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24.7.2008 | Von:
Marie-Janine Calic

Kosovo: der jüngste Staat in Europa

Im unabhängigen Kosovos sind zahlreiche Probleme ungelöst: Das Land bleibt weiter unter internationaler Aufsicht, wirtschaftliche Lage und Menschenrechtssituation sind prekär. Kosovo wird daher auf lange Sicht ein internationales Problem bleiben.

Einleitung

Am 17. Februar 2008 entstand mit der Unabhängigkeitserklärung Kosovos der jüngste Staat auf dem europäischen Kontinent. Damit verwirklichte die albanische Mehrheitsbevölkerung in der vormals serbischen Provinz einen Jahrzehnte alten Traum. Gleichzeitig kam eine weitere Etappe des blutigen Auflösungsprozesses Jugoslawiens zum Abschluss.






Die Souveränität des Zweimillionenstaates ist von den USA, vielen europäischen und anderen Staaten anerkannt worden. Ein nicht unbedeutender Teil der Weltgemeinschaft hält die einseitige Unabhängigkeitserklärung Kosovos, die keine Legitimation durch die UNO besitzt, hingegen für völkerrechtswidrig. Dass durch die Staatsgründung der mehr als 100 Jahre alte Konflikt um den politischen Status dieses Landes beendet ist, muss in jedem Fall bezweifelt werden.