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26.6.2008 | Von:
Heidi Kuttler

Exzessiver Alkoholkonsum Jugendlicher - Auswege und Alternativen

Eine wachsende Zahl von Jugendlichen muss auf Grund einer schweren Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden. Das Präventionsprojekt "Hart am LimiT – HaLT" greift mögliche Motive und Ursachen auf und leitet daraus gezielte Präventionsansätze ab.

Einleitung

Eine 2004 im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit erstellte Studie dokumentierte erstmals auf Bundesebene einen neuen, problematischen Trend unter Kindern und Jugendlichen: Im Zeitraum 1999 bis 2002 hatte sich die Anzahl von 10- bis 19-Jährigen, die aufgrund einer schweren Alkoholintoxikation (Alkoholvergiftung) in bundesdeutschen Kliniken behandelt werden mussten, signifikant erhöht. Eine Studie mit 17 ausgewählten Kliniken belegte beispielsweise einen Anstieg von 162 auf 350 Fälle jährlich, wobei der Anstieg bei den Mädchen ausgeprägter verlief als bei den Jungen.[1] Der Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2008 veranschaulicht die unveränderte Aktualität der Problematik. Die Zahl von 10- bis 20-Jährigen mit akuter Alkoholintoxikation im Krankenhaus hat sich zwischen 2000 und 2006 von 9 500 auf 19 500 mehr als verdoppelt.[2] Es ist denkbar, dass ein Teil des dokumentierten Anstiegs auf die erhöhte Sensibilität des sozialen Umfeldes im Zuge der breiten medialen Berichterstattung zur Problematik zurückgeht. Das Wissen um mögliche Todesfälle kann dazu führen, dass der Notarzt früher gerufen wird - wodurch die Problematik heute statistisch besser erfasst wird.




Seit 2005 ist auch das so genannte "Binge Drinking" - der rasche Konsum von mehr als fünf Getränken bei einem Trinkanlass - stark angestiegen. Während 2005 noch 20 Prozent der Jugendlichen ein Mal im letzten Monat dieses Konsumverhalten zeigten, waren es 2007 schon 26 Prozent.[3]

Fußnoten

1.
Kinder und Jugendliche mit Alkoholintoxikation; Controlling 17 Kliniken in Deutschland mit ? 6 Fällen pro Jahr, in: Prognos, Wissenschaftliche Begleitung des Modellprogramms "Alkoholvergiftungen bei Kindern und Jugendlichen", Bundesweite Datenerhebung - Kurzanalyse, Basel 2004. Dieses und weitere Dokumente der wissenschaftlichen Begleitung von HaLT zum Download unter www.bmg.bund.de.
2.
Vgl. Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung, Berlin, Mai 2008, S. 58.
3.
Vgl. ebd.