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen. Doch das ist noch nicht alles: Wer will, dass Frauen mehr berufliche Führungsverantwortung ausüben, muss Männer bei der Vereinbarung von Beruf und Familie unterstützen! Denn zwischen besseren beruflichen Aufstiegschancen von Frauen und dem Engagement ihrer Partner im familiären Bereich besteht eine enge Verbindung. Doch häufig treffen Männer, die sich um mehr Präsenz in der Familie bemühen, auf noch stärkere Barrieren als Frauen - das zeigen die Ergebnisse der Studie "Karrierek(n)ick Kinder", welche die Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF)[1] jetzt im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erstellte.

Fußnoten

1.
Die Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin e.V. (EAF) setzt sich seit ihrer Gründung 1996 für die Förderung des weiblichen Führungsnachwuchses und für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein - für Männer wie fürFrauen. Sie berät Organisationen des öffentlichen und privaten Sektors zu den Themen Chancengleichheit, Diversity-Management und Work-Life-Balance. Durch Forschung und Beratung, durch innovative Programme zur Personal- und Organisationsentwicklung sowie durch politische Initiativen fördert die EAF nachhaltig die Familienfreundlichkeit in den Unternehmen und in der Gesellschaft. Zu den aktuellen Projekten der EAF gehört die Vertiefung der durch die Studie "Karrierek(n)ick Kinder" (Berlin 2006) gewonnenen Erkenntnisse durch eine weitere Untersuchung über Doppelkarrierepaare mit Kindern. Die Ergebnisse der Studie werden voraussichtlich im Frühjahr 2008 vorliegen.