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24.7.2008 | Von:
Jackson Janes
Tim Stuchtey

Making Money by Doing Good

Trendsetter USA?

Die alte Tradition der Wirtschaft, auf Spendenanfragen zu warten oder allgemeine Fördertöpfe bereitzustellen, ist in den USA in der jüngeren Vergangenheit einer aktiveren Unternehmenspolitik gewichen: Wer heute als Corporate Citizen verstanden werden will, bemüht sich, zusammen mit gemeinnützigen Organisationen Projekte zu entwerfen und durchzuführen, die den eigenen Vorstellungen entsprechen. Dies trifft selbstverständlich auch auf deutsche Unternehmen und ihr Verhalten als Corporate Citizen in den USA zu. Es ist daher zu erwarten, dass dieser Trend seinen Weg über den Atlantik finden wird.[10]

Gemeinnützige Organisationen tun daher gut daran, wenn sie sich auf die Bedürfnisse der Corporate Citizens einlassen. Die Unternehmen sollten hingegen für ihr Engagement Bereiche wählen, die in einem Zusammenhang mit ihrem eigentlichen Geschäft stehen, um damit an Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Denn gemäß der Studie für Hill & Knowlton glauben 75 Prozent der Befragten, dass das philanthropische Engagement von Unternehmen nur in der damit verbundenen Publicity begründet ist. Ein gewisser Eigennutz ist daher auch bei dem gemeinnützigen Engagement angebracht und wird ohnehin unterstellt.

Das primäre Interesse eines Unternehmens ist zweifellos sein betriebswirtschaftliches Wohlergehen. Doch in den Diskurs, was "Wohlergehen" bedeutet oder was "gut" für Unternehmen und Staat ist, werden sich immer mehr Geschäftsführer und Investoren in eben dieser Funktion einsetzen - nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern weltweit. Dieses "Wohlergehen" wird zweifellos schwer zu definieren sein, aber die Lösung dieser Frage ist ein wichtiger Beitrag zu einer Demokratie mit aktiven und engagierten Bürgern - Individuen wie Unternehmen.

Fußnoten

10.
Eine Umfrage des CCCD zeigt, dass deutsche Unternehmen bei ihrem Engagement als Corporate Citizen noch erheblich reaktiver als ihre amerikanischen Counterparts sind; vgl. ebd., S. 25.