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Der Zerfall Jugoslawiens und dessen Folgen


24.7.2008
Der Zerfall Jugoslawiens wurde von kleinen Akteursgruppen entweder billigend in Kauf genommen oder gezielt betrieben. Im Mittelpunkt des Beitrags stehen die internen Faktoren, die zum Scheitern Jugoslawiens und zur Gewalteskalation in den 1990er Jahren führten.

Einleitung



Auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien, das etwas kleiner war als die alte Bundesrepublik Deutschland, haben sich seit 1991 sieben Staaten formiert: Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Kosovo und Mazedonien. Der Zerfall der "Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien" hat viele Fragen aufgeworfen: Woran ist der Bundesstaat zugrunde gegangen? Steht sein Ende exemplarisch für das Scheitern "multikultureller" Gesellschaften? Hat der "uralte Hass" zwischen den Nationen und Minderheiten, haben die "Balkan ghosts"[1] das Land zerstört?




Oder waren es kleine Gruppen von Akteuren, die seinen Untergang inszenierten? Welche Rolle spielte die "internationale Gemeinschaft"? Wie stellen sich der Staatszerfall und die postjugoslawischen Kriege im Licht des Völkerrechts dar? Welche Konsequenzen hat der Staatszerfall für die Stabilität der gesamten Region? Wie erklärt sich die Eskalation der Gewalt, die den Kollaps des Staates begleitete und ihm folgte? Und wie erklärt sich, dass aus Nachbarn Mörder wurden? Nicht alle Fragen können im Rahmen dieses Beitrags beantwortet werden. Im Mittelpunkt sollen daher die internen Ursachen und Begleitumstände des Staatszerfalls stehen.

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Fußnoten

1.
Die These vom uralten Hass zwischen den Völkern des Balkans wurde vom US-amerikanischen Journalisten Kaplan propagiert und hatte anfangs erheblichen Einfluss auf die Politik der Clinton-Administration. Robert D. Kaplan, Balkan Ghosts: a journey through history, New York 1993; dt. Ausgabe: Die Geister des Balkans: eine Reise durch die Geschichte und Politik eines Krisengebiets, Hamburg 1993.

 

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